Amgen hebt Jahresprognose nach starkem Q2: Umsatz 38,2–39,4 Mrd. Dollar, EPS 22,30–23,50

Amgen Inc.

Kurzüberblick

Der US-Biotechkonzern Amgen hat nach einem starken zweiten Quartal seine Prognose für das laufende Jahr erneut angehoben. Das Unternehmen erwartet für 2026 nun höhere Umsätze und einen deutlich verbesserten bereinigten Gewinn je Aktie. Die Anpassung wurde am Dienstagabend mit Blick auf die Entwicklung der wichtigsten Produkte und Wachstumstreiber bekanntgegeben.

Mit den Kursgewinnen auf Quartals- und Jahresbasis steht die Aktie trotz der üblichen Biotech-Volatilität weiter unter Beobachtung: Zuletzt notierte Amgen bei 339 EUR an der Lang & Schwarz Exchange, die Tagesbewegung lag bei +0,06%, die Performance seit Jahresbeginn bei +21,7%.

Marktanalyse & Details

Finanzkennzahlen: Q2 stark, Jahresbandbreite weiter nach oben

Im zweiten Quartal lieferte Amgen sowohl Umsatz als auch Ergebnis oberhalb der Erwartungen ab und nutzt den Schwung für eine größere Zielspanne. Besonders relevant für Anleger: Der bereinigte Gewinn je Aktie wird in die neue, höhere Jahresrundung eingeordnet.

  • Umsatz Q2: 10,1 Mrd. USD, plus 10% im Jahresvergleich
  • Bereinigter Gewinn je Aktie Q2: 6,29 USD (Konsens lag bei 5,62 USD)
  • Bereinigter Gewinn Q2: 3,4 Mrd. USD, plus 5%
  • Nettoergebnis je Aktie Q2: 4,37 USD, plus 65%
  • Umsatzprognose 2026: 38,2 bis 39,4 Mrd. USD (vorher: 37,1 bis 38,5)
  • Bereinigter EPS 2026: 22,30 bis 23,50 USD (vorher: 21,70 bis 23,10; 2025: 21,84)

Wachstumstreiber: Breites Produkt-Plus, Altmedikamente unter Druck

Der Konzern führt den Fortschritt vor allem auf mehrere Wachstumskatalysatoren zurück. Auffällig ist, dass das Wachstum nicht nur aus einem einzelnen Block kommt: Die sechs zentralen Wachstumstreiber wuchsen um 26% und trugen damit nahezu 70% zum Produktumsatz im Quartal bei.

  • Repatha: 953 Mio. USD Umsatz, plus 37%
  • Evenity: 714 Mio. USD Umsatz, plus 38%
  • Prolia: 759 Mio. USD Umsatz, minus 32%
  • Uplizna: 335 Mio. USD Umsatz, plus 90%
  • Tavneos: 150 Mio. USD Umsatz, plus 36%

Für Anleger ist diese Mischung zentral: Das starke Plus bei Repatha und Evenity kann Rückgänge im Altportfolio überkompensieren. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Prolia, dass Wettbewerb und Patentverlauf weiterhin konsequent gegen die Stabilität älterer Einnahmen arbeiten.

Pipeline und regulatorische Punkte: MariTide liefert Option, Tavneos bleibt Unsicherheitsfaktor

Amgen setzt zudem auf die nächste Wirkstoffwelle. Beim viel beachteten Abnehmprogramm MariTide laufen umfangreiche Phase-3-Studien; erste Ergebnisse werden erst im nächsten Jahr erwartet. Zugleich wurde ein anderer früher Kandidat im Bereich Adipositas in der Entwicklung eingestellt.

Auf der regulatorischen Seite bleibt Tavneos ein Risikoposten: Die zuständige US-Behörde hatte den Rückzug des Medikaments vorgeschlagen, auch die europäische Seite hatte Schritte zur Beendigung der Zulassung empfohlen. Amgen geht dagegen vor, fordert eine Anhörung und hat Unterlagen eingereicht, um das Nutzen-Risiko-Profil zu untermauern.

Cybersecurity im Hintergrund: Materialitätsbewertung, aber (vorerst) kein operativer Schaden

Zusätzlich wirkt ein im Juli bekannt gewordenes Cybersecurity-Ereignis nach. Amgen meldete zwar eine Materialitätsbewertung des Vorfalls, zugleich aber die Einschätzung, dass derzeit keine begründete Wahrscheinlichkeit für wesentliche Auswirkungen auf finanzielle Ergebnisse oder den operativen Betrieb vorliegt. Die Untersuchung bleibt jedoch im Gang, was die Bedeutung von Transparenz und Sicherheitsmaßnahmen unterstreicht.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Die erneute Anhebung der Jahresziele nach einem bereits starken zweiten Quartal deutet darauf hin, dass Amgen das Wachstum in mehreren Produktbereichen gleichzeitig stabilisiert. Für Anleger bedeutet das: Die operative Dynamik wirkt weniger zufällig und eher strukturell, weil Umsatztreiber und Gewinnentwicklung parallel laufen. Dennoch bleibt die Planbarkeit durch regulatorische Verfahren wie bei Tavneos sowie den intensiven Wettbewerb bei einzelnen Wirkstoffen eingeschränkt. Genau deshalb dürfte der Markt bei künftigen Meldungen besonders zwischen nachhaltiger Nachfrage nach Kernprodukten und möglichen regulatorischen Zeitsprüngen unterscheiden.

Fazit & Ausblick

Amgen untermauert mit der neuen Guidance den Expansionskurs: Umsatz und bereinigtes EPS sollen 2026 in der oberen Bandbreite weiter anziehen. Bis zum nächsten großen Datenmeilenstein dürften zwei Themen dominieren: die Entwicklung rund um Tavneos im regulatorischen Prozess und der Fortschritt der Phase-3-Programme bei MariTide, dessen erste Ergebnisse erst für das kommende Jahr erwartet werden. Für den Cashflow-Blick kommt zudem die Dividende für Q3 2026 hinzu: 2,52 USD je Aktie mit Auszahlung am 11. September 2026.

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