bet-at-home übertrifft Umsatzprognose im Q2 und bestätigt Jahresausblick trotz Halbjahresverlust
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- bet-at-home erzielte im zweiten Quartal 12,97 Mio. Euro Umsatz und übertraf damit die Schätzung von 11,08 Mio. Euro.
- Der Halbjahresumsatz sank um 4,0 Prozent auf 24,31 Mio. Euro, während der Netto-Gamingertrag auf 18,96 Mio. Euro zurückging.
- Das EBITDA vor Sondereinflüssen drehte auf minus 0,70 Mio. Euro, das Konzernergebnis auf minus 2,21 Mio. Euro und das EPS auf minus 0,31 Euro.
- bet-at-home bestätigte für 2026 einen Brutto-Wett- und Gamingertrag von 46,0 bis 54,0 Mio. Euro sowie ein EBITDA von 0,0 bis 4,0 Mio. Euro.
Marktanalyse & Details
Umsatzüberraschung im zweiten Quartal
bet-at-home hat im zweiten Quartal die Umsatzerwartungen deutlich übertroffen. Die Erlöse von 12,97 Mio. Euro lagen über der Prognose von 11,08 Mio. Euro. Der positive Quartalsimpuls reichte jedoch nicht aus, um die schwächere Entwicklung zu Jahresbeginn auszugleichen: Im ersten Halbjahr fiel der Umsatz von 25,34 Mio. auf 24,31 Mio. Euro.
Auch der Netto-Gamingertrag entwickelte sich rückläufig und lag mit 18,96 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 19,67 Mio. Euro. Damit bleibt die zentrale operative Herausforderung bestehen, aus einer höheren Umsatzdynamik nachhaltig profitables Wachstum zu machen.
Marketingaufwand belastet Ergebnis
Beim Ergebnis zeigt sich der Druck deutlich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verschlechterte sich von plus 3,02 Mio. auf minus 0,70 Mio. Euro. Das Konzernergebnis rutschte von einem Gewinn von 1,80 Mio. Euro auf einen Verlust von 2,21 Mio. Euro. Entsprechend drehte das Ergebnis je Aktie von plus 0,26 Euro auf minus 0,31 Euro.
Eine vor dem Halbjahresbericht veröffentlichte Analysteneinschätzung hatte bereits auf höhere Marketingausgaben im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft hingewiesen. Die zusätzlichen Investitionen sollten zwar die Markenbekanntheit und das Wettgeschäft stärken, zugleich aber die operative Marge belasten. Die aktuellen Halbjahreszahlen bestätigen damit das Spannungsfeld zwischen Reichweitenaufbau und kurzfristiger Ertragskraft.
Jahresausblick bleibt unverändert
Das Management hält trotz des Verlusts im ersten Halbjahr an der Jahresprognose fest. Erwartet werden ein Brutto-Wett- und Gamingertrag von 46,0 bis 54,0 Mio. Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 0,0 und 4,0 Mio. Euro.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass bet-at-home für die zweite Jahreshälfte eine operative Erholung und eine Normalisierung der Kostenbasis einplant. Eine frühere Kaufempfehlung mit einem auf zwölf Monate ausgerichteten Kursziel von 5,00 Euro wurde allerdings bereits von 5,50 Euro gesenkt; zugleich lag die damalige Ergebnisschätzung für 2026 beim EBITDA nur bei 0,5 Mio. Euro. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der bestätigte Ausblick zwar Stabilität signalisiert, die Gewinnqualität aber stärker beobachtet werden muss als der reine Umsatz-Beat im zweiten Quartal.
Als möglicher mittelfristiger Katalysator gilt zudem eine geplante Reform des österreichischen Glücksspielrechts. Ein wettbewerbliches Lizenzsystem könnte dem Online-Gaming-Geschäft neue Möglichkeiten eröffnen. Zeitpunkt und konkrete Bedingungen bleiben jedoch offen, weshalb dieser Faktor noch nicht als verlässlicher Bestandteil der Ergebnisplanung gelten kann.
Aktie trotz Jahresplus unter Druck
Zum Kurszeitpunkt am 21. September 2026 notierte die Aktie bei 2,97 Euro. Auf Tagessicht lag sie 1,66 Prozent im Minus, während seit Jahresbeginn ein Plus von 38,79 Prozent zu Buche stand. Die Kursentwicklung zeigt damit eine weiterhin positive Jahresbilanz, zugleich dürfte der Markt die schwache Halbjahresprofitabilität gegen die bestätigte Prognose abwägen.
Fazit & Ausblick
Der Quartalsumsatz macht Hoffnung auf eine Belebung des Geschäfts, verdeckt aber nicht den Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr. Entscheidend wird sein, ob bet-at-home die höheren Marketinginvestitionen in mehr Wett- und Gamingvolumen ummünzen und im zweiten Halbjahr die operative Gewinnzone erreichen kann. Die nächsten Quartalszahlen sollten deshalb vor allem Aufschluss über Umsatzqualität, Kostenentwicklung und den Abstand zur EBITDA-Prognose geben.
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