ASML-Aktie: UBS erhöht Kursziel auf 2.350 Euro und bestätigt Buy-Rating

ASML Holding N.V. AI Generated

Kurzüberblick

  • UBS bestätigt die Kaufempfehlung für ASML und erhöht das Kursziel von 2.250 auf 2.350 Euro.
  • Die Bank erwartet für 2027 sieben Prozent und für 2028 zwanzig Prozent mehr Gewinn je Aktie als der Konsens.
  • Preiserhöhungen bei EUV- und Immersionssystemen könnten ASMLs Bruttomarge bis 2028 in Richtung 60 Prozent treiben.
  • Stärkere Aussagen zum Wachstum 2027 und ein Auftragseingang von 55 bis 60 Milliarden Euro gelten als wichtige Kurstreiber.

Marktanalyse & Details

Höheres Kursziel trotz anspruchsvoller Bewertung

UBS sieht ASML weiterhin als attraktivstes Chance-Risiko-Profil unter den europäischen Halbleiterausrüstern. Die Bank bekräftigte ihr Buy-Rating und hob das Kursziel von 2.250 auf 2.350 Euro an. Beim aktuellen Kurs von 1.447,20 Euro, der am 1. September 2026 am Nachmittag rund 0,69 Prozent im Minus lag, entspricht das rechnerisch einem Aufwärtspotenzial von etwa 62 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch 56,96 Prozent im Plus.

Die Bewertung ist gemessen an den erwarteten Gewinnen nicht niedrig: UBS kalkuliert für ASML mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,6 für 2027 und 17,5 für 2028. Nach Einschätzung der Bank wird diese Prämie jedoch durch ein unterschätztes strukturelles Gewinnpotenzial zunehmend gerechtfertigt.

Preissetzung als zusätzlicher Gewinnhebel

Ein zentraler Bestandteil der UBS-Einschätzung ist die Preissetzungsmacht des Lithografie-Spezialisten. EUV- und Immersionssysteme sollen zusammen rund 80 bis 85 Prozent des Umsatzes im Jahr 2026 ausmachen. Die Bank geht davon aus, dass höhere Preise bei EUV-Systemen das Konsenspotenzial für 2028 um fünf bis zehn Prozent steigern könnten. Bei Immersionssystemen sieht UBS einen zusätzlichen Effekt von zehn bis 15 Prozent.

  • UBS erwartet für 2027 Gewinne je Aktie, die sieben Prozent über dem Marktkonsens liegen.
  • Für 2028 liegt die eigene Gewinnschätzung sogar 20 Prozent über der Konsensprognose.
  • Für 2030 prognostiziert die Bank 85 Euro Gewinn je Aktie gegenüber 70 Euro im Konsens.
  • Ausgehend von 2025 entspräche dies einem jährlichen Gewinnwachstum von 31 Prozent.

Die Preiserhöhungen könnten laut UBS dazu beitragen, dass ASML bereits 2028 eine Bruttomarge nahe 60 Prozent erreicht. Damit würde neben dem Absatzwachstum auch die Profitabilität zu einem wesentlichen Treiber der Ergebnisentwicklung.

High-NA und Speicherchip-Nachfrage stützen den Ausblick

UBS rechnet damit, dass die Lithografieintensität in den kommenden fünf Jahren weiter steigt. Höhere EUV-Schichten und die bevorstehende Einführung von High-NA-Systemen sollen die Nachfrage nach den komplexesten Anlagen erhöhen. Zugleich gewinnt das Speichergeschäft an Bedeutung: Nach Einschätzung der Bank entfielen 2026 rund 45 Prozent des Produktumsatzes auf Speicheranwendungen, wobei Investitionen in High-Bandwidth-Memory die Nachfrage zusätzlich antreiben.

Als kurzfristige Signale für eine Neubewertung gelten ein stärkerer Wachstumsausblick für 2027 bei den Oktober-Ergebnissen sowie ein wachsender Auftragsbestand in Richtung 55 bis 60 Milliarden Euro.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass UBS bei ASML nicht nur auf eine Erholung der Chipindustrie setzt, sondern auf eine strukturelle Verbesserung des Geschäftsmodells durch höhere Preise, einen anspruchsvolleren Produktmix und steigende Lithografieintensität. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die aktuelle Bewertung zwar ambitioniert bleibt, aber bei Erreichen der Gewinnziele deutlich besser unterlegt wäre. Entscheidend sind deshalb weniger kurzfristige Schwankungen als die Belege für Preissetzungsmacht, Margenanstieg und den Ausbau des Auftragsbestands.

Risiken bleiben bestehen. Exportbeschränkungen, eine schwächere Nachfrage aus China, mögliche Kapazitätsengpässe und Verzögerungen bei neuen High-NA-Systemen könnten die hohe Erwartungshaltung enttäuschen. Das erhöhte Kursziel ist daher vor allem eine Wette darauf, dass ASML seine technologische Sonderstellung in überdurchschnittliches Gewinnwachstum umsetzt.

Fazit & Ausblick

Die Oktober-Ergebnisse werden zum nächsten wichtigen Test für die UBS-These. Anleger sollten besonders auf den Ausblick für 2027, die Entwicklung des Backlogs und Hinweise auf Preiserhöhungen bei EUV- und Immersionssystemen achten. Bestätigt ASML diese Trends, könnte sich die Bewertungsprämie gegenüber anderen Halbleiterausrüstern weiter rechtfertigen.

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