Boeing Aktie: Verzögerter 737-Max-Ausstoß lässt Kurs fast zehn Prozent fallen
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Boeing dürfte sein Jahresziel von 500 ausgelieferten 737 Max verfehlen.
- Die Monatsrate von 47 Maschinen soll erst im kommenden Jahr stabil erreicht werden.
- Im dritten Quartal lag der bereinigte Verlust je Aktie bei 0,34 US-Dollar; der Umsatz übertraf die Erwartungen leicht.
- Die Boeing-Aktie notierte am 27. Oktober bei 152,02 Euro und verlor 9,61 Prozent.
Marktanalyse & Details
Produktionshochlauf bleibt der Knackpunkt
Boeing braucht länger als geplant, um die Fertigung der 737 Max zu stabilisieren. Die angestrebte Rate von 47 Flugzeugen pro Monat wird nach Angaben des Managements erst im kommenden Jahr erreicht. Damit dürfte der Flugzeugbauer sein Ziel von 500 Auslieferungen der 737 Max im laufenden Jahr verfehlen. Eine neue konkrete Auslieferungsprognose legte das Unternehmen zunächst nicht vor.
Auch beim Großraumjet 787 Dreamliner blieb der Ausblick vorsichtig: Boeing hält an einer Spanne von 90 bis 100 Auslieferungen fest, rechnet aber eher mit einem Ergebnis am unteren Ende. Für Airlines ist die Verzögerung relevant, weil die Nachfrage nach neuen Flugzeugen hoch ist und zusätzliche Auslieferungen für Boeing zugleich entscheidend sind, um Umsatz und Mittelzufluss zu steigern.
Quartalszahlen: Umsatz besser, Kerngeschäft unter Druck
Im dritten Quartal meldete Boeing einen bereinigten Verlust von 0,34 US-Dollar je Aktie. Erwartet worden war ein Verlust von 0,25 US-Dollar. Der berichtete Quartalsverlust belief sich auf 116 Millionen US-Dollar. Der Umsatz erreichte 24,2 Milliarden US-Dollar und lag damit knapp über der Prognose von 23,9 Milliarden US-Dollar. Dazu trug vor allem das etwas besser als erwartete Verteidigungsgeschäft bei; die Erlöse im kommerziellen Flugzeuggeschäft blieben hinter den Erwartungen zurück.
Der Kursrückgang spiegelte die Sorge wider, dass sich der Produktionshochlauf und damit die finanzielle Erholung erneut verzögern. An der Lang & Schwarz Exchange kostete die Aktie am 27. Oktober um 19:35 Uhr 152,02 Euro, ein Minus von 9,61 Prozent zum Vortag.
Analysten-Einordnung: Die Nachfrage nach Flugzeugen ist nach den vorliegenden Angaben nicht das zentrale Problem; entscheidend ist Boeings Fähigkeit, die Maschinen zuverlässig und in höherer Stückzahl zu produzieren. Dies deutet darauf hin, dass ein verfehltes Auslieferungsziel nicht nur kurzfristig Erlöse kostet, sondern auch Zweifel an der Umsetzung des Turnarounds nährt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Produktionsraten und tatsächliche Auslieferungen vorerst aussagekräftigere Prüfsteine für die Erholung sein dürften als die starke Nachfrage allein.
Fazit & Ausblick
Im Fokus steht nun, ob Boeing die 737-Max-Rate von 47 Maschinen pro Monat im kommenden Jahr stabilisieren und die Auslieferungen wieder verlässlicher steigern kann. Auch die Entwicklung bei den 787-Auslieferungen bleibt wichtig. Die nächste Quartalsbilanz wird zeigen, ob der Produktionshochlauf vorankommt und sich die schwächere Entwicklung im kommerziellen Geschäft verbessert.
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