Boston Scientific Aktie: Jefferies und JPMorgan stufen nach Prognosesenkung ab
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Jefferies senkt Boston Scientific nach dem Quartalsbericht von Buy auf Hold und reduziert das Kursziel von 60 auf 46 US-Dollar.
- JPMorgan stuft die Aktie von Overweight auf Neutral herab und senkt das Kursziel von 56 auf 46 US-Dollar.
- Boston Scientific erwartet für das vierte Quartal einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent und senkt die Jahresziele für 2026.
- Als Belastungen gelten der Cybervorfall, Produktprobleme und eine unsichere Pipeline-Perspektive für 2027.
Marktanalyse & Details
Prognosesenkung überschattet Quartalszahlen
Boston Scientific meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 5,138 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,73 US-Dollar leicht über den Erwartungen. Das GAAP-Nettoergebnis sank dagegen von 755 auf 582 Millionen US-Dollar; der unbereinigte Gewinn je Aktie fiel von 0,51 auf 0,40 US-Dollar.
Für das vierte Quartal rechnet der Medizintechnikkonzern mit einem Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,77 bis 0,79 US-Dollar. Die Markterwartung lag bei 0,83 US-Dollar. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun ein Umsatzwachstum von rund 4,25 Prozent statt zuvor 5,5 bis 6,5 Prozent. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 3,16 bis 3,18 US-Dollar von zuvor 3,28 bis 3,32 US-Dollar gekürzt.
Analysten sehen wenig kurzfristige Kurstreiber
Jefferies begründet die Abstufung mit begrenzter Visibilität bei der Entwicklung der gepulsten Feldablation und des Watchman-Geschäfts sowie einem schwierigen kurzfristigen Ausblick. Die Bank sieht nur wenige wesentliche Kurstreiber für 2027 und erwartet, dass die Aktie zunächst kaum vorankommt. Größere Impulse könnten demnach erst ab 2028 sichtbar werden. JPMorgan verweist zusätzlich auf negative Hinweise zum Umsatz- und Gewinnwachstum 2027 sowie auf Verzögerungen bei mehreren wichtigen Pipeline-Programmen.
Der Cyberangriff im August beeinträchtigte Fertigung und Auslieferung. Hinzu kommen Herausforderungen bei wichtigen Herzprodukten. Auch der geplante Zukauf von Penumbra im Volumen von 14,5 Milliarden US-Dollar verschiebt sich wegen behördlicher Abstimmungen voraussichtlich auf das erste Quartal 2027.
Analysten-Einordnung: Die Abstufungen spiegeln nicht allein ein schwächeres Quartal wider: Obwohl Umsatz und bereinigter Gewinn die Erwartungen übertrafen, verschiebt sich die Erholung durch operative Störungen und verzögerte Produktprogramme. Dies deutet darauf hin, dass Anleger vorerst stärker auf belastbare Fortschritte bei Produktion, Marktanteilen und Pipeline-Terminen achten dürften als auf den einzelnen Quartalsüberraschungen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein erhöhtes Risiko, dass die Ertragserholung länger auf sich warten lässt.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die Entwicklung im vierten Quartal und die Frage, ob Boston Scientific die operativen Auswirkungen des Cybervorfalls nachhaltig überwinden kann. Ebenso wichtig werden konkrete Hinweise zu Wachstum und Pipeline-Fortschritten für 2027 sein. Bis dahin dürfte die gesenkte Jahresprognose den Spielraum für eine Neubewertung der Aktie begrenzen.
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