Boeing Aktie: FAA gibt 737 Max 10 nach jahrelanger Verzögerung frei

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die FAA hat die größte Variante der 737 Max, die 737-10, nach jahrelanger Prüfung zertifiziert.
  2. Boeing kann mit Auslieferungen im kommenden Monat beginnen; für das Modell liegen 1.555 Bestellungen von mehr als 30 Kunden vor.
  3. Die Zulassung stärkt Boeings Angebot im Wettbewerb mit dem Airbus A321neo, beseitigt aber nicht die Produktions- und Qualitätsrisiken.
  4. Die Boeing-Aktie notierte am 23. Oktober um 8:42 Uhr bei 166,96 Euro und lag seit Jahresbeginn 10,3 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Zulassung öffnet Weg zu Auslieferungen

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat der 737-10 die Zulassung erteilt und damit eine jahrelange Verzögerung beendet. Boeing zufolge kann das Unternehmen mit der Auslieferung im kommenden Monat beginnen. Die Variante bietet Platz für bis zu 230 Passagiere und ist damit die größte Version der 737 Max. Mit 1.555 bestellten Flugzeugen entfallen laut den vorliegenden Angaben mehr als 30 Prozent des aktuellen Auftragsbestands der Max-Familie auf dieses Modell.

Vor der Freigabe verlangte die FAA unter anderem Änderungen am Flugsteuerungssystem und eine verbesserte Sensorik zur Erfassung des Anstellwinkels. Die Behörde erteilte neben der Musterzulassung auch die Produktionsfreigabe. Das schafft eine wichtige Voraussetzung für den Hochlauf, garantiert jedoch weder einen reibungslosen Produktionsanstieg noch einen planmäßigen Auslieferungsrhythmus.

Wettbewerbsvorteil mit Vorbehalten

Die 737-10 soll Boeing im direkten Wettbewerb mit dem Airbus A321neo eine größere Kapazitätsoption im Kurz- und Mittelstreckensegment geben. Die Zulassung erweitert das verkaufbare Angebot und ermöglicht es, bestehende Bestellungen perspektivisch in Auslieferungen umzusetzen. Die kleinere 737 Max 7 hatte bereits im August eine Zulassung erhalten.

Für Boeing bleibt die Sicherheits- und Qualitätsbilanz ein zentraler Prüfstein: Die 737 Max stand nach den Abstürzen von 2018 und 2019 mit insgesamt 346 Todesopfern im Zentrum einer schweren Krise. Auch ein Vorfall im Januar 2024, bei dem sich während des Steigflugs ein Rumpfteil löste, verschärfte die Zweifel an den Qualitätskontrollen. Die nun geforderten technischen Anpassungen sind daher nicht nur ein formaler Schritt, sondern Teil der regulatorischen Aufarbeitung.

Analysten-Einordnung und Lieferkette

Analysten-Einordnung: Die Zertifizierung ist ein klarer Fortschritt für Boeings wichtiges Mittelstreckenprogramm, aber zunächst eher ein Meilenstein für die kommerzielle Perspektive als ein unmittelbarer Beleg für höhere Erträge. Entscheidend wird sein, ob Boeing die Produktion stabil steigern und die hohe Zahl bestellter Flugzeuge zuverlässig ausliefern kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das Marktpotenzial der 737-10 ist durch den großen Auftragsbestand sichtbar, während Umsetzung, Qualität und Tempo der Auslieferungen die wesentlichen Risiken bleiben.

Auch die Zulieferkette muss mit dem Produktionshochlauf Schritt halten. Safran meldete für das dritte Quartal einen bereinigten Umsatzanstieg um 15 Prozent auf 9 Milliarden Euro und lieferte 535 LEAP-Triebwerke aus, rund fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese Triebwerke kommen sowohl bei der Boeing 737 Max als auch bei Airbus-Modellen zum Einsatz. Die Zahlen signalisieren eine robuste Nachfrage, belegen für sich genommen aber nicht, dass sämtliche Engpässe bei Boeing bereits überwunden sind.

Zum Börsenkontext: Die Boeing-Aktie lag am 23. Oktober um 8:42 Uhr bei 166,96 Euro, an diesem Morgen 0,08 Prozent niedriger und seit Jahresbeginn 10,3 Prozent im Minus. Diese Momentaufnahme lässt sich nicht eindeutig der Zulassungsmeldung zuordnen.

Fazit & Ausblick

Mit der FAA-Freigabe kann Boeing die 737-10 auf den Weg zur Auslieferung bringen und eine wichtige Lücke im eigenen Flugzeugangebot schließen. Der nächste Maßstab ist, ob die angekündigten ersten Übergaben im kommenden Monat beginnen und ob Produktion sowie Qualitätskontrollen den geplanten Hochlauf tragen. Ein konkreter nächster Ergebnistermin ist in den vorliegenden Informationen nicht genannt.

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