ASML-Aktie: BofA nennt jüngsten Ausverkauf nicht gerechtfertigt und bestätigt Kursziel von 2.452 Euro
Kurzüberblick
- Bank of America bestätigt für ASML die Kaufempfehlung und ein Kursziel von 2.452 Euro.
- Mit 20,3-fachen erwarteten Gewinnen für 2027 wird ASML deutlich unter dem historischen Median von 28,0 bewertet.
- BofA erwartet bei ASML ein Umsatzwachstum von 27 Prozent und ein Gewinnwachstum von 39 Prozent pro Jahr.
- Die Lithografie-Intensität soll 2026 auf rund 26 Prozent steigen, vor allem durch die EUV-Nachfrage in der DRAM-Fertigung.
Marktanalyse & Details
Bewertungsabschlag trotz starkem Ausblick
Die Bank of America hält die jüngste Underperformance der ASML-Aktie für nicht gerechtfertigt und führt den Titel weiterhin als bevorzugte Anlage im Halbleiterausrüstersektor. Nach Einschätzung der Analysten wird ASML derzeit mit einem Abschlag von 7,7 Bewertungsmultiplikatoren gegenüber dem historischen EV/EBIT-Niveau gehandelt. Auf Basis der für 2027 erwarteten Gewinne liegt das KGV bei 20,3, während der historische Median 28,0 beträgt.
Auch gegenüber globalen Wettbewerbern ergibt sich laut BofA ein Bewertungsabschlag von 1,6 Multiplikatoren. Bei großen US-Konkurrenten liegen die aktuellen Bewertungen dagegen 6,1 bis 7,0 Multiplikatoren über ihren jeweiligen historischen Durchschnittswerten. Die gleichzeitige Abwertung von ASML und Aufwertung anderer Branchenwerte habe die deutliche relative Schwäche der Aktie im vergangenen Jahr maßgeblich verstärkt.
Bei einem zuletzt gemeldeten Kurs von 1.469,60 Euro und dem bestätigten Kursziel von 2.452 Euro ergibt sich rechnerisch ein Aufwärtspotenzial von rund 67 Prozent. Die Aktie liegt trotz der jüngsten relativen Schwäche seit Jahresbeginn noch 59,39 Prozent im Plus.
Umsatz, Gewinn und Margen als zentrale Kurstreiber
BofA rechnet bei ASML mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 27 Prozent. Damit würde das Unternehmen den zweithöchsten Wert unter den großen Ausrüstern für die Halbleiterindustrie erreichen; der Branchendurchschnitt liegt bei 22 Prozent. Beim Gewinnwachstum sehen die Analysten ASML mit 39 Prozent an der Spitze, verglichen mit durchschnittlich 33 Prozent bei den Wettbewerbern.
- Erwarteter Bruttomargenzuwachs über drei Jahre: 4,6 Prozentpunkte.
- Als Treiber gelten ein höherwertiger Produktmix und steigende Software-Umsätze.
- Zusätzliche Preisvorteile könnten die Profitabilität künftig weiter erhöhen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Kaufthese nicht allein auf einer möglichen Neubewertung beruht. Entscheidend ist vielmehr, ob ASML das erwartete Gewinnwachstum und die Margensteigerung tatsächlich liefern kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Bewertungsabschlag attraktiv wirken kann, die Aktie aber weiterhin stark von Investitionszyklen der Chipindustrie und den langfristigen Prognosen abhängt.
EUV-Nachfrage stützt Lithografie-Intensität
Ein häufig genanntes Gegenargument ist eine mögliche sinkende Bedeutung der Lithografie innerhalb der gesamten Ausgaben für Anlagen zur Waferfertigung. BofA widerspricht dieser Einschätzung: Selbst bei Investitionen der Branche von 160 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 würde ASMLs erwartetes Umsatzwachstum von 41 Prozent einer Lithografie-Intensität von etwa 26 Prozent entsprechen. 2025 lag dieser Wert bei 24,6 Prozent.
Die Analysten führen den Anstieg vor allem auf die schnellere Einführung von EUV-Technologie in der DRAM-Fertigung und auf eine höhere Zahl von Lithografieebenen zurück. Diese Faktoren könnten die stagnierende EUV-Nachfrage im Logikchipbereich, die schwächere Nachfrage aus China und ASMLs begrenztes Engagement bei Advanced Packaging mehr als ausgleichen.
Risiken bleiben für die Neubewertung relevant
Als mögliche Gründe für den Bewertungsabschlag nennt BofA europäische Indexflüsse, strengere Exportkontrollen, aufkommende Wettbewerber in China und anderen Regionen sowie Sorgen über Kapazitätsengpässe. Bei den Kapazitätsbedenken argumentiert die Bank, dass produktivere Anlagen zugleich höhere durchschnittliche Verkaufspreise und bessere Margen ermöglichen können.
Fazit & Ausblick
Die weitere Entwicklung der ASML-Aktie hängt nun vor allem davon ab, ob sich die erwartete EUV-Dynamik, das Umsatzwachstum und die Margenausweitung in den kommenden Quartalszahlen bestätigen. Anleger sollten zudem den Auftragseingang, die Nachfrage aus China, neue Exportauflagen und Aussagen zur Produktionskapazität beobachten. Das Kursziel von 2.452 Euro spiegelt eine klar positive Analystensicht wider, ist jedoch von der Realisierung der über dem Konsens liegenden Gewinnschätzungen abhängig.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.