Amazon.com Aktie: AWS wächst 39 Prozent, doch Kerngeschäft und KI-Ausgaben belasten
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- AWS steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 39,3 Prozent auf 46,0 Milliarden US-Dollar.
- Das operative Ergebnis der Cloud-Sparte stieg um 55 Prozent auf 17,8 Milliarden US-Dollar.
- Onlinehandel und Werbung wuchsen mit 2 beziehungsweise 11 Prozent deutlich langsamer.
- Amazon hielt an geplanten Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr fest; die Aktie verlor im späten Handel 7 Prozent.
Marktanalyse & Details
AWS beschleunigt, Kerngeschäft schwächelt
Amazon Web Services erzielte im dritten Quartal 46,0 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das entspricht einem Plus von 39,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum und dem stärksten Wachstum seit knapp fünf Jahren. Damit beschleunigte sich das Wachstum bereits im sechsten Quartal in Folge. Auf Jahresbasis hochgerechnet kommt AWS auf einen Umsatz von rund 184 Milliarden US-Dollar.
Auch die Profitabilität legte zu: Das operative Ergebnis der Cloud-Sparte erhöhte sich um 55 Prozent auf 17,8 Milliarden US-Dollar. Neben der starken Nachfrage nach Cloud-Kapazität rückt Amazons eigene Chipstrategie in den Fokus. Die begrenzte Fertigungskapazität bei TSMC war ein Faktor für AWS’ Entscheidung, eigene KI-Chips auch an Kunden zu verkaufen.
Onlinehandel und Werbung unter Druck
Die Stärke von AWS stand einem langsameren Wachstum in Amazons traditionellen Geschäftsbereichen gegenüber. Die Umsätze der Online-Shops legten lediglich um 2 Prozent zu – ein Tempo, das Amazon seit mehr als drei Jahren nicht mehr verzeichnet hatte. Das Werbegeschäft wuchs um 11 Prozent und damit so langsam wie seit der separaten Ausweisung dieser Sparte im Jahr 2022 nicht mehr.
Der Vergleich wurde durch den verschobenen Prime Day beeinflusst: Im Vorjahr fiel das Shopping-Event ins dritte Quartal, 2026 dagegen ins zweite. Die Erwartungen waren laut den vorliegenden Angaben bereits um diesen Effekt bereinigt, dennoch blieben die Ergebnisse hinter den Prognosen zurück.
Hohe Investitionen verschärfen die Abwägung
Amazon bekräftigte für das laufende Jahr Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar. Der Ausbau von KI-Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten soll das Wachstum von AWS unterstützen, bindet aber zugleich erhebliche Mittel. Im späten Handel fiel die Aktie nach den Ergebnissen um 7 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Anleger nicht allein das Wachstum der Cloud-Sparte bewerten, sondern zunehmend auf die Rendite der hohen KI-Ausgaben und die Entwicklung des Kerngeschäfts achten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: AWS liefert starke Wachstums- und Ergebnisbeiträge, doch die nachlassende Dynamik bei Onlinehandel und Werbung macht es wichtiger, dass die Investitionen in zusätzliche Kapazität tatsächlich in profitables Wachstum münden.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt der nächsten Quartale stehen die weitere Entwicklung von AWS und die Frage, wie schnell Amazon seine KI-Investitionen wirtschaftlich nutzen kann. Zugleich bleibt zu beobachten, ob sich das Wachstum bei Onlinehandel und Werbung stabilisiert. Die bestätigte Investitionsplanung zeigt, dass Amazon den Ausbau der Infrastruktur trotz der schwächeren Dynamik in Teilen des Kerngeschäfts fortsetzt.
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