Analysten stufen DO&CO weiterhin auf BUY und erwarten starkes Airline-Catering – Kursziel 250 €
Kurzüberblick
Vor den Q4-Zahlen am 11. Juni rückt die DO&CO-Aktie erneut in den Fokus: Die Aktie notiert aktuell bei 183,20 € (+0,66% am Tag), bleibt aber im laufenden Jahr mit -11,07% klar im Minus. Treiber der Erwartungshaltung ist vor allem die weitere Entwicklung im Airline Catering, dem größten Geschäftsbereich des Unternehmens.
In einer aktualisierten Analystenstudie wird DO&CO weiterhin mit der Einstufung BUY bewertet und ein Kursziel von 250 € für die nächsten 12 Monate genannt. Die Schätzung geht im Schlussquartal von +11% Umsatzwachstum aus – bei zugleich stabiler Margenlage. Für Anleger entscheidend: Ob der Turnaround aus dem Sommer-Umfeld (Flugplanung, Treibstofflage, Passagierentwicklung) operativ tatsächlich in Ergebniswachstum übersetzt wird.
Marktanalyse & Details
Q4-Erwartungen: Wachstum bleibt der Kern, Margen sollen stabil bleiben
Für das vierte Quartal rechnen die Analysten mit folgenden Kerndaten:
- Umsatz: +11% auf 583 Mio. € (j/n-Jahresvergleich)
- Airline Catering: +13% auf ca. 503 Mio. € (rund 80% des Konzernumsatzes)
- International Event Catering: +7% auf 37 Mio. €, gestützt durch eine früher startende F1-Saison
- Restaurants, Lounges & Hotels: nahezu flach mit +1% auf 43 Mio. €
- EBIT: +11% auf 50 Mio. €; operative Marge stabil bei 8,5%
Für das Gesamtjahr wird daraus ein gruppenweiter Umsatz von 2.450 Mio. € (+7%) abgeleitet sowie ein EBIT von 213 Mio. € (+16%) – mit einer Margenverbesserung auf 8,7%.
Airline Catering als Wachstumsmotor: Istanbul-Volumen und Vertrags-Ramp-up
Die Analysten sehen Airline Catering als Hauptgrund, warum DO&CO trotz temporärer makrogetriebener Schwankungen liefern kann. Besonders genannt werden:
- Volumenwachstum am Istanbul-Standort
- Hochlauf kürzlich gewonnener Verträge (u. a. mit ANA oder Air Canada)
- ein künftig weniger stark vom FX-Effekt verzerrtes Bild als im vorausgegangenen Quartal
Operativ soll sich das in einer deutlich überproportionalen Ergebnisentwicklung zeigen: Für Airline Catering wird ein EBIT-Wachstum um +18% auf 42 Mio. € erwartet, bei einer Verbesserung der Marge um 0,4 Prozentpunkte auf 8,3%. Als Hebel gilt dabei vor allem operativer Leverage durch höhere Küchen-Auslastung.
Event Catering: Umsatz plus, Ergebnis weniger dynamisch
Auch im Bereich International Event Catering wird Wachstum erwartet – jedoch mit spürbaren Ergebnisgegensätzen: Die Analysten rechnen mit +7% Umsatzwachstum auf 37 Mio. €, gleichzeitig soll das EBIT auf 3,5 Mio. € zurückgehen, was einem Rückgang um 23% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Hintergrund ist ein Vergleich gegen eine im Vorjahr offenbar begünstigte Basis (u. a. durch Auflösungen von Rückstellungen), wodurch die diesjährige Ergebnismarge rechnerisch stärker belastet erscheint.
Nachfragebild bei Turkish Airlines: Konflikte dämpfen kurzfristig, struktureller Motor bleibt
Als wesentliche Nachfragekomponente wird die Entwicklung bei Turkish Airlines eingeordnet. Genannt werden:
- März: 7,2 Mio. Passagiere (+16% yoy)
- April: vor allem konfliktbedingt schwächer (Passagiere insgesamt -2,9% yoy)
- Mittlerer Osten: dort ein starker Rückgang von -56% bei den Passagieren
- ohne diese Region: Wachstum von ca. +3,5% – getrieben durch Long-Haul-Segmente mit strukturell höherem Catering-Wert pro Flug
Zusätzlich wird die strukturelle Entwicklung hervorgehoben: Die Flotte von Turkish Airlines soll im Jahresverlauf zulegen und bis zum Jahresende auf 560–570 Flugzeuge steigen (von 534). Für DO&CO bedeutet das: Selbst wenn die kurzfristige Flugplanung durch Krisenregionen aus dem Takt gerät, kann das Nachfragefundament über zusätzliche Kapazitäten und eigene Vertragspfeiler relativ stabil bleiben.
Analysten-Einordnung
Die Erwartung stabiler Margen bei gleichzeitigem Ergebniswachstum deutet darauf hin, dass DO&CO Kosten- und Auslastungsrisiken aktuell besser abfedern kann als in den quartalsweise stark verzerrten Vorperioden. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Der Fokus verschiebt sich von der Frage, ob Umsatzschwankungen passieren, hin zu der konkreten Umsetzung – also ob sich höhere Küchen-Auslastung und Vertrags-Hochläufe in EBIT-Verbesserungen übersetzen. Gleichzeitig bleibt das Chancen-Risiko-Profil zweigeteilt: Airline Catering stützt das Bild, während International Event Catering rechnerisch anfälliger für den Vergleich gegen außergewöhnlich günstige Vorjahreswerte wirkt.
Fazit & Ausblick
Mit Blick auf den 11. Juni wird entscheidend sein, ob DO&CO die angepeilte Kombination aus Umsatzwachstum und operativer Margenkontinuität bestätigt. Anleger sollten insbesondere auf die Entwicklung im Airline Catering (Auslastung, Volumen, Marge), die FX-Normalisierung sowie den Ausblick zur Passagierentwicklung achten. Sollten die erwarteten Stabilisierungseffekte beim europäischen Flugplan sowie die Nachfrage-Resilienz gegenüber Krisenregionen wie prognostiziert greifen, bleibt das positive Szenario plausibel.
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