Cisco Systems Aktie: Tom Lee sieht Cisco-Muster im KI-Rücksetzer
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Investor Tom Lee sieht im aktuellen KI-Rücksetzer Parallelen zu Cisco in den 1990er-Jahren und kauft nach eigener Aussage die Kursschwäche.
- Als Vergleich nennt er Ciscos damalige Schwankungen vor dem starken Kursanstieg bis 2000.
- Lee beobachtet in dieser Woche die Nvidia-GTC-Konferenz in Berlin und weitere Quartalsberichte großer Technologiekonzerne.
- Die Cisco-Geschichte ist eine historische Analogie und keine Garantie für eine Wiederholung im heutigen KI-Markt.
Marktanalyse & Details
Ciscos Börsenverlauf als Vergleich
Tom Lee, Chefstratege bei Fundstrat, hält die jüngste Nervosität rund um KI-Aktien für eine Korrektur und nicht zwingend für das Ende des Technologieschubs. Zur Begründung verweist er auf Cisco: Der Netzwerkausrüster sei in den frühen 1990er-Jahren ein unmittelbarer Profiteur des öffentlichen Internets gewesen. Die Aktie stieg laut Lee von etwa 0,80 US-Dollar 1993/94 bis Anfang 1997 auf rund 9 US-Dollar, fiel anschließend amid Sorgen über Zinspolitik, Wachstum und Konkurrenz zeitweise auf etwa 5 US-Dollar und erholte sich im Folgejahr auf rund 18 US-Dollar. Bis 2000 habe sie schließlich etwa 80 US-Dollar erreicht.
Lee zieht daraus eine Parallele zur heutigen KI-Euphorie: Rückschläge und Zweifel an der Finanzierung des KI-Ausbaus könnten Zwischenphasen eines längerfristigen Trends sein. Er sagte, er kaufe den Rücksetzer bei KI-Aktien. Cisco ist in diesem Zusammenhang vor allem das historische Beispiel seiner These – die Aussage ist keine konkrete Prognose für den aktuellen Cisco-Kurs.
Marktstimmung und anstehende Impulse
Lee verwies auf eine unterschiedliche Entwicklung innerhalb des US-Aktienmarkts: Bis zum Montagsschluss im Oktober lag der gleichgewichtete S&P 500 im Monatsverlauf 2,56 Prozent im Plus, der nach Börsenwert gewichtete Index dagegen 0,51 Prozent. Die auseinanderlaufende Performance unterstreicht, dass die Schwäche beziehungsweise Stärke weniger großer Technologiewerte das Bild des Gesamtmarkts prägen kann.
Für neue Hinweise auf die KI-Erwartungen richtet Lee den Blick auf die Nvidia-GTC-Konferenz in Berlin. Nvidia-Chef Jensen Huang soll dort am Mittwoch, dem 21. Oktober, die Keynote halten. Außerdem verwies Lee auf ein bislang starkes Gewinnwachstum von 23,8 Prozent in der laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal und auf eine hohe Dichte an Technologie-Berichten in den kommenden zwei Wochen.
Analysten-Einordnung: Ciscos Verlauf zeigt, dass ein langfristiger Technologietrend mit erheblichen zwischenzeitlichen Rückschlägen einhergehen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass KI-Aktien denselben Weg nehmen: Marktstruktur, Bewertungen, Wettbewerb und Finanzierungsbedarf unterscheiden sich von der Internetphase der 1990er-Jahre. Für Anleger bedeutet Lees These daher vor allem, kurzfristige Kursverluste nicht isoliert zu betrachten und die tatsächliche Nachfrage sowie die Ertragsentwicklung der KI-Unternehmen zu prüfen.
Fazit & Ausblick
Die Nvidia-Konferenz am Mittwoch und die anstehenden Quartalsberichte könnten die Erwartungen an KI-Investitionen und Unternehmensgewinne neu justieren. Entscheidend wird sein, ob Unternehmen ihre hohen Investitionen durch konkrete Nachfrage und Erträge untermauern. Lees Cisco-Vergleich liefert einen historischen Blickwinkel, ersetzt aber keine Bewertung der heutigen Geschäftszahlen.
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