BASF Aktie: SPD schlägt NRW-Beteiligung an Evonik gegen Übernahme vor
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die NRW-SPD fordert, dass das Land eine Beteiligung an Evonik prüft, um gemeinsam mit der RAG-Stiftung mehr als 50 Prozent der Anteile zu halten.
- Die Sozialdemokraten wollen Evonik als eigenständigen Konzern mit Sitz und Arbeitsplätzen in Nordrhein-Westfalen sichern.
- BASF hat eine unverbindliche Ansprache für ein freiwilliges Übernahmeangebot an alle Evonik-Aktionäre bestätigt; Gespräche laufen derzeit nicht.
- Über den SPD-Antrag soll kommende Woche im NRW-Landtag beraten werden.
Marktanalyse & Details
SPD will Landesbeteiligung prüfen lassen
In der Debatte über das BASF-Interesse an Evonik bringt die oppositionelle SPD eine direkte Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen ins Spiel. Die Landesregierung soll prüfen, ob sie gemeinsam mit der RAG-Stiftung eine Mehrheit von „50 Prozent plus X“ am Chemiekonzern erreichen könnte. Die Stiftung hält nach Angaben von Evonik derzeit rund 43 Prozent der Aktien.
Der Antrag zielt zugleich auf den Erhalt der Eigenständigkeit Evoniks. Die SPD verlangt, dass Unternehmenszentrale, Beschäftigung und wichtige Entscheidungsfunktionen in Nordrhein-Westfalen bleiben. Sollte es dennoch zu einem Verkauf oder einer Übernahme kommen, fordert sie verbindliche Zusagen zu Arbeitsplätzen, Standorten und Investitionen.
BASF-Sondierung ist noch offen
Vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass BASF Evonik unverbindlich wegen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für sämtliche Aktien angesprochen hat. BASF erklärte, Fortgang und Ausgang der Sondierungen seien offen. Evonik zufolge finden derzeit keine Gespräche statt. Ein konkretes Angebot oder eine Einigung liegt damit bislang nicht vor.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist qua Amt Mitglied im Kuratorium der RAG-Stiftung. Die SPD verweist darauf, dass das Land dadurch Zugang zu den Beratungen über die Zukunft des Unternehmens hat.
Analysten-Einordnung: Der Vorstoß ist zunächst ein politischer Antrag und verändert die Eigentumsverhältnisse nicht unmittelbar. Sollte das Land eine Beteiligung ernsthaft verfolgen, könnte dies einen möglichen Übernahmeprozess jedoch politisch komplexer machen und zusätzliche Anforderungen an Beschäftigungs- und Standortgarantien stellen. Für BASF bedeutet die Entwicklung, dass neben den wirtschaftlichen Bedingungen auch die Interessen des Landes und der RAG-Stiftung eine wichtige Rolle spielen könnten.
Fazit & Ausblick
Der nächste konkrete Termin ist die Beratung des SPD-Antrags im NRW-Landtag in der kommenden Woche. Entscheidend für den weiteren Verlauf bleibt, ob BASF aus der unverbindlichen Ansprache ein konkretes Angebot entwickelt und wie die RAG-Stiftung sowie die Landespolitik darauf reagieren. Bislang ist der Ausgang der Sondierungen offen.
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