BMO Capital bestätigt Outperform für Netflix und sieht Kursziel bei 135 US-Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BMO Capital bestätigt für Netflix das Outperform-Rating und das Kursziel von 135 US-Dollar.
  2. Eine BMO-Umfrage unter 940 US-Verbrauchern sieht Netflix als führende Plattform beim Wechsel von linearem Fernsehen zu CTV.
  3. 75 % der Befragten nutzen Netflix, 37 % nennen den Dienst als bevorzugte Streaming-Plattform.
  4. Das Werbegeschäft soll laut BMO das Wachstum in Nordamerika beschleunigen und eine Neubewertung der Aktie auslösen.

Marktanalyse & Details

BMO setzt auf Streaming-Führerschaft und Werbung

BMO-Capital-Analyst Brian Pitz hält an seiner positiven Einschätzung für Netflix fest. Das Kursziel bleibt bei 135 US-Dollar, während die Aktie an der Lang & Schwarz Exchange am 22. September 2026 bei 64,59 Euro notierte und im Tagesverlauf 0,97 % zulegte. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie jedoch 19,01 % im Minus.

Die Grundlage der Einschätzung bildet eine eigene Streaming-Umfrage unter 940 US-Verbrauchern. 75 % der Befragten gaben an, Netflix zu abonnieren. Mit einem Anteil von 37 % war Netflix zudem die meistbevorzugte Streaming-Plattform und lag damit etwa doppelt so hoch wie der nächstplatzierte Wettbewerber. Die Ergebnisse sprechen laut BMO für eine starke Ausgangsposition beim anhaltenden Wechsel vom linearen Fernsehen zu Connected TV (CTV).

Engagement bleibt zentraler Prüfstein

Nach Einschätzung von BMO nutzen 76 % der Netflix-Abonnenten die Plattform mehrmals pro Woche. Das spricht für eine hohe Nutzungsfrequenz, auch wenn das Wachstum der angesehenen Stunden zuletzt nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich lag. Netflix stellt deshalb zunehmend die Qualität der Nutzung über die reine Zahl der Engagement-Stunden. BMO sieht darin einen möglichen Hinweis darauf, dass der Streaming-Anbieter weiterhin über Preissetzungsmacht verfügt.

Auch neue Formate werden in der Umfrage nicht grundsätzlich abgelehnt: Unter den Abonnenten, die Podcasts oder Spiele bei Netflix ausprobiert haben, war die Zufriedenheit hoch. Allerdings gaben bislang nur 37 % beziehungsweise 36 % der Netflix-Abonnenten an, diese Angebote genutzt zu haben. Für das Kerngeschäft bleibt daher entscheidend, ob Netflix wieder regelmäßig große Serien- und Filmhits hervorbringt.

Bewertung und Gegenargumente

BMO bewertet Netflix mit dem 16,1-Fachen des für 2027 erwarteten bereinigten EBITDA. Das entspricht einem Abschlag von 31 % gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Der Analyst hält die Aktie damit trotz der zuletzt schwächeren Kursentwicklung für attraktiv.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass BMO die aktuelle Kursschwäche vor allem als Bewertungs- und Erwartungsproblem betrachtet, nicht als dauerhaften Verlust der Marktposition. Der entscheidende Hebel ist jedoch die Umsetzung: Das Werbegeschäft muss ausreichend skalieren, um das langsamere Wachstum in Nordamerika auszugleichen. Gleichzeitig steht Netflix vor der Aufgabe, die von anderen Analysten kritisierten Engagement- und Content-Trends zu stabilisieren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein geteiltes Bild: Die langfristige Plattformstärke und zusätzliche Erlösquellen sprechen für Erholungspotenzial, während die Abhängigkeit von erfolgreichen Inhalten und die hohe Erwartung an die Werbeumsätze das Rückschlagrisiko erhöhen.

Die Einschätzung von BMO steht damit im deutlichen Kontrast zur jüngsten Abstufung durch Wells Fargo auf Underweight mit einem Kursziel von 57 US-Dollar. Wells Fargo verwies auf rückläufige Sehstunden und eine schwächere Original-Content-Pipeline im zweiten Halbjahr 2026. Die große Spanne zwischen den Kurszielen zeigt, wie stark die Netflix-Bewertung derzeit von der erwarteten Entwicklung des Engagements, der Werbeerlöse und der Content-Qualität abhängt.

Fazit & Ausblick

Der nächste wichtige Belastungstest ist, ob Netflix das Werbegeschäft tatsächlich in beschleunigtes Umsatzwachstum in Nordamerika übersetzen kann. Ebenso relevant bleiben neue große Publikumserfolge und die Entwicklung der Sehstunden. BMO sieht auf dem aktuellen Bewertungsniveau bereits einen attraktiven Einstieg, während die skeptische Analystenseite zunächst konkrete Belege für eine Trendwende beim Engagement erwartet.

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