Applied Materials hebt Systemprognose an: Chipausrüster erwarten starken WFE-Zyklus
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Applied Materials hat seine Prognose für das Systemgeschäft 2026 zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben und peilt nun rund 40 Prozent Wachstum an.
- Branchenprognosen sehen den Markt für Wafer-Fertigungsanlagen 2026 über 150 Milliarden US-Dollar und 2027 sowie 2028 noch größer.
- Der Ausrüster Ichor Holdings könnte als Zulieferer von Applied Materials und Lam Research von steigenden Anlagenbestellungen profitieren.
- Die Applied-Materials-Aktie notiert am 24. September bei 405,90 Euro und liegt im Tagesverlauf 2,4 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn steht sie 81,77 Prozent höher.
Marktanalyse & Details
Prognose signalisiert kräftige Nachfrage
Applied Materials erwartet für 2026 inzwischen ein Wachstum seines Systemgeschäfts von annähernd 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es ist die dritte Anhebung der Prognose im laufenden Jahr. Auch Lam Research bekräftigte einen Wafer-Fertigungsanlagenmarkt von mehr als 150 Milliarden US-Dollar für 2026. Bis Ende 2027 sollen zudem acht bis zehn neue Fertigungsstätten großer Kunden anlaufen.
Eine Branchenanalyse hält für die weltweiten Ausgaben für Wafer-Fertigungsanlagen 200 Milliarden US-Dollar 2027 und 230 Milliarden US-Dollar 2028 für möglich. Diese Werte sind Prognosen, keine bestätigten Investitionssummen. Für die beiden Jahre werden außerdem Systemwachstumsraten von mehr als 35 beziehungsweise mehr als 15 Prozent erwartet.
Impulse für die Zulieferkette – mit Einschränkungen
Ein möglicher Nachfrageanstieg wäre auch für Ichor Holdings relevant: Applied Materials und Lam Research zählen zu den größten Kunden des Komponentenherstellers. Dessen Analystenthese setzt auf steigende Umsätze und höhere Bruttomargen, falls Anlagenvolumen skaliert und Lieferengpässe nachlassen. Engpässe bei Durchflussreglern waren zuletzt ein Hindernis; mehr Eigenfertigung könnte laut dieser Einschätzung zugleich den Wertanteil je Anlage und die Marge erhöhen.
Analysten-Einordnung: Die wiederholte Anhebung der Systemprognose stützt die Annahme, dass Investitionen in führende Fertigungstechnologien und Speicherchips den Ausrüstern Rückenwind geben. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keine sichere Umsatzsteigerung bei Applied Materials: Die genannten Marktgrößen und Wachstumsraten sind Ausblicke, und die tatsächlichen Bestellungen hängen von Investitionsentscheidungen der Chiphersteller ab. Höhere Zinsen und zunehmende Rezessionssorgen bleiben mögliche Gegenkräfte.
Aktienkurs bleibt trotz Jahresplus schwankungsanfällig
Der Euro-Kurs von Applied Materials gab am 24. September bis 12:15 Uhr um 2,4 Prozent nach, liegt seit Jahresbeginn aber weiterhin 81,77 Prozent im Plus. Diese Kombination unterstreicht die starke bisherige Wertentwicklung, aber auch die kurzfristige Volatilität. Aus dem Tagesminus lässt sich kein direkter Zusammenhang mit den Branchenprognosen ableiten.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Branchenanker ist SEMICON West vom 12. bis 14. Oktober. Anleger dürften dabei auf Hinweise zu Investitionsplänen, Kapazitätsausbau und Lieferketten achten. Entscheidend für die weitere Entwicklung von Applied Materials bleibt, ob die prognostizierte Nachfrage in konkrete Kundenaufträge und ausgelieferte Systeme mündet.
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