Coinbase-Aktie steigt 10,7 Prozent: Antrag für Perpetual Futures auf US-Einzelaktien
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Coinbase-Aktie steigt am 18. September 2026 im US-Handel um 10,7 Prozent auf 192,65 US-Dollar.
- Coinbase beantragt die Zulassung unbefristeter Futures-Kontrakte auf rund 50 bis 60 beliebte US-Einzelaktien.
- Der geplante Start soll noch in diesem Jahr erfolgen, steht aber unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigung.
- Die neuen Produkte ermöglichen gehebelte Spekulation, verleihen aber keine Eigentumsrechte an den zugrunde liegenden Aktien.
Marktanalyse & Details
Kurssprung trotz negativer Jahresbilanz
Coinbase legte am Freitag deutlich zu. Im US-Handel stieg der Kurs um 18,68 US-Dollar beziehungsweise 10,7 Prozent auf 192,65 US-Dollar. An der Lang & Schwarz Exchange wurde die Aktie um 18:18 Uhr mit 169,26 Euro und einer Tagesperformance von 12,17 Prozent geführt. Trotz des starken Tagesgewinns liegt die Aktie seit Jahresbeginn weiterhin 15,06 Prozent im Minus.
Der Kurssprung fällt zeitlich mit Coinbases Antrag zusammen, Perpetual Futures auf einzelne große US-Aktien anbieten zu dürfen. Die Produktankündigung erweitert das Geschäftsmodell über klassische Kryptohandel- und Krypto-Derivate hinaus und rückt Coinbase stärker in den Wettbewerb mit etablierten Handelsplattformen.
Perpetual Futures unterscheiden sich von tokenisierten Aktien
Coinbase plant Kontrakte auf etwa 50 bis 60 stark gehandelte Titel, darunter Apple, Microsoft, Tesla und Nvidia. Perpetual Futures haben kein festes Ablaufdatum. Händler können dadurch dauerhaft gehebelte Positionen aufbauen, wobei sowohl Gewinne als auch Verluste überproportional ausfallen können.
- Die Kontrakte bilden die Kursentwicklung einer Aktie ab, übertragen aber grundsätzlich keine Stimm- oder Dividendenrechte.
- Der geplante Handelsstart später im Jahr hängt von der Genehmigung der zuständigen US-Aufsicht ab.
- Coinbase bietet in den USA bereits unbefristete Futures auf Kryptowährungen und thematische Aktienindizes an.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für digitale Wertpapiere verbessern sich zugleich: Die US-Wertpapieraufsicht führte eine auf fünf Jahre angelegte Ausnahme für Plattformen und Liquiditätsanbieter im Handel mit tokenisierten Aktien ein. Diese Aktien-Token sollen unter den neuen Regeln dieselben Rechte und Schutzmechanismen wie traditionelle Wertpapiere bieten. Tokenisierte Aktien und Perpetual Futures sind jedoch unterschiedliche Produkte: Das eine kann Eigentumsrechte abbilden, das andere ist ein gehebeltes Derivat.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Coinbase seine Abhängigkeit vom klassischen Kryptohandelsvolumen verringern und zusätzliche Gebührenquellen erschließen will. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zunächst mehr Wachstumspotenzial, aber auch höhere regulatorische und operative Risiken. Die Nachfrage nach gehebelten Einzelaktien-Kontrakten ist zwar ein attraktiver Markt, doch heftige Kursbewegungen können zu erhöhten Ausfall-, Liquiditäts- und Reputationsrisiken führen. Ein am 14. September angehobenes Neutral-Rating mit einem Kursziel von 177 US-Dollar bildet zudem einen wichtigen Gegenpol: Der aktuelle US-Kurs von 192,65 US-Dollar liegt bereits über dieser Zielmarke. Der Analyst verwies zugleich auf den Wettbewerbsdruck bei Preisen und Margen sowie auf die Möglichkeit einer späteren Erholung der Privatanleger-Aktivität, falls der Kryptomarkt weiter anzieht.
Fazit & Ausblick
Coinbase positioniert sich mit den geplanten Perpetual Futures als Brücke zwischen Kryptobörse und Aktienhandel. Entscheidend sind nun die regulatorische Entscheidung, die konkrete Produktausgestaltung und die tatsächliche Handelsnachfrage. Der Start ist für später in diesem Jahr vorgesehen; bis dahin bleibt die Aktie stark von der Entwicklung des Kryptomarktes, den Handelsvolumina und dem Margendruck im Plattformgeschäft abhängig.
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