Moderna Aktie: Krebsimpfstoff senkt Rückfallrisiko, doch Börse straft Aktie ab
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Moderna und Merck melden positive Phase-3-Daten für den personalisierten Melanom-Impfstoff intismeran.
- Zusammen mit Keytruda sank das Risiko für Rückfall oder Tod gegenüber Keytruda allein um 42 Prozent.
- Die Moderna-Aktie fiel am Donnerstag zeitweise um mehr als ein Viertel; zuletzt lag das Minus laut Meldung bei 17 Prozent.
- Die Gesamtüberlebensdaten sind noch nicht ausgereift, und die Unternehmen sprechen mit Zulassungsbehörden.
Marktanalyse & Details
Phase-3-Studie zeigt geringeres Rückfallrisiko
Die Studie INTerpath-001 untersuchte 1.137 Patienten mit vollständig operiertem Melanom im Stadium IIB bis IV. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 24,6 Monaten verringerte intismeran autogene in Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda das Risiko für einen Rückfall oder Tod um 42 Prozent. Die Zweijahresrate des rückfallfreien Überlebens lag bei 82,2 Prozent, verglichen mit 70,0 Prozent unter Keytruda allein.
Auch das Risiko für Fernmetastasen oder Tod sank laut den Unternehmen um 38 Prozent. Eine vorab festgelegte Sensitivitätsanalyse ergab, dass der Rückgang des Risikos für Rückfall oder Tod nach den ersten sechs Monaten bei 58 Prozent lag. In den ersten sechs Monaten war die Wirksamkeit der Kombination mit jener von Keytruda allein vergleichbar.
Sicherheit und offene Fragen
Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten bei 95,8 Prozent der Patienten mit der Kombination und bei 90,0 Prozent der Patienten mit Keytruda allein auf. Schwere Nebenwirkungen der Grade 3 bis 5 wurden bei 14,2 beziehungsweise 13,4 Prozent gemeldet. Die Unternehmen berichteten von keinen neuen Sicherheitssignalen. Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht ausgereift; bislang zeigt sich dabei ein positiver Trend.
Analysten-Einordnung: Die deutliche Kursreaktion trotz statistisch relevanter Studiendaten zeigt, dass der Markt nicht nur auf einen Studienerfolg, sondern auf dessen Ausmaß und wirtschaftliche Tragweite schaut. Die Ergebnisse stärken die Aussicht auf eine mögliche Zulassung, belegen aber noch nicht den späteren kommerziellen Erfolg. Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich der Nutzen in weiteren Tumorarten bestätigt und ob die personalisierte Herstellung und Vermarktung im größeren Maßstab tragfähig sind.
Kursreaktion spiegelt hohe Erwartungen
Die Moderna-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise mehr als ein Viertel ihres Werts. Auslöser waren zunächst vorzeitig bekannt gewordene Studiendaten, die an der Wall Street als schwächer als erhofft aufgenommen wurden. Zuletzt wurde ein Minus von 17 Prozent gemeldet. Merck gab deutlich weniger nach. Die unterschiedliche Reaktion unterstreicht, wie stark Moderna an den Erwartungen für seine mRNA-Krebsforschung gemessen wird.
Fazit & Ausblick
Moderna und Merck wollen die Daten beim ESMO-Kongress vorstellen und haben Gespräche mit den Zulassungsbehörden aufgenommen. Die laufende Studie soll weitere Erkenntnisse zum Gesamtüberleben liefern. Zugleich entwickeln die Partner intismeran in neun weiteren Phase-2- und Phase-3-Studien; drei davon untersuchen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Bis zur Klärung von Zulassung, zusätzlichem klinischem Nutzen und Vermarktung bleibt die Aktie anfällig für starke Ausschläge.
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