Boston Scientific Aktie: JPMorgan stuft auf Neutral herab und senkt Kursziel auf 46 Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. JPMorgan senkt Boston Scientific von „Overweight“ auf „Neutral“ und reduziert das Kursziel von 56 auf 46 US-Dollar.
  2. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 1,5 Prozent auf 5,14 Milliarden US-Dollar; das bereinigte EPS lag mit 0,73 Dollar leicht über der Konsensschätzung.
  3. Boston Scientific senkt die Umsatz- und Gewinnprognose für 2026 und erwartet im vierten Quartal einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent.
  4. Cyberangriff, Schwierigkeiten bei Herzprodukten und verschobene Pipeline-Programme belasten den Ausblick.

Marktanalyse & Details

JPMorgan sieht zusätzliche Risiken

JPMorgan hat die Einstufung der Boston Scientific-Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ gesenkt. Analyst Robbie Marcus reduzierte zugleich das Kursziel von 56 auf 46 US-Dollar. Als Gründe nannte er neben dem schwächeren Ausblick für Umsatz und Ergebnis 2027 vor allem Verzögerungen bei mehreren wichtigen, voneinander unabhängigen Pipeline-Programmen.

Analysten-Einordnung: Die Herabstufung zeigt, dass Anleger nicht nur die kurzfristigen Folgen des Cyberangriffs einpreisen müssen. Wenn zugleich zentrale Produkte und Entwicklungsprogramme hinter dem Zeitplan zurückbleiben, wird es schwieriger, auf eine rasche Rückkehr zu kräftigem Wachstum zu setzen. Das niedrigere Kursziel signalisiert daher eine vorsichtigere Einschätzung der mittelfristigen Ertragsdynamik.

Quartal besser als erwartet, Jahresausblick schwächer

Im dritten Quartal erzielte Boston Scientific 5,14 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und mehr als von Analysten erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,73 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 0,72 Dollar. Der GAAP-Nettogewinn fiel dagegen auf 582 Millionen Dollar nach 755 Millionen Dollar im Vorjahr; das ausgewiesene GAAP-EPS sank von 0,51 auf 0,40 Dollar.

  • Das Geschäftsfeld Cardiovascular steigerte den Umsatz um 1,9 Prozent auf 3,406 Milliarden Dollar.
  • MedSurg wuchs um 0,6 Prozent auf 1,733 Milliarden Dollar.
  • Neuromodulation legte um 13,1 Prozent zu; Rückgänge bei Endoskopie und Urologie belasteten das Bild.

Gekappte Prognose und operative Belastungen

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzwachstum von rund 4,25 Prozent statt zuvor 5,5 bis 6,5 Prozent. Die Prognose für das bereinigte EPS wurde auf 3,16 bis 3,18 Dollar von zuvor 3,28 bis 3,32 Dollar gesenkt. Für das vierte Quartal stellt Boston Scientific einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent und ein bereinigtes EPS von 0,77 bis 0,79 Dollar in Aussicht; die Markterwartung für das Quartals-EPS lag bei 0,83 Dollar.

Ein Cyberangriff im August beeinträchtigte Produktion und Auslieferungen. Zusätzlich hatte das Unternehmen bereits von unerwarteten Problemen bei zwei wichtigen Herzprodukten berichtet. Die Kombination aus operativen Störungen und produktspezifischen Herausforderungen macht die Prognoseunsicherheit größer als bei einer reinen, vorübergehenden IT-Unterbrechung.

Zum Zeitpunkt der vorliegenden Lang-&-Schwarz-Kursdaten am 28. Oktober um 20:33 Uhr notierte die Aktie bei 38,66 Euro, 4,26 Prozent unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn belief sich das Minus auf 52,27 Prozent.

Fazit & Ausblick

Für Anleger bedeutet die Entwicklung, dass der Blick über den besser als erwarteten Quartalsumsatz hinaus auf die Umsetzung der gekürzten Jahresziele und die Wiederherstellung des operativen Normalbetriebs gerichtet bleibt. Besonders relevant werden neue Aussagen zum Wachstum 2027 und zum Zeitplan der Pipeline-Projekte sein. Auch die für das erste Quartal 2027 erwartete Verzögerung beim geplanten Penumbra-Zukauf dürfte im weiteren Verlauf zu beachten sein.

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