Amazon verschärft Streit mit Perplexity: Comet soll Kundenzugang genutzt haben
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Amazon hat am 22. September eine geänderte Klageschrift gegen Perplexity im Streit um den KI-Browser Comet eingereicht.
- Amazon behauptet, dass bei Einkäufen von iOS-Nutzern Perplexitys eigene Computer mit den Zugangsdaten der Kunden bei Amazon angemeldet gewesen seien.
- Perplexity erklärte in Berufungsschriften vom 1. April und 6. Mai, kein Perplexity-Computer habe direkten Zugriff auf einen Amazon-Computer.
- Der Rechtsstreit verschärft den Wettbewerb um KI-Einkaufsagenten, nachdem Amazon auch Metas Muse vom Einkauf auf seiner Plattform ausgeschlossen hat.
Marktanalyse & Details
Vorwurf im laufenden Rechtsstreit
Amazon hat seine Beschwerde gegen Perplexity im Verfahren um den KI-Browser Comet ergänzt. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Comet bei Einkäufen über iPhones nicht lediglich im Auftrag der Nutzer gehandelt habe. Vielmehr sollen Perplexitys eigene Rechner mit den Zugangsdaten der Kunden bei Amazon eingeloggt gewesen sein.
Damit geht es nicht nur um die Frage, ob ein automatisierter Assistent Produkte suchen und Bestellungen auslösen darf. Entscheidend sind auch der Umgang mit Kundenzugangsdaten, die Einhaltung von Plattformregeln sowie die Kontrolle über die technische Schnittstelle zwischen Käufer und Händler. Die Vorwürfe sind Teil eines laufenden Verfahrens und stellen keine gerichtliche Feststellung dar.
Perplexity weist direkten Zugriff zurück
Perplexity hat in Schriftsätzen an das zuständige Berufungsgericht erklärt, kein Computer des Unternehmens habe jemals direkten Zugriff auf einen Amazon-Computer gehabt. Diese Aussage steht im Zentrum der rechtlichen Auseinandersetzung: Während Amazon offenbar eine unzulässige technische oder organisatorische Einbindung seiner Systeme geltend macht, bestreitet Perplexity den behaupteten direkten Zugriff.
Der Fall fällt in eine Phase, in der KI-Agenten vom experimentellen Werkzeug zur Einkaufsoberfläche werden. Amazon blockierte zuletzt Metas Muse für Einkäufe auf seiner Website. Shopify schlug dagegen einen kooperativen Weg ein und kündigte eine Integration seiner Bezahllösung für agentengestützte Bestellungen an.
Analysten-Einordnung
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Amazon den Streit mit Perplexity als strategische Frage der Kundenbeziehung und nicht bloß als technischen Einzelfall behandelt. Wenn persönliche KI-Agenten künftig Produkte auswählen, Preise vergleichen und Bestellungen auslösen, könnte sich die Macht über Sichtbarkeit, Empfehlungslogik und Werbeplatzierungen teilweise von den Handelsplattformen zu den Agenten verschieben.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass kurzfristig vor allem Rechts- und Reputationsrisiken im Vordergrund stehen, langfristig aber die Architektur des Onlinehandels betroffen sein könnte. Amazon versucht mit der Abwehr externer Agenten, den direkten Zugang zu Kunden, Transaktionsdaten und seinem eigenen Einkaufserlebnis zu sichern. Gleichzeitig muss das Unternehmen verhindern, dass restriktive Regeln Nutzer zu offeneren Plattformen oder konkurrierenden Assistenten treiben.
Die Amazon-Aktie notierte am 22. September 2026 bei 226,45 Euro und lag damit 0,51 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn ergibt sich nach den vorliegenden Marktdaten ein Anstieg von 14,98 Prozent. Die moderate Tagesbewegung lässt keinen eindeutigen Rückschluss darauf zu, dass der Rechtsstreit den Kurs maßgeblich beeinflusst.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Schritt sind weitere Schriftsätze und mögliche gerichtliche Entscheidungen zur technischen Nutzung von Amazon-Konten durch Comet. Für Amazon bleibt entscheidend, ob das Unternehmen den Zugang externer Agenten wirksam begrenzen kann, ohne beim Wandel zum agentengesteuerten Einkauf Marktanteile und Nutzerkomfort zu verlieren. Anleger sollten neben dem Verfahren auch beobachten, ob Amazon eigene Einkaufsagenten ausbaut oder künftig ausgewählte Partnerschaften zulässt.
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