Befesa Aktie: Q3-Gewinn steigt, EBITDA-Prognose inklusive US-Förderung auf bis zu 296 Millionen Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Befesas Umsatz legte im dritten Quartal 2026 um 7,4 Prozent auf 311,6 Millionen Euro zu.
- Das bereinigte EBITDA stieg um 9,9 Prozent auf 67,8 Millionen Euro; der Nettogewinn erhöhte sich auf 23,0 Millionen Euro.
- Mit einer erwarteten US-Förderung von rund 26 Millionen Euro hob Befesa die EBITDA-Prognose für 2026 auf 286 bis 296 Millionen Euro an.
- UBS erhöhte das Kursziel auf 55 Euro und Metzler auf 46 Euro; beide bewerten die Aktie mit „Buy“.
Marktanalyse & Details
Stärkeres Quartal trotz gemischter Rahmenbedingungen
Befesa hat im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessert. Der Umsatz erreichte 311,6 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA 67,8 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge stieg leicht von 21 auf 22 Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich um 11,3 Prozent auf 23,0 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie um denselben Satz auf 0,58 Euro.
Für die ersten neun Monate summierte sich der Umsatz auf 901,1 Millionen Euro, ein Plus von 1,0 Prozent. Das bereinigte EBITDA wuchs stärker um 10,4 Prozent auf 191,8 Millionen Euro. Höhere Zinkpreise und bessere Margen im Sekundäraluminiumgeschäft trugen zur Verbesserung bei. Wartungsstillstände, Kosteninflation und ein uneinheitliches Stahlmarktumfeld wirkten dagegen.
US-Förderung hebt Jahresziel – Auszahlung folgt später
Ohne die Förderung nach Section 45X hat Befesa die Spanne für das bereinigte EBITDA 2026 von zuvor 250 bis 270 Millionen Euro auf 260 bis 270 Millionen Euro eingeengt. Zusätzlich erwartet das Unternehmen rund 26 Millionen Euro aus dem US-Förderprogramm für kritische Mineralien. Einschließlich dieses Beitrags liegt die neue Prognose bei 286 bis 296 Millionen Euro.
Die Förderung bezieht sich auf die Zinkproduktion am Standort Mooresboro. Befesa hat den Antrag im Oktober eingereicht; Betrag und Zeitpunkt stehen noch unter Prüfung durch die US-Steuerbehörde. Obwohl der Beitrag dem EBITDA für das vierte Quartal zugerechnet werden soll, erwartet das Unternehmen den tatsächlichen Mittelzufluss erst im ersten Halbjahr 2027. Der operative Cashflow-Ausblick für 2026 bleibt bei einem Wachstum im einstelligen Prozentbereich.
Schuldenabbau und Analystenziele
Die Nettoverschuldung sank gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf 563,7 Millionen Euro. Der Verschuldungsgrad ging von 2,59 auf das 2,16-Fache zurück. Im September wurde Befesas Kreditrating auf BB+ angehoben. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen vorbehaltlich der abschließenden bilanziellen Beurteilung ein Ergebnis je Aktie von mehr als 2,90 Euro in Aussicht.
Am 29. Oktober setzte UBS das Kursziel von 50 auf 55 Euro herauf und bestätigte die Kaufempfehlung. Metzler hob sein Ziel von 45 auf 46 Euro an und blieb ebenfalls bei „Buy“. Zum Datenstand vom 29. Oktober um 10:42 Uhr notierte die Aktie bei 36,15 Euro und lag an diesem Tag 3,58 Prozent im Plus.
Analysten-Einordnung: Die verbesserten Quartalszahlen, der höhere operative Ausblick und der fortgesetzte Schuldenabbau sprechen für eine breitere Ergebnisstärke, nicht allein für einen kurzfristigen Fördereffekt. Zugleich ist der zusätzliche EBITDA-Beitrag aus den USA noch an die Prüfung des Antrags gebunden und bringt im laufenden Jahr keinen entsprechenden Zahlungsmittelzufluss. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend für die Nachhaltigkeit der Prognose bleibt, ob die Erholung im Aluminiumgeschäft und die Volumensteigerung im vierten Quartal auch ohne einmalige Förderung tragen.
Fazit & Ausblick
Befesa erwartet für das Schlussquartal steigende Volumina und eine fortgesetzte Erholung im Sekundäraluminiumgeschäft, sieht sich aber weiterhin mit höheren Kosten konfrontiert. Der nächste wichtige Prüfstein sind die vollständigen Jahreszahlen 2026: Sie werden zeigen, wie viel des höheren EBITDA-Ziels aus dem laufenden Geschäft stammt und wie sich die US-Förderung tatsächlich bilanziell und beim Cashflow auswirkt.
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