Alphabet baut KI-Infrastruktur aus: Google sichert sich 396 MW Geothermie, Waymo startet in drei Städten

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Kurzüberblick

  • Google vereinbart bis zu 396 Megawatt Geothermie für ein mögliches Rechenzentrum in Utah ab 2028.
  • Eine Ausbauoption über rund 600 Megawatt könnte die geplante Stromabnahme bis 2030 auf fast 1 Gigawatt erhöhen.
  • Waymo begrüßt erste öffentliche Fahrgäste in Denver, San Diego und Tampa und ist damit in 14 Städten aktiv.
  • Die Alphabet-Aktie notiert bei 290,20 Euro, liegt 0,74 Prozent im Minus und steht seit Jahresbeginn 9 Prozent höher.

Marktanalyse & Details

Google sichert sich langfristig CO2-freien Strom

Alphabet-Tochter Google hat mit dem Geothermieentwickler Fervo Energy eine Stromabnahmevereinbarung über bis zu 396 Megawatt geschlossen. Der Strom soll ab 2028 aus dem Cape-Station-Projekt im US-Bundesstaat Utah geliefert werden und als Grundlage für ein mögliches Rechenzentrum dienen.

Fervo plant, das Projekt über die zunächst vorgesehene Kapazität von 100 Megawatt hinaus auszubauen. Google erhält im Rahmen der Vereinbarung die Möglichkeit, die Abnahme bis Juni 2030 um rund 600 Megawatt zu erweitern. Damit könnte das Gesamtvolumen nahezu 1 Gigawatt erreichen. Die endgültige Umsetzung des Rechenzentrums hängt jedoch noch von technischer Machbarkeit, Genehmigungen auf Bundesstaats- und lokaler Ebene sowie den kommerziellen Bedingungen ab.

Analysten-Einordnung: Energie wird zum strategischen Engpass

Dies deutet darauf hin, dass Google die Energieversorgung seiner wachsenden Rechenzentrumskapazitäten zunehmend als strategische Infrastruktur absichert. Geothermie bietet im Gegensatz zu vielen wetterabhängigen erneuerbaren Energien eine kontinuierlich verfügbare Stromquelle. Das kann für KI-Rechenzentren besonders relevant sein, deren Auslastung und Energiebedarf stark steigen.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch zunächst keinen unmittelbar messbaren Gewinnbeitrag. Finanzielle Konditionen der Vereinbarung wurden nicht genannt, während der Bau eines derart großen Projekts hohe Investitionen und Genehmigungsrisiken mit sich bringt. Der potenzielle Vorteil liegt eher in einer planbareren Stromversorgung, einer geringeren Abhängigkeit von regionalen Netzengpässen und einer besseren Grundlage für weiteres Cloud- und KI-Wachstum.

Waymo weitet autonomen Fahrdienst aus

Parallel startet Waymo am 1. September mit den ersten öffentlichen Fahrgästen in Denver, San Diego und Tampa. Damit bietet das Unternehmen vollständig autonome Fahrten in insgesamt 14 Städten an. Nach Angaben von Waymo haben sich in jeder der drei neuen Regionen bereits Zehntausende Menschen für den Dienst interessiert.

Der Zugang soll schrittweise erweitert werden, bevor der Service für alle Interessierten geöffnet wird. Der Rollout ist damit ein weiterer operativer Meilenstein für Alphabet, der langfristig neue Umsatzquellen außerhalb des klassischen Werbegeschäfts erschließen könnte. Kurzfristig bleibt entscheidend, wie schnell Waymo die Flotten ausbauen, regulatorische Anforderungen erfüllen und die Wirtschaftlichkeit pro Fahrt verbessern kann.

Google Cloud stärkt das Unternehmensgeschäft

Auch im Cloud-Geschäft baut Google sein Ökosystem aus: Die Falcon-Plattform von CrowdStrike ist nun auf der regionalen Google-Cloud-Infrastruktur in den USA verfügbar. Kunden sollen dadurch sensible Daten flexibler verarbeiten und Anforderungen an Datenhoheit besser erfüllen können. Die Integration stärkt die Position von Google Cloud bei Unternehmen, die KI-Workloads und Cybersicherheit gemeinsam betreiben wollen.

Fazit & Ausblick

Die Geothermievereinbarung zeigt, wie eng Alphabets KI-Expansion inzwischen mit dem Ausbau der Energieversorgung verbunden ist. Die wichtigsten nächsten Prüfsteine sind die Genehmigungen für das Utah-Projekt, die technische Umsetzung bis 2028 und eine mögliche Erweiterung auf nahezu 1 Gigawatt. Bei Waymo kommt es darauf an, ob der schrittweise Start in Denver, San Diego und Tampa in eine breite, wirtschaftlich tragfähige Nutzung übergeht.

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