BASF Aktie: Höheres Evonik-Gebot hängt von Prüfung der Bücher ab
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- BASF soll nach Angaben aus informierten Kreisen ein höheres Angebot für Evonik erwägen – zunächst steht eine Prüfung der Unternehmensbücher im Raum.
- Der erste Vorstoß von 22,15 Euro je Evonik-Aktie wurde als zu niedrig zurückgewiesen; BASF soll bestehende Beschäftigungs- und Standortverträge einhalten wollen.
- Im nordrhein-westfälischen Landtag sprachen sich SPD und Landesregierung gegen eine Übernahme aus; die Landesregierung verweist auf mehr als 11.000 Evonik-Beschäftigte in NRW.
- Die BASF-Aktie notierte am 14. Oktober um 14:29 Uhr bei 52,40 Euro und lag 2,36 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Gebot bleibt unverbindlich und an Bedingungen geknüpft
BASF hält sich einem Bericht zufolge die Möglichkeit eines höheren Angebots für Evonik offen. Voraussetzung wäre zunächst Einblick in die Bücher des Spezialchemiekonzerns. Der erste Vorstoß soll bei 22,15 Euro je Aktie gelegen haben und wurde als zu niedrig abgelehnt. Einschließlich Schulden würde Evonik bei diesem Ansatz mit mehr als 14 Milliarden Euro bewertet.
Eine verbindliche Übernahmeofferte liegt den vorliegenden Angaben zufolge bislang nicht vor. Evonik hatte die Kontaktaufnahme als unverbindlich bezeichnet; Gespräche fanden demnach nicht statt. BASF erklärte, Ausgang und Fortgang der Sondierungen seien offen. Ein höheres Gebot ist damit eine Möglichkeit, aber keine beschlossene Transaktion.
Arbeitsplätze und Standorte werden zum politischen Streitpunkt
Aus Kreisen heißt es, BASF wolle bestehende Vereinbarungen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung bei Evonik vollständig einhalten. In Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen; der geplante Personalabbau soll auf freiwilliger Basis erfolgen. BASF würde zudem Evoniks Pläne zum Verkauf des Basischemiegeschäfts Oxeno und des Chemieparkbetreibers Syneqt prüfen.
Im Landtag von Nordrhein-Westfalen forderte die SPD verbindliche Beschäftigungs-, Standort- und Investitionsgarantien. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sprach sich im Namen der Landesregierung klar gegen die Übernahme aus. Sie verwies auf mehr als 11.000 Evonik-Beschäftigte in NRW und darauf, dass neben Produktionsstätten auch Forschung, Verwaltung und Konzernzentrale im Land bleiben sollten. Die CDU betonte, eine verbindliche Offerte liege nicht vor; die FDP stellte dagegen die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung stärker in den Vordergrund als die Eigenständigkeit des Unternehmens.
Analysten-Einordnung und Kurskontext
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass ein möglicher Zusammenschluss nicht allein am Kaufpreis hängt. Eine Prüfung der Bücher könnte BASF helfen, den Wert und die Risiken von Evonik genauer einzuschätzen; zugleich erhöhen politische Widerstände und die Bedeutung der NRW-Standorte die Anforderungen an mögliche Zusagen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Übernahmefantasie ist ein möglicher Kurstreiber, bleibt aber mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Eine höhere Offerte könnte den finanziellen Einsatz für BASF steigern, während erwartete strategische Vorteile erst nach einer konkreten Transaktion und deren Umsetzung greifbar würden.
Die BASF-Aktie lag am 14. Oktober um 14:29 Uhr bei 52,40 Euro und gewann 2,36 Prozent. Auch die Aussicht auf mögliche EU-Schutzmaßnahmen gegen Chemieimporte aus China rückte den Sektor vor dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in den Fokus. Die Tagesbewegung lässt sich daher nicht eindeutig allein den Evonik-Sondierungen zuordnen.
Fazit & Ausblick
Entscheidend sind nun ein möglicher Zugang zu Evoniks Büchern, die Reaktion der größten Anteilseignerin RAG-Stiftung und die Frage, ob BASF ein höheres, konkretes Angebot vorlegt. Ebenso offen bleibt, welche belastbaren Zusagen zu Beschäftigung und Standorten eine Transaktion begleiten würden. Der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag könnte außerdem Hinweise auf die handelspolitischen Rahmenbedingungen für die europäische Chemiebranche liefern.
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