BRANICKS Aktie: Halbjahresverlust steigt auf 142,3 Millionen Euro – Sanierungsplan vor Abstimmung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Branicks weist für das erste Halbjahr 2026 einen Konzernverlust von 142,3 Millionen Euro aus, vor allem wegen Abschreibungen.
- Das FFO nach Minderheiten sinkt im Jahresvergleich von 22,7 auf 14,3 Millionen Euro.
- Der Zinsaufwand fällt auf 25,6 Millionen Euro, während die Leerstandsquote im Commercial Portfolio auf 13,7 Prozent steigt.
- Über ein umfassendes Sanierungskonzept soll die außerordentliche Hauptversammlung am 9. Oktober 2026 entscheiden.
Marktanalyse & Details
Abschreibungen drücken das Ergebnis
Branicks Group hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernverlust von 142,3 Millionen Euro verbucht. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 23,4 Millionen Euro betragen. Hauptbelastung waren außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen von insgesamt 158,9 Millionen Euro. Das EBIT lag bei minus 144,2 Millionen Euro nach einem positiven Wert von 9,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Das operative Ergebnis blieb dagegen positiv, verlor aber an Kraft: Das FFO nach Minderheiten sank von 22,7 auf 14,3 Millionen Euro. Je Aktie entsprach das 0,17 Euro nach 0,27 Euro im ersten Halbjahr 2025. Die Bruttomieteinnahmen gingen verkaufsbedingt von 72,3 auf 57,1 Millionen Euro zurück; die Nettomieteinnahmen fielen von 63,4 auf 48,7 Millionen Euro.
Kostensenkungen treffen auf schwächere Vermietung
Entlastung kam von der Finanzierungs- und Kostenseite. Der Zinsaufwand verringerte sich auf 25,6 Millionen Euro nach 42,0 Millionen Euro, die operativen Kosten sanken um 8,5 Prozent auf 25,8 Millionen Euro. Zugleich nahm die Vermietungsleistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 214.700 auf rund 148.500 Quadratmeter ab. Die annualisierten Mieteinnahmen des Gesamtportfolios gingen auf vergleichbarer Basis um 1,9 Prozent zurück. Im Commercial Portfolio lag der Rückgang bei 5,4 Prozent.
Auch die Leerstandsquote im Commercial Portfolio entwickelte sich ungünstig: Sie erhöhte sich zum 30. Juni auf 13,7 Prozent, verglichen mit 10,1 Prozent zum Jahresende 2025. Die Assets under Management sanken von 10,5 auf 10,1 Milliarden Euro.
Bilanz und Sanierungskurs
Der Net Asset Value verringerte sich zum Stichtag auf 502,8 Millionen Euro oder 6,02 Euro je Aktie. Ende 2025 hatte er 615,4 Millionen Euro beziehungsweise 7,36 Euro je Aktie betragen. Der Loan-to-Value stieg zugleich auf 64,7 Prozent nach 63,2 Prozent. Die ausgewiesenen Halbjahreszahlen wurden nach Unternehmensangaben nicht prüferisch durchgesehen.
Am 25. September hatte Branicks mitgeteilt, dass nach Ablauf der Anfechtungsfrist ohne Klagen die Verlängerung der 400-Millionen-Euro-Anleihe kurz vor dem Vollzug stehe. Über das umfassende Umstrukturierungskonzept soll nun die außerordentliche Hauptversammlung am 9. Oktober abstimmen. Die angekündigten strukturellen Veränderungen bei VIB sind Teil des Konsolidierungskurses; konkrete Einzelheiten dazu enthält die vorliegende Mitteilung nicht.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen eine klare Trennung zwischen laufendem Geschäft und bilanzieller Belastung: Branicks erwirtschaftet weiterhin positives FFO, doch dieses sinkt, während Abschreibungen den Konzernverlust massiv ausweiten. Niedrigere Zins- und Betriebskosten helfen, gleichen schwächere Mieten, sinkende Vermietungsaktivität und den gestiegenen Leerstand aber bislang nicht aus. Für Anleger wird deshalb entscheidend, ob die Hauptversammlung den Sanierungsplan trägt und ob sich daraus eine belastbare Entlastung der Finanzierung und des operativen Geschäfts ergibt. Der aktuelle Kurs von 0,506 Euro liegt deutlich unter dem ausgewiesenen NAV von 6,02 Euro je Aktie; der NAV ist jedoch kein garantierter Verkaufserlös und beseitigt weder Bilanz- noch Umsetzungsrisiken. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 70,44 Prozent verloren.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Termin ist die außerordentliche Hauptversammlung am 9. Oktober 2026. Ihre Entscheidung über das Sanierungskonzept dürfte für die Einschätzung des Restrukturierungskurses zentral sein. Bis dahin stehen dem positiven Effekt sinkender Finanzierungskosten deutliche operative und bilanzielle Belastungen gegenüber.
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