Amazon.com Aktie: Strommangel verzögert Einsatz von AWS-Nvidia-Servern
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Das Wichtigste in Kürze
- AWS soll Nvidia-Serverracks im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar vorzeitig annehmen, obwohl sie teils noch nicht einsatzbereit sind.
- Berichten zufolge fehlt in einzelnen Rechenzentren die nötige Stromkapazität; weitere Racks im Wert von etwa 3 Milliarden US-Dollar sollen monatlich eintreffen.
- Amazon plant für 2026 Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar und steht damit unter zusätzlichem Cashflow-Druck.
- Die Quartalszahlen am 29. Oktober sollen zeigen, ob AWS-Wachstum und Investitionspläne zusammenpassen.
Marktanalyse & Details
KI-Hardware trifft auf Grenzen bei der Stromversorgung
AWS sichert sich offenbar frühzeitig knappe Nvidia-Serverracks für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Interne E-Mails aus dem August sollen die geplante Annahme von Racks im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar an US-Standorten beschreiben. Weitere Lieferungen im Umfang von etwa 3 Milliarden US-Dollar pro Monat seien für absehbare Zeit vorgesehen.
Der Engpass liegt dem Bericht zufolge teilweise nicht bei der verfügbaren Stellfläche, sondern bei der Stromversorgung: In einzelnen Einrichtungen könne vorhandene Hardware noch nicht eingeschaltet werden. Die Racks würden deshalb vorübergehend in Lagern nahe den Einsatzorten aufbewahrt. Amazon erklärte, die Zwischenlagerung fertiger Hardware in der Nähe von Standorten sei gängige Praxis. Das Unternehmen verwies auf seine Infrastruktur- und Anlagenverwaltung und bestritt, dass es grundsätzlich keinen Plan für die Verlagerung der Racks in Rechenzentren gebe.
Hohe Investitionen belasten die freie Liquidität
Amazon erwartet für 2026 Investitionsausgaben von rund 220 Milliarden US-Dollar, nach zuvor etwa 200 Milliarden. Als Grund für die höhere Planung wurden unter anderem gestiegene Speicherkosten genannt. Der rollierende freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate lag zuletzt bei minus 7,6 Milliarden US-Dollar, nachdem er zuvor noch einen Zufluss von 18,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen hatte.
Für die am 29. Oktober nach Börsenschluss erwarteten Zahlen zum dritten Quartal rechnen Analysten im Konsens mit einem Umsatz von 202,24 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,96 US-Dollar. Für AWS werden Erlöse von 45,66 Milliarden US-Dollar und ein Wachstum von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erwartet. Dabei handelt es sich um Markterwartungen, nicht um von Amazon bestätigte Ergebnisse.
Analysten-Einordnung: Die frühe Sicherung knapper KI-Hardware kann AWS helfen, Kapazität für erwartete Nachfrage aufzubauen. Wenn Server jedoch mangels Stromversorgung längere Zeit ungenutzt bleiben, fließt Kapital ab, bevor daraus Cloud-Umsätze entstehen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem AWS-Wachstum vor allem die Umsetzungsdauer der Investitionen und die Entwicklung des freien Cashflows entscheidend sind. Ein starkes Umsatzsignal allein würde den hohen Kapitaleinsatz noch nicht vollständig rechtfertigen.
Fazit & Ausblick
Am 29. Oktober richtet sich der Blick auf AWS-Wachstum, Investitionsausgaben und Cashflow. Wichtig wird auch, ob Amazon seine Prognose von rund 220 Milliarden US-Dollar an Investitionen für 2026 bestätigt und erläutert, wie schnell zusätzliche Rechenzentrumskapazität tatsächlich in Betrieb gehen kann.
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