Capri-Aktie springt bei Übernahmeinteresse: Jefferies sieht Szenario von 25 bis 26 US-Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Capri Holdings geriet am 22. September 2026 wegen Berichten über potenzielle Käufer deutlich in Bewegung.
  2. Jefferies bestätigt die Einstufung „Hold“ und ein Kursziel von 16,00 US-Dollar.
  3. Ein optimistisches Übernahmeszenario von 25 bis 26 US-Dollar je Aktie könnte laut Analysten mehr als 60 Prozent Aufwärtspotenzial bieten.
  4. Der entscheidende Unsicherheitsfaktor bleibt die operative Erholung der Marke Michael Kors und der Zeitpunkt eines möglichen Deals.

Marktanalyse & Details

Übernahmefantasie treibt die Capri-Aktie

Berichte über potenzielle Interessenten für Capri Holdings haben die Aktie am Dienstag deutlich nach oben bewegt. Im frühen US-Handel legte der Kurs zeitweise um rund 12 Prozent auf 15,97 US-Dollar zu. An der Lang & Schwarz Exchange notierte Capri zuletzt bei 13,215 Euro, ein Tagesplus von 7,26 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie damit weiterhin 36,34 Prozent im Minus.

Potenzielle Käufer sollen Einblick in die Geschäftszahlen genommen haben. Ob daraus tatsächlich ein verbindliches Angebot entsteht, ist jedoch offen. Eine mögliche Transaktion könnte zudem an finanziellen Hürden, der Bewertung oder der noch nicht abgeschlossenen Sanierung des Kerngeschäfts scheitern.

Jefferies bleibt vorsichtig

Jefferies-Analyst Blake Anderson bekräftigte seine „Hold“-Einstufung und das Kursziel von 16,00 US-Dollar. Nach seiner Einschätzung ist ein Wert von 25 bis 26 US-Dollar je Aktie in einem optimistischen Szenario plausibel. Dieses Niveau wäre ausgehend von den aktuellen Kursregionen mit einem Aufwärtspotenzial von mehr als 60 Prozent verbunden, stellt aber ausdrücklich keine bestätigte Übernahmeofferte und kein neues offizielles Kursziel dar.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Capri derzeit vor allem als Turnaround- und Übernahmewette bewertet wird. Die niedrige Bewertung eröffnet zwar Spielraum für einen strategischen Käufer, gleichzeitig rechtfertigt die operative Unsicherheit die zurückhaltende „Hold“-Einstufung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Kursfantasie kurzfristig stark von Übernahmegerüchten abhängt, während der nachhaltige Wert des Unternehmens weiterhin an der Erholung von Michael Kors gemessen werden muss.

Michael-Kors-Wende als entscheidender Hebel

Die geplante Stabilisierung von Michael Kors soll über eine bessere Vergleichsbasis, neue Produkte, höhere Marketingausgaben und die Modernisierung der Filialen erfolgen. Das Management will die Marketingquote in der zweiten Jahreshälfte auf etwa 10 Prozent des Umsatzes erhöhen. Rund die Hälfte des Filialnetzes soll über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren renoviert werden; erste renovierte Standorte zeigen laut der Analysteneinschätzung bereits deutlich bessere Entwicklungen.

Der Erholung stehen jedoch mehrere Belastungen gegenüber:

  • Im vergangenen Jahr wurden nach Analystenschätzung rund 150 Millionen US-Dollar Umsatz durch weniger Rabatte und Aktionen, geringere Drittanbieter- und Reisehandelsgeschäfte sowie Ladenschließungen nicht realisiert.
  • Die Auffrischung des Outlet-Sortiments wird voraussichtlich erst gegen Ende des Geschäftsjahres 2027 vollständig wirksam.
  • Verzögerte Warenlieferungen im Umfang von rund 50 Millionen US-Dollar könnten das wichtige Weihnachtsquartal belasten.
  • Das Großhandelsgeschäft dürfte trotz besserer Verkaufstrends in nordamerikanischen Warenhäusern zunächst rückläufig bleiben.

Bewertung lässt mehrere Szenarien zu

Historische Transaktionsmultiplikatoren im Bekleidungs-, Schuh- und Accessoiresektor liefern laut Jefferies eine grobe Bewertungsbandbreite von 9 bis 13 beim Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA beziehungsweise 0,5 bis 1,5 beim Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz. Am unteren Ende dieser Spanne ergäbe sich ein Wert von etwa 17 bis 19 US-Dollar je Aktie. Auf Basis eines optimistischeren EBITDA-Szenarios für das Geschäftsjahr 2028 errechnet sich ein Wert von rund 26 US-Dollar.

Zusätzliche Unterstützung könnte ein Verkauf von Jimmy Choo liefern. Jefferies hält bei einer möglichen Veräußerung einen Erlös von mehr als 500 Millionen US-Dollar für denkbar. Damit könnten Schulden reduziert oder Aktien zurückgekauft werden. Gleichzeitig würde ein Verkauf die Konzernstruktur weiter verändern und die Bewertung stärker auf Michael Kors konzentrieren.

Fazit & Ausblick

Die Capri-Aktie erhält durch die Übernahmefantasie kurzfristig einen kräftigen Impuls. Solange jedoch weder ein Käufer noch ein verbindliches Angebot feststeht, bleibt der Kurssprung spekulativ. Im Mittelpunkt der nächsten Quartalsberichte stehen daher die Umsatzentwicklung von Michael Kors, die Margenerholung, die Warenverfügbarkeit und der Fortschritt bei den Filialrenovierungen. Erst sichtbare operative Verbesserungen dürften die Bewertung dauerhaft über das Jefferies-Kursziel von 16,00 US-Dollar hinausheben.

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