Boeing Aktie: Jefferies kürzt Kursziel, weiterer Analyst stuft auf Neutral ab

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Jefferies senkt Boeings Kursziel von 265 auf 230 US-Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest.
  2. Presidents Capital stuft die Aktie von Buy auf Neutral herab und nennt ein Kursziel von 192 US-Dollar.
  3. Verzögerungen bei der 737-Produktion gefährden Boeings Auslieferungsziel von 500 Maschinen für 2026.
  4. Der bereinigte Verlust im dritten Quartal fiel mit 34 Cent je Aktie höher aus als erwartet.

Marktanalyse & Details

Analysten reagieren auf Quartalsbericht und Produktionspläne

Nach dem deutlichen Kursrückgang am Dienstag mehren sich kritische Stimmen zur Boeing-Aktie. Jefferies reduzierte das Kursziel von 265 auf 230 US-Dollar, bestätigte jedoch die Kaufempfehlung. Jin Chang von Presidents Capital Management ging weiter und stufte Boeing von Buy auf Neutral ab; das Kursziel liegt bei 192 US-Dollar. Am Vortag hatte Langenberg die Aktie dagegen von Hold auf Buy hochgestuft und ein Ziel von 250 US-Dollar genannt. Die Einschätzungen zeigen, dass Analysten die langfristigen Chancen unterschiedlich gegen die kurzfristigen Produktionsrisiken abwägen.

Verlust im Quartal, Produktionsziele rücken nach hinten

Boeing meldete für das dritte Quartal einen bereinigten Verlust von 34 Cent je Aktie. Erwartet worden war ein Verlust von 25 Cent. Der Umsatz betrug 24,2 Milliarden US-Dollar und lag damit über der genannten Schätzung von 23,9 Milliarden US-Dollar; Rückenwind kam vor allem aus dem Verteidigungsgeschäft, während das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen schwächer ausfiel.

Belastend wirken vor allem die Aussagen zur Fertigung: Boeing erwartet, die Monatsrate von 47 Maschinen der 737 MAX erst Anfang 2027 zu erreichen. Damit dürfte der Konzern sein Ziel von 500 Auslieferungen dieses Modells im laufenden Jahr verfehlen. Bei der 787 hält das Management an einer Spanne von 90 bis 100 Auslieferungen fest, rechnet aber eher mit dem unteren Ende. Eine neue Prognose für die 737-Auslieferungen legte Boeing nicht vor.

Analysten-Einordnung und Kurskontext

Analysten-Einordnung: Die Kurszielsenkung bei fortbestehender Kaufempfehlung signalisiert, dass Jefferies zwar weiter auf eine Erholung setzt, den Weg dorthin aber als schwieriger einschätzt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass nicht allein die hohe Nachfrage nach Flugzeugen zählt: Entscheidend wird, ob Boeing Fertigungsraten stabilisiert und Auslieferungen verlässlich steigert. Die abweichenden Ratings unterstreichen, dass die Produktionsverzögerungen kurzfristig schwerer zu bewerten sind als die langfristige Auftragslage.

Die Boeing-Aktie verlor am Dienstag laut den vorliegenden Angaben rund 10,7 Prozent. Zum 28. Oktober um 10:26 Uhr notierte sie bei Lang & Schwarz bei 150,90 Euro und damit im Tagesverlauf 0,23 Prozent höher; seit Jahresbeginn lag sie 18,93 Prozent im Minus. Eine positive Tagesbewegung ändert damit noch nichts am schwachen Jahresbild.

Ein Gegengewicht zum schwachen Verkehrsflugzeuggeschäft bleibt der Verteidigungsbereich. Zusätzlich erhielt Boeing eine Änderung eines US-Armeeauftrags für technische Unterstützung und Ingenieurleistungen rund um den Apache AH-64 im Wert von rund 499,76 Millionen US-Dollar. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Februar 2031 laufen. Solche Aufträge stützen das Geschäft, lösen aber die operativen Probleme bei der zivilen Flugzeugproduktion nicht.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt steht nun, ob Boeing die Produktion der 737 stabilisieren und die Auslieferungen im kommenden Jahr wie angekündigt steigern kann. Bis dahin dürften neue Hinweise zu Fertigungsraten und Cashflow die Einschätzung der Aktie prägen. Eine belastbare Entspannung wäre erst erkennbar, wenn sich die angekündigten Produktionsfortschritte auch in den tatsächlichen Auslieferungen niederschlagen.

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