Amgen Aktie: Prognose steigt nach starkem Quartal – Biosimilar-Druck belastet
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Amgen hebt nach einem um acht Prozent gestiegenen Quartalsumsatz die Jahresprognose für Umsatz und bereinigten Gewinn je Aktie an.
- Repatha und Evenity wachsen kräftig; 17 Medikamente erzielen zweistellige Zuwächse.
- Bei Prolia und Xgeva drücken Biosimilar-Konkurrenten den Umsatz deutlich.
- Trotz übertroffener Erwartungen und höherer Prognose gerät die Aktie nachbörslich unter Druck.
Marktanalyse & Details
Umsatz und Gewinn über den Erwartungen
Amgen erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,4 Milliarden US-Dollar – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn stieg laut Unternehmensangaben um nahezu die Hälfte auf 3,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 6,45 Dollar, ein Plus von 14 Prozent; der GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 7,08 Dollar. Umsatz und bereinigtes Ergebnis übertrafen die vorliegenden Markterwartungen.
Neue Jahresprognose und starke Medikamente
Für 2026 erwartet Amgen nun einen Umsatz von 38,9 bis 39,7 Milliarden Dollar, nach zuvor 38,2 bis 39,4 Milliarden. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie steigt von 22,30 bis 23,50 auf 22,90 bis 23,70 Dollar. In der Mitte der neuen Umsatzspanne entspräche das einem Wachstum von rund sieben Prozent.
- Repatha-Umsatz: plus 37 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Dollar.
- Evenity-Umsatz: plus 39 Prozent auf 751 Millionen Dollar.
- Insgesamt verzeichneten 17 Medikamente zweistellige Wachstumsraten.
Biosimilar-Konkurrenz setzt etablierte Produkte unter Druck
Das Wachstum ist nicht gleichmäßig verteilt. Prolia erzielte im Quartal 632 Millionen Dollar Umsatz, 45 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch Xgeva verzeichnete einen Rückgang von 47 Prozent. Amgen führt die Belastung auf den globalen Wettbewerb durch Biosimilars zurück; bei Prolia wirkten neben geringeren Absatzmengen auch niedrigere Nettoverkaufspreise und Anpassungen bei geschätzten Umsatzabzügen mit.
Der freie Cashflow sank im Quartal auf 3,7 Milliarden Dollar nach 4,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Amgen verwies dabei auf Veränderungen beim Working Capital und darauf, dass im Vorjahresquartal der Zeitpunkt von Erstattungen und Zahlungseingängen begünstigend gewirkt hatte.
Analysten-Einordnung: Die angehobene Prognose und das breite Wachstum im Medikamentenportfolio sprechen für eine robuste Geschäftsentwicklung. Zugleich zeigen die Rückgänge bei Prolia und Xgeva, dass Biosimilar-Wettbewerb etablierte Umsatzträger rasch unter Druck setzen kann. Dies deutet darauf hin, dass Anleger neben den Wachstumstreibern auch auf die Fähigkeit Amgens achten dürften, solche Rückgänge mit neuen und wachsenden Produkten auszugleichen. Dass die Aktie trotz des Ergebnisübertreffens nachbörslich nachgab, passt zu dieser gemischten Bewertung.
Fazit & Ausblick
Amgen geht mit einer höheren Umsatz- und Gewinnprognose in den Jahresendspurt. Entscheidend wird sein, ob die dynamischen Verkäufe von Repatha, Evenity und weiteren Wachstumsprodukten den zunehmenden Preisdruck bei Biosimilar-exponierten Medikamenten weiter kompensieren. Einen konkreten Termin für die nächsten Quartalszahlen enthalten die vorliegenden Angaben nicht.
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