AT&S Austria Techn. Aktie: Rekordquartal treibt Umsatz und Gewinn, Ausblick bestätigt

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Das Wichtigste in Kürze

  1. AT&S steigerte den Umsatz im zweiten Quartal 2026/27 währungsbereinigt um 52 Prozent auf 682 Millionen Euro.
  2. Das EBITDA erreichte 244 Millionen Euro, die Marge lag bei 35,8 Prozent; der Quartalsgewinn betrug 125 Millionen Euro.
  3. Für das Geschäftsjahr 2026/27 hält das Unternehmen an 45 bis 55 Prozent währungsbereinigtem Umsatzwachstum und einer EBITDA-Marge von 32 bis 37 Prozent fest.
  4. Der operative Free Cashflow war im ersten Halbjahr mit 11 Millionen Euro negativ, während AT&S hohe Investitionen und den Kapazitätsausbau fortsetzt.

Marktanalyse & Details

Rekordumsatz und kräftiger Ergebnissprung

AT&S erzielte im zweiten Quartal den höchsten Umsatz seiner Unternehmensgeschichte. Die Erlöse stiegen auf 681,9 Millionen Euro, nach 447,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Neben der höheren Auslastung trugen neu angelaufene Kapazitäten zum Wachstum bei. Das EBITDA erhöhte sich nominal um 134 Prozent auf 244 Millionen Euro; währungsbereinigt betrug das Plus 152 Prozent. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 23,3 auf 35,8 Prozent.

Das EBIT lag bei 153 Millionen Euro, verglichen mit 16,3 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von 125,4 Millionen Euro, nachdem AT&S im Vergleichsquartal einen Verlust von 7,6 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Das Ergebnis je Aktie drehte von minus 0,31 auf 3,05 Euro.

Halbjahr: starkes Ergebnis, aber schwächerer operativer Cashflow

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres stieg der Umsatz währungsbereinigt um 46 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Das EBITDA legte auf 409 Millionen Euro zu, die Marge erreichte 33,2 Prozent. Nach einem ausgeglichenen EBIT im Vorjahreszeitraum erzielte AT&S nun 226,4 Millionen Euro. Der Konzerngewinn betrug 166,2 Millionen Euro; im Vorjahr hatte ein Verlust von 63,5 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Der operative Cashflow sank zugleich auf 100,4 Millionen Euro, nach 209,4 Millionen Euro. Als Gründe nennt das Unternehmen den höheren Working-Capital-Bedarf infolge des Wachstums, zusätzliche Sicherheitsbestände und ein reduziertes Factoring-Programm. Der operative Free Cashflow lag bei minus 11 Millionen Euro. Bei unverändertem Factoring-Umfang gegenüber dem Vorjahr hätte er laut Unternehmen rund 120 Millionen Euro erreicht. Das zeigt, dass die Ergebnisverbesserung bislang nicht im gleichen Maß in frei verfügbare Mittel übergeht.

Investitionen, Finanzierung und Nachfrage

AT&S plant für das Geschäftsjahr Investitionen von rund 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro und erwartet dennoch einen positiven operativen Free Cashflow. Für den Ausbau in Kulim sind auf Basis langfristiger Kundenvereinbarungen zusätzliche Investitionen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro vorgesehen. Die Kapazitäten sollen die Nachfrage nach IC-Substraten und Packaging-Lösungen bedienen; weitere Projekte betreffen unter anderem KI- und Cloud-Infrastruktur.

Auch die Finanzierung wurde neu geordnet: Die Hybridanleihe von 2022 mit einem Nominalvolumen von 350 Millionen Euro zahlte AT&S am 22. Oktober zurück. Der Kupon des neuen Finanzierungsinstruments liegt nach Unternehmensangaben rund 50 Prozent unter dem der alten Anleihe. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September auf 827 Millionen Euro; das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich auf 2,0.

Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen, dass AT&S die steigende Nachfrage derzeit nicht nur in mehr Umsatz, sondern auch in deutlich höhere operative Margen umsetzt. Entscheidend wird sein, ob die neuen Kapazitäten planmäßig hochlaufen und die hohe Investitionstätigkeit mittelfristig ausreichende Mittelzuflüsse erzeugt. Der negative Free Cashflow im Halbjahr ist angesichts des Working-Capital-Aufbaus und der Investitionen ein wichtiger Prüfpunkt, auch wenn das Unternehmen für das Gesamtjahr eine positive Entwicklung erwartet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die bestätigte Prognose stützt die Wachstumserzählung, lässt aber die Umsetzung und den Kapitalbedarf als zentrale Risiken bestehen.

Die AT&S-Aktie notierte am 5. November um 07:11 Uhr bei 134,60 Euro und damit im Tagesvergleich unverändert. Seit Jahresbeginn lag sie zu diesem Zeitpunkt 318,01 Prozent im Plus. Nach einer solchen starken Entwicklung dürfte die Messlatte für weitere positive Überraschungen hoch liegen; die Kursentwicklung allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Aktie angemessen bewertet ist.

Fazit & Ausblick

AT&S bestätigt für 2026/27 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 45 bis 55 Prozent und eine EBITDA-Marge von 32 bis 37 Prozent. Rückenwind liefern die hohe Nachfrage und der Ausbau neuer Kapazitäten, insbesondere in Kulim. Im weiteren Jahresverlauf kommt es darauf an, ob die zusätzlichen Anlagen wie geplant zum Umsatz beitragen und sich das starke Ergebnis auch in einem positiven operativen Free Cashflow niederschlägt. Die Prognose setzt zudem voraus, dass sich die geopolitische Lage und die Versorgung mit bestimmten Materialien nicht wesentlich verschlechtern.

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