Amgen-Aktie: HSBC stuft von Buy auf Hold ab und senkt Kursziel auf 425 USD
Kurzüberblick
- HSBC stuft Amgen von Buy auf Hold herab und senkt das Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar.
- Die Bank sieht nach der starken Kursentwicklung nur noch begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial.
- Patentabläufe dürften das Wachstum auf niedrige einstellige Raten begrenzen; wichtige Pipeline-Treiber werden erst ab Ende 2027 erwartet.
- Amgens Olpasiran steht nach dem Fehlschlag von Novartis’ Pelacarsen unter erhöhtem Bewertungsdruck.
Marktanalyse & Details
HSBC nimmt nach der Rally Gewinne vorweg
HSBC hat die Amgen-Aktie von Buy auf Hold abgestuft und das Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar reduziert. Die Entscheidung folgt auf eine deutliche Neubewertung der Aktie, die laut HSBC von einer starken operativen Umsetzung und positiven Schätzungsrevisionen profitiert hat. Amgen schloss am Vortag bei 391,27 US-Dollar. Im europäischen Handel notierte die Aktie am 10. September 2026 um 09:38 Uhr bei 337,05 Euro und lag damit 0,63 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Kursanstieg von 21 Prozent.
Mit dem neuen Kursziel liegt HSBC nur noch begrenzt über dem jüngsten US-Schlusskurs. Die Analysten sehen die Aktie damit ungefähr auf einem fairen Bewertungsniveau und erwarten kurzfristig keinen ausreichenden zusätzlichen Kurstreiber.
Patentabläufe und Pipeline-Timing belasten den Ausblick
Die langfristige Einschätzung zu Amgen bleibt grundsätzlich intakt. HSBC traut dem Biotech-Konzern zu, den bevorstehenden Patentablauf bei wichtigen Medikamenten durch das Geschäft mit seltenen Erkrankungen, neue Produkte und ein wachsendes Biosimilar-Portfolio abzufedern. Gleichzeitig dürften anstehende Exklusivitätsverluste das Wachstum voraussichtlich auf niedrige einstellige Prozentraten begrenzen.
- MariTide: Der Wirkstoff gilt als wichtiger künftiger Werttreiber, doch sein Wettbewerbsprofil muss sich noch klarer zeigen.
- Olpasiran: Das Programm zur Senkung des Lipoprotein(a)-Spiegels ist nach dem negativen Pelacarsen-Ergebnis mit höheren Risiken behaftet.
- Imdelltra: Der Wirkstoff besitzt durch positive Phase-III-Daten zusätzliches kommerzielles Potenzial, dürfte den Bewertungsdruck aus Patentabläufen aber nicht sofort ausgleichen.
Positive Studiendaten treffen auf negatives Branchensignal
Amgen und AstraZeneca meldeten für die Phase-III-Studie DeLLphi-305 einen statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Vorteil beim Gesamtüberleben von Imdelltra in Kombination mit Imfinzi gegenüber Imfinzi allein. Auch progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate verbesserten sich bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Die Daten stärken die Position von Imdelltra und erweitern den möglichen Einsatz in eine frühere Behandlungslinie.
Dem steht das Scheitern von Novartis’ Pelacarsen in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon gegenüber. Obwohl der Wirkstoff den Lipoprotein(a)-Spiegel senkte, wurde der entscheidende Nachweis zur Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse nicht erbracht. Das Ergebnis belastet die zugrunde liegende Lp(a)-These und hat damit auch die Erwartungen an Amgens Olpasiran gedämpft.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt bei Amgen derzeit stärker auf die zeitliche Lücke zwischen aktuellen Wachstumstreibern und späteren Pipeline-Erfolgen achtet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die solide operative Umsetzung zwar stützt, aber allein keine weitere deutliche Bewertungsprämie rechtfertigt. Entscheidend wird sein, ob neue Produkte den Patentdruck tatsächlich schneller kompensieren können als bisher erwartet und ob Olpasiran trotz des Rückschlags bei Pelacarsen eine eigenständige Wirksamkeitsperspektive bietet.
Fazit & Ausblick
Die HSBC-Abstufung ist vor allem ein Bewertungs- und Timing-Signal, keine grundsätzliche Abkehr von Amgens langfristiger Strategie. Im Fokus stehen nun die Kommerzialisierung von Imdelltra, die klinische Differenzierung von MariTide und weitere Daten zu Olpasiran. Da wesentliche Pipeline-Werttreiber laut HSBC erst gegen Ende 2027 erwartet werden, dürfte die Aktie kurzfristig besonders empfindlich auf Nachrichten zu Patentabläufen, Studiendaten und Umsatzprognosen reagieren.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.