Barclays Aktie: Begrenzte Bankensteuer beruhigt Anleger in Großbritannien
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Großbritannien will den Bankenzuschlag für 15 Monate um drei Prozentpunkte auf 6 Prozent erhöhen.
- Anleger hatten eine stärkere Anhebung auf 8 Prozent befürchtet; britische Bankaktien legten daraufhin zu.
- Die Barclays-Aktie notierte am 28. Oktober um 14:35 Uhr bei Lang & Schwarz 2,52 Prozent im Plus bei 5,171 Euro.
- Barclays hatte im dritten Quartal den Nettogewinn gesteigert, die Erwartungen an Ertrag und Investmentbank aber verfehlt.
Marktanalyse & Details
Steuerentscheidung nimmt einen Teil der Unsicherheit
Die britische Regierung plant, den zusätzlichen Gewinnsteuersatz für Banken im Vereinigten Königreich um drei Prozentpunkte auf 6 Prozent anzuheben. Die Erhöhung soll nach der Ankündigung vom 28. Oktober jedoch auf 15 Monate begrenzt sein. Am Markt war zuvor teilweise mit einem Satz von 8 Prozent gerechnet worden. Die geringere und zeitlich befristete Belastung gab den Aktien britischer Banken Auftrieb.
Auch Barclays profitierte von der Erleichterung: Die Aktie lag am Nachmittag an der Lang & Schwarz Exchange 2,52 Prozent höher. Der Kursanstieg spiegelt zunächst die Reaktion auf die Steuerankündigung wider; daraus lässt sich noch keine Aussage über die längerfristige Ertragsentwicklung ableiten.
Quartalsergebnis liefert gemischten Hintergrund
Barclays hatte am 22. Oktober für das dritte Quartal einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von 1,65 Milliarden Pfund gemeldet, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamterträge stiegen um 3 Prozent auf rund 7,4 Milliarden Pfund. Dennoch blieben Ertrag und Vorsteuergewinn hinter den Analystenerwartungen zurück; besonders die Investmentbank enttäuschte bei den Erträgen. Zusätzlich kündigte das Management einen Aktienrückkauf über 500 Millionen Pfund an.
Analysten-Einordnung: Die Befristung auf 15 Monate und der Satz von 6 statt der befürchteten 8 Prozent reduzieren das kurzfristige politische Risiko für britische Banken. Die Zusatzsteuer bleibt jedoch eine Belastung und kann die Gewinne schmälern; wie stark Barclays betroffen ist, lässt sich aus der Ankündigung allein nicht beziffern. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eine geringere Belastung als befürchtet, nicht aber den Wegfall des Steuerrisikos. Der jüngste Kursanstieg steht zudem neben dem gemischten Quartalsbild, insbesondere der verfehlten Ertragserwartung im Investmentbanking.
Fazit & Ausblick
Für Barclays rücken nun die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der Steuerregelung in den Fokus. Zugleich muss die Bank zeigen, dass sie ihre bestätigten Ziele für 2026 erreicht: eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von mehr als 12 Prozent und Gesamterträge von rund 31,5 Milliarden Pfund. Die angekündigte Steuerentlastung gegenüber dem befürchteten Szenario kann die Stimmung stützen, ersetzt aber keine Verbesserung bei den Erträgen der Investmentbank.
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