Analysten stufen Workday-Aktie trotz starkem Q2 und 4-Mrd.-Dollar-Rückkauf ab
Kurzüberblick
- Workday übertraf im zweiten Quartal die Umsatz- und Gewinnprognosen und hob die Margenprognose für das Geschäftsjahr 2027 an.
- Freedom Broker senkte das Rating von Buy auf Hold, erhöhte das Kursziel jedoch von 180 auf 200 US-Dollar.
- Capital One stufte Workday von Overweight auf Equal-weight mit einem Kursziel von 219 US-Dollar herab.
- Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 4,0 Mrd. US-Dollar soll die Aktionärsrendite stärken.
Marktanalyse & Details
Workday übertrifft Erwartungen im Q2
Workday hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Markterwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 12,8 Prozent auf 2,649 Mrd. US-Dollar. Die Subskriptionserlöse legten um 13,9 Prozent auf 2,471 Mrd. US-Dollar zu und lagen damit leicht über der Prognose von 2,636 Mrd. US-Dollar beim Gesamtumsatz.
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 2,75 US-Dollar gegenüber erwarteten 2,61 US-Dollar
- GAAP-Gewinn je Aktie: 2,57 US-Dollar nach 0,84 US-Dollar im Vorjahr
- Prognose für den Subskriptionsumsatz im dritten Quartal: rund 2,515 Mrd. US-Dollar
- Prognose für die bereinigte operative Marge im dritten Quartal: rund 30,0 Prozent
Für das Gesamtjahr 2027 erwartet Workday nun Subskriptionserlöse von 9,94 bis 9,95 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von rund 13 Prozent entspricht. Die Prognose für die bereinigte operative Marge wurde auf 31,0 Prozent angehoben. Zudem rechnet das Unternehmen im kommenden Jahr mit einer Margenverbesserung von mindestens zwei Prozentpunkten.
Abstufungen trotz höherer Kursziele
Die positiven Quartalszahlen konnten die vorsichtigere Einschätzung zur kurzfristigen Wachstumsdynamik nicht verhindern. Freedom Broker reduzierte das Rating von Buy auf Hold, hob das Kursziel aber von 180 auf 200 US-Dollar an. Capital One nahm eine Abstufung von Overweight auf Equal-weight vor und setzte das Kursziel auf 219 US-Dollar.
Der Kern der Kritik betrifft die Bewertung: Nach Einschätzung von Freedom Broker preist der aktuelle Aktienkurs die bereits erzielten Fortschritte bei der Margenoptimierung weitgehend ein. Gleichzeitig seien kurzfristige Katalysatoren für eine deutliche Umsatzbeschleunigung begrenzt. Das Management selbst erwartet für das zweite Halbjahr 2027 und das Geschäftsjahr 2028 ein Subskriptionswachstum von etwa 11 Prozent.
KI-Potenzial trifft auf verzögerte Erträge
Workday profitiert von einem starken Interesse an agentenbasierten KI-Lösungen. Der jährlich wiederkehrende Umsatz aus KI-Angeboten überstieg 600 Mio. US-Dollar. Die finanziellen Erträge daraus entwickeln sich jedoch langsamer, weil sich viele Kunden noch in einer frühen Einführungsphase befinden und Workday den Absatz unter anderem durch sogenannte Flex Credits fördert.
Zusätzlichen Druck auf das Wachstumssignal erzeugt die Verschiebung der Buchungen hin zur bestehenden Kundenbasis. Das Wachstum des gesamten Subskriptions-Backlogs lag bei 8 Prozent im Jahresvergleich und deutet damit auf eine abflachende Dynamik bei künftigen Erlösen hin.
4-Mrd.-Dollar-Rückkauf stärkt den Kapitalrückfluss
Der Verwaltungsrat genehmigte am 27. August ein neues Rückkaufprogramm über bis zu 4,0 Mrd. US-Dollar für Aktien der Klasse A. Die Käufe können am freien Markt, auch über festgelegte Handelspläne, erfolgen. Zusammen mit dem starken freien Cashflow schafft das Programm eine zusätzliche Stütze für den Gewinn je Aktie.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt Workday derzeit stärker als Margen- und Cashflow-Story denn als kurzfristige Wachstumsstory bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die höhere Profitabilität und der Rückkauf zwar den Aktienwert unterstützen, eine nachhaltige Neubewertung aber wahrscheinlich eine erneute Beschleunigung der Subskriptionserlöse voraussetzt. Der Abstand zwischen den Kurszielen von 200 und 219 US-Dollar zeigt zugleich, dass die Analysten beim langfristigen Potenzial nicht einheitlich urteilen.
Fazit & Ausblick
Workday liefert ein solides Quartal mit höherem Gewinn, steigenden Margen und einer angehobenen Jahresprognose. Kurzfristig bleibt jedoch die Frage offen, ob KI-Investitionen und neue Buchungen das erwartete langsamere Subskriptionswachstum ausgleichen können. Anleger sollten deshalb insbesondere auf die Entwicklung des Backlogs, die Subskriptionserlöse im dritten Quartal und die tatsächliche Umsetzung des Rückkaufprogramms achten.
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