Booking-Aktie: Analyst hält KI-Sorgen für überzogen und erwartet 6 % mehr Übernachtungen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Analyst hält an seiner Kaufempfehlung für Booking Holdings fest und sieht die Risiken durch KI-Reiseagenten als übertrieben an.
  2. Für das dritte Quartal erwartet er 6 % Wachstum bei den Übernachtungen – mehr als die Unternehmensprognose von 3 bis 5 %.
  3. Auch seine EBITDA-Schätzungen für das dritte und vierte Quartal liegen über dem oberen Ende der jeweiligen Prognose.
  4. Als offene Frage bleibt, ob KI-Agenten künftig margenstarke Werbeerlöse aus gesponserten Angeboten abschöpfen könnten.

Marktanalyse & Details

Höhere Schätzungen trotz vorsichtiger Marktstimmung

Analyst Jake Fuller bekräftigte seine Kaufempfehlung für Booking Holdings und hob seine Erwartungen für die zweite Jahreshälfte an. Für das dritte Quartal rechnet er mit einem Plus von 6 % bei den Übernachtungen. Das liegt über der vom Unternehmen genannten Spanne von 3 bis 5 %. Seine EBITDA-Prognosen für das dritte und vierte Quartal setzte er ebenfalls oberhalb der jeweiligen Prognoseobergrenze an.

Fuller beschreibt Booking als qualitativ hochwertigen Gewinnwachstumswert. Sein langfristiges Wachstumsmodell sieht ein jährliches Plus von 8 % beim Umsatz, 10 % beim EBITDA und 15 % beim Gewinn je Aktie vor. Die Aktie werde mit etwa dem 14-Fachen des erwarteten Gewinns für 2027 bewertet. Sein Kursziel von 250 US-Dollar basiert auf einem 2027er-KGV von 20 – innerhalb der historischen Spanne von 15 bis 25.

Warum KI die Online-Reisebüros nicht zwingend verdrängt

Die Befürchtung, KI-Agenten könnten Online-Reisebüros umgehen und Buchungen direkt zu Hotels lenken, hält der Analyst für überzogen. Ein Grund sei die stark fragmentierte Unterkunftslandschaft: Große Hotelketten machten laut seiner Einschätzung weniger als 5 % des weltweiten Unterkunftsangebots aus, wenn alternative Unterkünfte mitgerechnet werden. Die zahlreichen einzelnen Anbieter technisch anzubinden, sei schwierig. Zudem dürften Online-Reisebüros auch im KI-Zeitalter bei der Kundengewinnung eine wichtige Rolle spielen.

Tests eines KI-Reiseagenten hätten laut Fuller Preisvorschläge auf mindestens vergleichbarem Niveau zu Direktangeboten von Hotels gezeigt. Zugleich griff die Plattform häufig auf Online-Reisebüros zurück. Das spricht dafür, dass KI-Angebote Booking nicht automatisch aus der Buchungskette verdrängen.

Werbung bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Ungeklärt ist, was mit den margenstarken Einnahmen aus gesponserten Angeboten geschieht, falls KI-Agenten künftig die Reiseplanung und Buchung steuern, ohne dass Kunden direkt die Plattformen der Online-Reisebüros besuchen. Der Effekt dürfte davon abhängen, wie schnell sich solche Agenten verbreiten und wie sie Geld verdienen. Auch bei breiterer Nutzung könnten Reisende weiterhin mehrere Websites aufrufen oder KI nur für einzelne Schritte der Planung und Buchung einsetzen.

Analysten-Einordnung: Die angehobenen Schätzungen deuten darauf hin, dass der Analyst kurzfristig stärker auf robuste Reisedaten als auf mögliche spätere Umbrüche durch KI setzt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die These bleibt nicht risikofrei, aber die Fragmentierung des Unterkunftsmarkts und die anhaltende Bedeutung der Kundengewinnung sprechen gegen eine schnelle Verdrängung von Booking. Die Werbeerlöse sind dabei ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Die Aktie notierte am 25. September an der Lang & Schwarz Exchange bei 138,30 Euro, 0,4 % im Plus; seit Jahresbeginn lag sie 24,8 % im Minus.

Fazit & Ausblick

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Analyst, dass Booking beim Wachstum der Übernachtungen mindestens das obere Ende der Unternehmensprognose erreicht. Entscheidend für die weitere Einschätzung sind die kommenden Buchungsdaten und die Frage, ob KI-Agenten den direkten Zugang zu Kunden und Werbeerlösen tatsächlich verändern. Ein konkreter Termin für die nächsten Quartalszahlen liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

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