Alzchem Aktie: Q3-Gewinn sinkt, Jahresprognose bleibt bestätigt
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Alzchem steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 4 Prozent auf 443,8 Millionen Euro.
- Im dritten Quartal sank der Nettogewinn auf 13,5 Millionen Euro; der Umsatz verfehlte die Schätzung knapp.
- Die Jahresziele von rund 600 Millionen Euro Umsatz und 126 Millionen Euro EBITDA bleiben bestehen.
- Die Aktie verlor im frühen Handel auf Tradegate zeitweise 5,2 Prozent.
Marktanalyse & Details
Quartal schwächer als erwartet
Alzchem setzte im dritten Quartal 139,9 Millionen Euro um, nach gut 137 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit blieb der Spezialchemiekonzern knapp unter der Umsatzschätzung von 141,8 Millionen Euro. Das EBITDA sank von 29,7 auf 28,7 Millionen Euro, die Marge gab um 1,2 Prozentpunkte auf 20,5 Prozent nach. Der Quartalsgewinn verringerte sich von 16,3 auf 13,5 Millionen Euro.
Neun Monate zeigen ein anderes Bild
Über die ersten neun Monate legte der Umsatz um 4 Prozent auf 443,8 Millionen Euro zu. Das EBITDA wuchs um 8 Prozent auf 93,2 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 20,3 auf 21,0 Prozent. Das Periodenergebnis stieg von 46,8 auf 48,4 Millionen Euro. Höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie Anlaufaufwendungen für neue Kapazitäten belasteten, wurden im Neunmonatsergebnis aber offenbar durch die Entwicklung im margenstarken Spezialchemiegeschäft mehr als ausgeglichen.
- Specialty Chemicals: Umsatz plus 11 Prozent auf 312,7 Millionen Euro; EBITDA plus 17 Prozent auf 91,5 Millionen Euro.
- Basics & Intermediates: Umsatz sank auf 109,5 Millionen Euro, EBITDA auf 2,0 Millionen Euro; im dritten Quartal war das Segment nach den Belastungen der Ofensanierung wieder EBITDA-positiv.
Analysten-Einordnung: Das schwächere Quartal und die verfehlte Umsatzschätzung erklären den unmittelbaren Druck auf die Aktie, während die Neunmonatszahlen eine verbesserte Konzernprofitabilität zeigen. Dies deutet darauf hin, dass sich das Wachstum derzeit stark auf Specialty Chemicals konzentriert und die Schwäche bei Basics & Intermediates die Gesamtentwicklung begrenzt. Für Anleger bedeutet die bestätigte Prognose, dass Alzchem im Schlussquartal weiterhin deutliche Beiträge liefern muss; zugleich sollen erste Verkäufe aus den neuen Guanidinnitrat- und Nitroguanidin-Kapazitäten noch 2026 anlaufen.
Kapazitätsausbau als Wachstumstreiber
Alzchem treibt den Ausbau der Produktionskapazitäten für Guanidinnitrat und Nitroguanidin in Deutschland voran. Für die USA konkretisiert das Unternehmen seine Pläne für eine Nitroguanidin-Produktion in South Carolina; unter anderem stehen technische und finanzielle Vereinbarungen noch aus. Der rund 120 Millionen Euro teure Ausbau der Kreatin-Kapazitäten liegt laut Unternehmen im Plan. Die neue Anlage soll ab der zweiten Jahreshälfte 2027 schrittweise in Betrieb gehen.
Im frühen Handel verlor die Aktie auf Tradegate zeitweise 5,2 Prozent. An der Lang & Schwarz Exchange lag der Kurs um 08:23 Uhr bei 155,80 Euro und damit 3,35 Prozent unter dem Vortagesschluss; die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Handelsplätze.
Fazit & Ausblick
Der Vorstand hält für 2026 an rund 600 Millionen Euro Umsatz, etwa 126 Millionen Euro EBITDA und einer EBITDA-Marge von ungefähr 21 Prozent fest. Entscheidend wird, ob die Nachfrage im Schlussquartal die schwächere Quartalsentwicklung auffängt und die neuen deutschen Anlagen wie geplant erste Umsätze beisteuern. Der nächste wichtige Prüfpunkt sind die vollständigen Jahreszahlen 2026.
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