CARL ZEISS MEDITEC ADR 1 Aktie: Goldman stuft auf Sell herab und senkt Kursziel auf 23 Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Goldman Sachs stuft Carl Zeiss Meditec von Neutral auf Sell herab.
- Das Kursziel sinkt von 27 auf 23 Euro.
- Die Bank sieht schwächere Wachstumsaussichten und senkt ihre EPS-Schätzungen für 2026 bis 2028 deutlich.
- Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 am 10. Dezember könnten laut Goldman eine weitere Senkung der Markterwartungen auslösen.
Marktanalyse & Details
Abstufung und Kursziel
Goldman-Sachs-Analyst Richard Felton bewertet die Aktie von Carl Zeiss Meditec nun mit Sell statt Neutral. Zugleich reduziert er das Kursziel von 27 auf 23 Euro. Als Hauptgrund nennt die Bank eine aus ihrer Sicht zu hohe Bewertung im Verhältnis zu den schwächeren Wachstumsaussichten. Die Aktie werde mit dem 23,6-Fachen des erwarteten Gewinns der kommenden zwölf Monate gehandelt.
Am 5. Oktober um 08:05 Uhr lag der ausgewiesene Kurs bei 29,20 Euro; die Tagesperformance betrug zu diesem Zeitpunkt minus 3,31 Prozent, seit Jahresbeginn minus 25,13 Prozent. Diese Marktdaten allein belegen nicht, dass die Abstufung den Tagesrückgang verursacht hat.
Wachstum und Gewinnschätzungen unter Druck
Goldman erwartet für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 im Schnitt ein organisches Umsatzwachstum von 3,2 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2027 liegt die eigene Wachstumsannahme der Bank bei 1,2 Prozent, nach einem erwarteten Rückgang von 1,0 Prozent im Geschäftsjahr 2026. Die Analysten halten eine Erholung damit für möglich, sehen aber weiterhin eine schwache Dynamik.
- Goldman kürzt seine bereinigten EBITA-Schätzungen für 2027 um 11 Prozent und für 2028 um 6 Prozent; für 2026 erhöht die Bank sie um rund 2 Prozent.
- Die EPS-Schätzungen werden für 2026 um 54 Prozent, für 2027 um 45 Prozent und für 2028 um 39 Prozent reduziert.
- Für 2027 liegt Goldman nach eigener Angabe rund 8 Prozent unter dem EBITA-Konsens; zugleich sei die Streuung der Analystenschätzungen ungewöhnlich groß.
Als Belastungen führt Goldman die Auswirkungen von IOL VBP 2.0, langsamere Platzierungen von Kapitalgeräten infolge zentralisierter Beschaffung und zunehmenden Wettbewerb vor Ort an. Die Beschaffungsentwicklung könne zudem die Nutzung der Geräte und damit Eingriffsvolumina beeinträchtigen.
Analysten-Einordnung: Goldmans zentrale These ist, dass die Bewertung der Aktie die eingetrübte Geschäftsperspektive noch nicht ausreichend widerspiegelt. Die Bank verweist außerdem darauf, dass die angekündigte Investition der Zeiss-Gruppe von bis zu 200 Millionen Euro in eine höhere Beteiligung die Bewertung gestützt haben könnte. Dies deutet darauf hin, dass die Einschätzung nicht allein an kurzfristigen Umsatzschwankungen hängt, sondern auch an der Frage, ob die Gewinnprognosen und die Bewertung wieder besser zusammenpassen. Es handelt sich um die Einschätzung eines einzelnen Analysehauses; Goldman selbst weist auf die breite Streuung der Konsensschätzungen hin.
Fazit & Ausblick
Für Anleger rückt der 10. Dezember in den Fokus: Dann sollen die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht werden. Goldman sieht darin einen möglichen Anlass für niedrigere Konsensschätzungen. Entscheidend wird sein, ob Carl Zeiss Meditec bei Umsatzentwicklung, Geräteplatzierungen und Gewinnen Anzeichen einer Stabilisierung liefert. Die Herabstufung ist eine Analystenmeinung und keine Garantie für die weitere Kursentwicklung.
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