Airbus Aktie: Boeing-Softwarefehler verzögert Zulassung der 737 Max 10
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die US-Luftfahrtaufsicht FAA verschiebt ihre Entscheidung zur Zulassung der Boeing 737 Max 10, bis sie einen neu bekannt gewordenen Softwarefehler bewertet hat.
- Nach einem abgebrochenen Landeversuch kann die automatisierte vertikale Navigation bei betroffenen Maschinen zunächst ausfallen; wie viele Flugzeuge betroffen sind, ist offen.
- Airbus kaufte vom 21. bis 25. September täglich 195.000 eigene Aktien zurück – insgesamt 975.000 Stück zu einem Durchschnittspreis von 193,9498 Euro.
- Bei einigen A321neo meldete Airbus Abweichungen beim Oberflächenschutz, sieht aber kein Sicherheitsproblem und hat nach eigenen Angaben eine Lösung entwickelt.
Marktanalyse & Details
FAA prüft Softwareproblem vor Zulassung
Die Zertifizierung der größten 737-Max-Variante verzögert sich weiter. FAA-Chef Bryan Bedford zufolge will die Behörde erst über die Zulassung entscheiden, nachdem sie den neu bekannt gewordenen Fehler bewertet hat. Die Entscheidung war zuvor für die kommenden Wochen erwartet worden.
Das Problem kann dazu führen, dass nach einem abgebrochenen Landeversuch die automatisierte vertikale Navigation bei weiteren Anflügen zunächst nicht verfügbar ist. Boeing zufolge können Piloten auf eine niedrigere Automatisierungsstufe zurückgreifen und das System über mehrere Schritte wieder aktivieren. Der Hersteller arbeitet an einem dauerhaften Software-Update. Wie viele der mehr als 2.000 ausgelieferten 737 Max betroffen sind, ist bislang unklar.
Wettbewerbsvorteil für Airbus nicht automatisch
Die Verzögerung trifft Boeing bei einem wichtigen Modell: Für die 737 Max 10 liegen mehr als 1.500 Bestellungen vor. Eine längere Wartezeit auf die Zulassung könnte den US-Konzern im Wettbewerb mit Airbus unter Druck setzen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass Airbus kurzfristig zusätzliche Auslieferungen übernehmen kann.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Zulassungs- und Qualitätsrisiken bei Boeing den Wettbewerbsvergleich zugunsten von Airbus verschieben können. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung aber keinen unmittelbaren Umsatzschub für den europäischen Hersteller: Entscheidend bleibt, ob Airbus seine eigene Produktion und Auslieferungen zuverlässig steigert. Der jüngste A321neo-Befund zeigt, dass auch Airbus Qualitätsabweichungen bewältigen muss. Der Konzern erklärt, die betroffenen Flugzeuge könnten weiter betrieben werden; die Lösung komme ohne Ausbau der Träger aus.
Airbus setzt Aktienrückkauf fort
Parallel meldete Airbus Rückkäufe von insgesamt 975.000 Aktien in der Woche vom 21. bis 25. September. Der tägliche Umfang lag bei 195.000 Aktien; der gewichtete Durchschnittspreis über alle fünf Handelstage betrug 193,9498 Euro. Das Programm dient der Unterstützung von Mitarbeiterbeteiligungen und aktienbasierten Vergütungsplänen. Die Ermächtigung des Verwaltungsrats erlaubt Rückkäufe von bis zu zehn Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals; daraus lässt sich nicht ableiten, dass dieser Höchstbetrag ausgeschöpft wird.
Fazit & Ausblick
Für den Konkurrenzvergleich kommt es nun darauf an, wie lange die FAA für ihre Bewertung benötigt und wann Boeing eine dauerhafte Softwarelösung vorlegen kann. Bei Airbus bleiben Produktionsqualität und Auslieferungsfähigkeit zentrale Beobachtungspunkte. Die gemeldeten Rückkäufe sind vor allem mit Mitarbeiterprogrammen verknüpft und für sich genommen kein belastbares Signal für eine Änderung der operativen Aussichten.
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