adidas steigert Q2-Umsatz um 14% auf Rekordniveau und hebt Jahresausblick auf 9–10% Wachstum an
Kurzüberblick
adidas hat am 30. Juli 2026 im Rahmen einer Insiderinformation starke Ergebnisse für das zweite Quartal gemeldet: Der währungsbereinigte Umsatz legte um 14% zu, zugleich erreichte der Sportartikelhersteller einen Rekordumsatz in Höhe von 6,7 Milliarden EUR. Entscheidend dafür waren vor allem die anhaltende Marken- und Produktdynamik sowie ein sehr starkes Direct-to-Consumer-Wachstum.
Für das Gesamtjahr hob adidas den Ausblick beim Umsatz an: Währungsbereinigt rechnet das Unternehmen nun mit einem Wachstum von 9% bis 10% (zuvor hoher einstelliger Prozentbereich). Die Veröffentlichung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die adidas-Aktie an der Börse mit einem Minus von 5,08% auf 84 EUR notiert (Stand 30.07.2026, 07:43 Uhr).
Marktanalyse & Details
Rekordquartal: Umsatzwachstum, Produktmix und DTC als Wachstumstreiber
Im zweiten Quartal 2026 wuchs adidas währungsbereinigt um 14%. In Euro stieg der Umsatz um 13% auf 6.743 Millionen EUR – damit der höchste Quartalswert in der Unternehmenshistorie. Das Wachstum wurde breit getragen, besonders durch Bekleidung sowie durch Performance-Kategorien.
- DTC-Umsatzwachstum: +25% währungsbereinigt; E-Commerce +27% und eigener Einzelhandel +23%.
- Performance: +39% währungsbereinigt, angeführt von Fußball und Running.
- Bekleidung: +35% währungsbereinigt, mit starken Beiträgen aus Fußball, Originals sowie Running, Training, Motorsport und US-Sportarten.
- Schuhe: +1% währungsbereinigt, mit positiver Entwicklung insbesondere in Running und Training.
- Accessoires: +20% im Quartal.
Bruttomarge trotz Kosteninvestitionen: 52,5% als Signal für Preis-/Mix-Stärke
adidas verbesserte die Bruttomarge im zweiten Quartal um 0,8 Prozentpunkte auf 52,5%. Der Konzern führt dies vor allem auf einen gesünderen Anteil an Verkäufen zum vollen Preis und auf einen vorteilhaften Kanalmix zurück. Gleichzeitig bleibt das Umfeld herausfordernd: höhere Fracht- und Beschaffungskosten sowie höhere US-Zölle wirkten bremsend; zudem erhielt das Unternehmen die erste kleine Rückerstattung zuvor gezahlter US-Zölle.
Ergebnisbild: Operativer Gewinn steigt, operative Marge gibt nach
Das Betriebsergebnis stieg um 5% auf 574 Millionen EUR. Das gelang trotz deutlich höherer Marketing- und Vertriebsinvestitionen: Die Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen lagen bei 924 Millionen EUR und damit um 212 Millionen EUR höher als im Vorjahresquartal. Entsprechend sank die operative Marge auf 8,5% (von 9,2%).
- Operating Profit: +5% auf 574 Millionen EUR.
- Operative Marge: 8,5%.
- Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen: +6% auf 398 Millionen EUR.
- EPS (fortgeführte Geschäftsbereiche): 2,10 EUR.
Analysten-Einordnung
Die Kombination aus Rekordumsatz und steigender Bruttomarge deutet darauf hin, dass adidas in Q2 nicht nur Mengenwachstum, sondern auch eine stabilere Ertragsqualität über den Mix erreicht hat. Gleichzeitig zeigt der Rückgang der operativen Marge, dass die starke Nachfrage derzeit mit spürbaren Investitionen in Marketing, Distribution und Absatzförderung „erkauft“ wird. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das Management liefert kurzfristig Umsatzimpulse und stärkt die Marke, muss aber die Balance aus Wachstum und Kosten Disziplin halten, damit die Margen nicht dauerhaft unter Druck bleiben. Der angehobene Umsatzleitplanken-Korridor ist daher plausibel – die Zielerreichung hängt jedoch stark davon ab, ob der DTC-Erfolg (inklusive der Fähigkeit, vollpreisnah zu verkaufen) im weiteren Jahresverlauf anhalten kann.
Kapitalbindung & Finanzierung: DTC-Wachstum schlägt auf Working Capital durch
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz währungsbereinigt um 14% auf 13,3 Milliarden EUR. Die Investitionen in Marke und Distribution sowie die Entscheidung, die Produktverfügbarkeit zu priorisieren, führten zu höherer Kapitalbindung: Die Vorräte lagen bei 5.969 Millionen EUR, das operative kurzfristige Working Capital stieg auf 6.661 Millionen EUR. Positiv: Die Liquidität erhöhte sich deutlich auf 1.159 Millionen EUR; der Verschuldungsgrad (angepasste Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA) verbesserte sich auf 1,6x.
Ausblick: Umsatzband 9–10%, operativ rund 2,3 Mrd. EUR – US-Zölle bleiben ein Unsicherheitsfaktor
Für 2026 erwartet adidas währungsbereinigt einen Umsatzanstieg zwischen 9% und 10% und weiterhin einen Anstieg des Betriebsergebnisses auf rund 2,3 Milliarden EUR. Wichtig für die Risikobetrachtung: adidas macht klar, dass mögliche künftige US-Zoll-Erstattungen in einem Korridor von 250 bis 300 Millionen US-Dollar nicht in der Jahresprognose enthalten sind. Das heißt: Zwar ist ein positiver Überraschungseffekt möglich, aber Anleger sollten sich nicht auf eine Ergebnisstützung „aus der Zukunft“ verlassen.
Corporate News: Wechsel im CFO-Posten
Der Aufsichtsrat hat Birgit Kretschmer mit Wirkung zum 1. September 2026 in den Vorstand berufen; sie folgt Harm Ohlmeyer als CFO zum Ende des Jahres nach. In der Marktkommunikation wird so die Kontinuität der Finanzstrategie betont – für Investoren bleibt jedoch die Frage, ob und wie der neue CFO den Fokus auf Wachstum, Marge und Kapitalbindung weiter ausbalanciert.
Fazit & Ausblick
adidas liefert mit einem Rekord-Quartal (6,7 Milliarden EUR Umsatz im Q2) und einer angehobenen Umsatzprognose ein klares Wachstums-Signal. Der Preis dafür ist kurzfristig eine geringere operative Marge, die durch weitere Disziplin bei Kosten und Verkaufspreisen entschärft werden muss. In den kommenden Quartalen wird vor allem relevant sein, ob das DTC-getriebene Wachstum (inklusive E-Commerce und eigener Retail) den Margendruck begrenzen kann und wie sich die Investitionsintensität in der Markenführung auf die Ergebnisqualität auswirkt.
Für Anleger dürfte die nächste Ergebnisveröffentlichung entscheidend dafür sein, ob adidas die neue Umsatzbandbreite bestätigen und den operativen Ausblick auf rund 2,3 Milliarden EUR zuverlässig stützen kann.
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