BASF Aktie: Evonik weist Übernahmeofferte zurück und lehnt Verhandlungen ab

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Evonik lehnt das verbesserte Übernahmeangebot von BASF ab und will eigenständig bleiben.
  2. Der Evonik-Vorstand tritt nicht in Verhandlungen ein, bietet BASF aber einen informativen, vertraulichen Austausch an.
  3. Zuletzt standen Berichten zufolge 24 Euro je Evonik-Aktie beziehungsweise rund elf Milliarden Euro im Raum.
  4. BASF zeigt sich überrascht und nimmt Evoniks Gesprächsbereitschaft zur Kenntnis.

Marktanalyse & Details

Evonik blockt Übernahmegespräche zunächst ab

Der Vorstand von Evonik hat das Übernahmebegehren von BASF geprüft und entschieden, nicht in Verhandlungen einzutreten. Stattdessen will der Essener Spezialchemiekonzern seine strategische Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen fortsetzen. Zugleich ist Evonik zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch bereit, bei dem beide Seiten ihre Positionen erläutern können.

Damit ist die Tür für einen Dialog nicht vollständig geschlossen, eine Verhandlungszusage ist das Angebot zum Austausch jedoch nicht. BASF teilte mit, die Ablehnung zur Kenntnis zu nehmen und überrascht zu sein; die Gesprächsbereitschaft von Evonik werde ebenfalls registriert. Zuletzt standen nach vorliegenden Berichten 24 Euro je Aktie und ein Gesamtwert von rund elf Milliarden Euro im Raum. Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien und ist damit für die weitere Entwicklung ein wichtiger Anteilseigner.

Finanzielle Disziplin wird zum Prüfstein

BASF-Chef Markus Kamieth hatte einen Zusammenschluss zuvor als strategisch sinnvoll für beide Unternehmen und die europäische Chemiebranche bezeichnet. Zugleich betonte er, BASF werde eine Transaktion nur verfolgen, wenn sie wirtschaftlich für die eigenen Aktionäre sei und keinen überhöhten Preis zahlen.

Als finanziellen Hintergrund hat BASF nach einem starken dritten Quartal die Jahresprognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro angehoben. Das operative Ergebnis im dritten Quartal lag bei 1,64 Milliarden Euro. Diese Zahlen stärken den operativen Rückenwind, sagen für sich genommen aber noch nichts darüber aus, zu welchen Konditionen BASF einen Erwerb finanzieren könnte.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass BASF vorerst keine belastbare Verhandlungsbasis hat: Ein vertraulicher Informationsaustausch kann zwar Positionen klären, ersetzt aber keine Gespräche über Preis und Bedingungen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass sowohl ein Scheitern als auch eine spätere Wiederaufnahme des Übernahmeprozesses möglich bleibt. Entscheidend ist, ob BASF einen höheren Preis wirtschaftlich rechtfertigen kann. Eine teurere Transaktion könnte die Verschuldung erhöhen und den finanziellen Spielraum für andere Prioritäten, einschließlich der Dividende, begrenzen.

Die BASF-Aktie notierte am 30. Oktober um 10:54 Uhr bei 53,44 Euro und lag damit 0,62 Prozent im Plus. Die Tagesbewegung allein erlaubt jedoch keine verlässliche Aussage darüber, wie der Markt die Evonik-Entscheidung bewertet.

Fazit & Ausblick

Als nächster wichtiger Schritt gilt, ob BASF den angebotenen informativen Austausch aufnimmt und anschließend an der Offerte festhält, sie verändert oder das Vorhaben beendet. Für die BASF-Aktie bleiben damit neben der operativen Entwicklung vor allem Kaufpreis, Finanzierung und mögliche Folgen für die Kapitalallokation im Blick.

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