Boston Scientific Aktie: Jefferies und JPMorgan senken Ratings nach Prognosekürzung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Jefferies stuft Boston Scientific von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkt das Kursziel von 60 auf 46 US-Dollar.
- JPMorgan wechselt von „Overweight“ auf „Neutral“ und reduziert das Kursziel von 56 auf 46 US-Dollar.
- Boston Scientific erwartet für das vierte Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent.
- Die Jahresprognose sinkt auf rund 4,25 Prozent Umsatzwachstum und 3,16 bis 3,18 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie.
Marktanalyse & Details
Doppelte Abstufung nach schwächerem Ausblick
Die Analystenreaktionen folgen auf die erneute Senkung der Unternehmensprognose. Jefferies sieht begrenzte Visibilität für die Entwicklung der Produkte zur gepulsten Feldablation (PFA) und des Watchman-Systems. Zudem seien kurzfristig nur wenige bedeutende Wachstumstreiber erkennbar. Die Aktie könnte daher laut der Einschätzung mehrere Quartale ohne klare Impulse bleiben; größere Katalysatoren erwartet Jefferies eher ab 2028.
JPMorgan begründet die Abstufung unter anderem mit negativen Kommentaren zum Umsatz- und Gewinnwachstum 2027. Besonders kritisch bewertet die Bank, dass sich mehrere voneinander unabhängige Pipeline-Programme zeitlich nach hinten verschieben. Beide Häuser setzen ihr Kursziel nun auf 46 US-Dollar.
Quartal übertraf Erwartungen – Prognose enttäuschte
Im dritten Quartal erzielte Boston Scientific einen Umsatz von 5,138 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 1,5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,73 US-Dollar leicht über der Analystenschätzung von 0,718 US-Dollar. Das ausgewiesene Nettoergebnis fiel dagegen von 755 auf 582 Millionen US-Dollar; der unbereinigte Gewinn je Aktie sank von 0,51 auf 0,40 US-Dollar.
Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,77 bis 0,79 US-Dollar. Damit liegt die Gewinnspanne unter der genannten Markterwartung von 0,83 US-Dollar. Für das Gesamtjahr wurde die Umsatzwachstumsprognose von zuvor 5,5 bis 6,5 Prozent auf rund 4,25 Prozent gesenkt. Das bereinigte EPS-Ziel beträgt nun 3,16 bis 3,18 US-Dollar statt 3,28 bis 3,32 US-Dollar.
Cyberangriff belastete Betrieb
Ein Cyberangriff im August störte nach Unternehmensangaben Abläufe in Herstellung und Versand. Hinzu kamen Herausforderungen bei wichtigen Herzprodukten. Die Quartalszahlen zeigen damit ein gemischtes Bild: Umsatz und bereinigter Gewinn lagen über den Erwartungen, das ausgewiesene Ergebnis sank jedoch deutlich, während der Ausblick zurückgenommen wurde.
Analysten-Einordnung: Die Abstufungen spiegeln weniger eine einzelne schwache Kennzahl als die Kombination aus gekürzter Prognose, schwieriger kurzfristiger Entwicklung und verschobenen Pipeline-Projekten wider. Dies deutet darauf hin, dass Anleger zunächst stärker auf die Umsetzung der Unternehmensziele und belastbare Hinweise auf eine Erholung achten dürften. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass ein über den Erwartungen liegendes bereinigtes Quartalsergebnis allein die Zweifel an Wachstum und Sichtbarkeit derzeit nicht ausräumt.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen die Entwicklung im vierten Quartal, die Bewältigung der betrieblichen Folgen des Cyberangriffs und neue Signale zu den Produkt- und Pipeline-Trends. Bis sich die kurzfristige Umsatzentwicklung stabilisiert und verschobene Programme konkreter werden, bleibt der Ausblick der zentrale Belastungsfaktor für die Aktie.
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