Alzchem Aktie: Kursrutsch nach Quartalszahlen, Analysten senken Kursziele
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Alzchem-Aktie verliert am 30. Oktober zeitweise deutlich an Boden und notiert zuletzt bei 146,60 Euro, 8,6 Prozent unter dem Vortag.
- Im dritten Quartal sank das EBITDA auf 28,7 Millionen Euro, der Nettogewinn auf 13,5 Millionen Euro.
- Alzchem hält an der Jahresprognose von rund 600 Millionen Euro Umsatz und 126 Millionen Euro EBITDA fest.
- LBBW, Sphene Capital und Jefferies reduzierten ihre Kursziele, bestätigten aber jeweils eine Kaufempfehlung.
Marktanalyse & Details
Schwächeres Quartal belastet die Aktie
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Vortag geriet die Alzchem-Aktie am Freitag unter Druck. Zum Kurszeitpunkt um 13:47 Uhr lag sie bei 146,60 Euro und damit 8,6 Prozent im Minus. Der Kursrückgang folgt auf ein drittes Quartal, in dem der Umsatz zwar leicht auf 139,9 Millionen Euro stieg, die Ertragskennzahlen aber nachgaben: Das EBITDA sank gegenüber dem Vorjahresquartal von 29,7 auf 28,7 Millionen Euro, der Nettogewinn von 16,3 auf 13,5 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verringerte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 20,5 Prozent.
Über die ersten neun Monate blieb die Entwicklung positiv: Der Umsatz erhöhte sich um 4 Prozent auf 443,8 Millionen Euro, das EBITDA um 8 Prozent auf 93,2 Millionen Euro. Belastungen durch höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie Anlaufaufwendungen für neue Kapazitäten wirkten sich jedoch auf die Quartalsprofitabilität aus.
Analysten passen Kursziele an
Mehrere Research-Häuser reagierten mit niedrigeren Kurszielen, hielten aber an positiven Bewertungen fest. Die LBBW senkte ihr Ziel von 190 auf 185 Euro und bestätigte „Kaufen“. Sphene Capital reduzierte das Kursziel von 204,50 auf 198,40 Euro und bekräftigte ebenfalls „Buy“. Jefferies hatte sein Kursziel bereits am 29. Oktober von 200 auf 195 Euro zurückgenommen und die Kaufempfehlung beibehalten.
Zusätzlichen Druck auf die Erwartungen könnte die Abschreibung auf die neue Nitroguanidin-Anlage ausüben. Ein Analyst rechnet damit, dass Marktschätzungen für das operative Ergebnis (EBIT) um etwa 4 bis 5 Prozent sinken könnten, um eine beschleunigte Abschreibung abzubilden. Das ist eine Analysteneinschätzung und keine Änderung der Unternehmensprognose.
Analysten-Einordnung: Die Kurszielsenkungen zeigen, dass die schwächere Quartalsprofitabilität und die Investitionsbelastungen in den Bewertungen ankommen. Zugleich bleiben die Kaufempfehlungen bestehen; die Zielwerte liegen weiterhin über dem aktuellen Kurs. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die bestätigte Jahresprognose allein die kurzfristigen Sorgen nicht ausräumt: Entscheidend wird sein, ob Alzchem die Kostenbelastungen begrenzen und die neuen Kapazitäten wie geplant in den Betrieb überführen kann.
Geschäftsbereiche entwickeln sich unterschiedlich
Das Segment Specialty Chemicals profitierte laut Analysteneinschätzung weiterhin von der Nachfrage nach Kreatinprodukten für die Humanernährung und Nitroguanidin für die Verteidigungsindustrie. Dagegen belasteten eine schwächere Nachfrage aus Landwirtschaft und Pharma sowie höhere Kosten das Geschäft mit Basics & Intermediates. Bei der geplanten Nitroguanidin-Anlage in den USA führen höhere Investitionskosten zudem zu Nachverhandlungen mit der US-Seite. Die Ausbauprojekte für Human-Nutrition-Kapazitäten schreiten demnach planmäßig voran.
Fazit & Ausblick
Alzchem hält für 2026 an rund 600 Millionen Euro Umsatz und einem EBITDA von etwa 126 Millionen Euro fest. Nach neun Monaten stehen 443,8 Millionen Euro Umsatz und 93,2 Millionen Euro EBITDA zu Buche. Der weitere Verlauf hängt damit auch davon ab, ob das Unternehmen die verbleibenden Jahresziele trotz Kosten- und Anlaufbelastungen erreicht. Ein nächster konkreter Unternehmenstermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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