Nvidia-Aktie steigt: Forward-KGV unter 17 auf niedrigstem Stand seit mehr als zehn Jahren
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Nvidias Forward-KGV für die erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate liegt unter dem 17-Fachen.
- Damit ist die Bewertung auf Basis dieser Kennzahl so niedrig wie seit mehr als zehn Jahren nicht; 2025 lag das Multiple etwa doppelt so hoch.
- Die Nvidia-Aktie steigt am 22. September 2026 um 1,3 Prozent auf 200,35 Euro und liegt seit Jahresbeginn 25,03 Prozent im Plus.
- Neue KI-Chips von Alibaba sowie lokale KI-Systeme von Apple und Microsoft erhöhen den Wettbewerbsdruck außerhalb des Rechenzentrums.
Marktanalyse & Details
Bewertung erreicht historisch niedriges Niveau
Das Forward-KGV von Nvidia ist auf weniger als das 17-Fache der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne gefallen. Nach dieser Kennzahl ist die Aktie so günstig bewertet wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht. Im Jahr 2025 wurde zeitweise etwa das Doppelte dieses Gewinnmultiples bezahlt.
Der Bewertungsrückgang bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Nvidia absolut billig ist. Ein Forward-KGV hängt unmittelbar von den Gewinnschätzungen ab. Steigen die erwarteten Gewinne weiter kräftig, kann ein niedrigeres Multiple auf eine Normalisierung der Bewertung hindeuten. Werden die Prognosen dagegen wegen stärkerer Konkurrenz oder einer schwächeren Nachfrage gesenkt, verliert der Bewertungsabschlag an Aussagekraft.
Aktie bleibt trotz niedrigerem Multiple im Aufwärtstrend
Die Nvidia-Aktie notiert an der Lang & Schwarz Exchange bei 200,35 Euro. Mit einem Tagesplus von 1,3 Prozent und einem Zuwachs von 25,03 Prozent seit Jahresbeginn zeigt der Kurs, dass der Markt das langfristige KI-Wachstum weiterhin einpreist. Die niedrigere Bewertung steht damit einem anhaltenden Kursanstieg gegenüber und kann auf gestiegene Gewinnerwartungen oder eine vorsichtigere Risikobewertung des Marktes zurückzuführen sein.
Wettbewerb im KI-Chipmarkt nimmt zu
Alibaba hat mit dem Zhenwu V900 einen neuen KI-Beschleuniger vorgestellt, den das Unternehmen als leistungsstärksten KI-Chip Chinas bezeichnet. Der Prozessor soll gegenüber dem erst vier Monate zuvor präsentierten Zhenwu M890 die dreifache Leistung bieten und verfügt über 216 Gigabyte Speicher sowie eine Inter-Chip-Bandbreite von 1.200 Gigabyte pro Sekunde. Die Unterstützung für die Präzisionsformate FP8 und FP4 zielt sowohl auf das Training als auch auf die Ausführung von KI-Modellen.
Zusätzlicher Druck entsteht durch lokal ausgeführte KI-Anwendungen. Apple positioniert neue Mac-Modelle für anspruchsvolle KI-Aufgaben, während Microsoft KI-Funktionen stärker in Windows und auf Endgeräten verankern will. Nvidias wichtigster Vorteil bleibt jedoch die starke Stellung bei Rechenzentren, in denen hohe Rechenleistung, Netzwerke und Software eng miteinander verbunden sind.
Co-Packaged Optics als Infrastrukturthema
Bei der nächsten Generation der KI-Infrastruktur rückt zudem Co-Packaged Optics in den Mittelpunkt. Die Technologie soll Bandbreitenengpässe und den Stromverbrauch bei der Verbindung von Rechen- und Netzwerkkomponenten reduzieren. Neben Custom-ASICs, Netzwerktechnik und moderner Chipverpackung könnte Nvidia von einer breiteren Einführung profitieren. Das zentrale Risiko bleibt, ob die Monetarisierung generativer KI die hohen Investitionen der großen Cloud-Anbieter dauerhaft rechtfertigt.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt Nvidias strukturelle Wachstumschancen weiterhin anerkennt, zugleich aber eine deutlich höhere Beweislast für weiteres Gewinnwachstum verlangt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass das niedrigere Forward-KGV zwar einen größeren Bewertungs-Puffer schafft, die Aktie aber von der anhaltenden Nachfrage nach Rechenzentrumschips, einer stabilen Margenentwicklung und dem Erfolg der Plattformstrategie abhängig bleibt. Die neue Konkurrenz ist deshalb weniger wegen einzelner Chipankündigungen relevant, sondern weil sie langfristig die Preissetzungsmacht und die Kapitalrenditen im KI-Ökosystem beeinflussen könnte.
Fazit & Ausblick
Die Nvidia-Aktie verbindet aktuell einen starken Jahresanstieg mit einem Forward-KGV auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung werden die nächsten Gewinn- und Umsatzprognosen, die Investitionsbereitschaft der Rechenzentrumsbetreiber und der Nachweis einer profitablen KI-Nutzung sein. Bleibt das Gewinnwachstum hoch, könnte die niedrigere Bewertung weiteres Potenzial eröffnen; enttäuschen die Erwartungen, bietet das Multiple keinen vollständigen Schutz vor Rücksetzern.
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