adidas Aktie: Quartalszahlen und Ausblick treiben Kurs nach oben
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Adidas steigerte den Umsatz im dritten Quartal um gut neun Prozent auf 7,252 Milliarden Euro.
- Das EBIT legte um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro zu; der Nettogewinn stieg auf 711 Millionen Euro.
- Für das vierte Quartal erwartet der Konzern wieder Wachstum in Europa und insgesamt ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich.
- Die Aktie notierte am 29. Oktober bei 164 Euro und gewann bis 13:15 Uhr 4,46 Prozent.
Marktanalyse & Details
Starkes Quartal, höhere Jahresprognose
Die endgültigen Zahlen bestätigten die zuvor veröffentlichten Eckdaten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um gut neun Prozent auf 7,252 Milliarden Euro, währungsbereinigt um sieben Prozent. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Adidas im fortgeführten Geschäft 711 Millionen Euro nach 482 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Nach einem Rekordquartal hatte Adidas die Prognose bereits angehoben: Für das Geschäftsjahr 2026 peilt der Konzern nun ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro an, statt zuvor etwa 2,3 Milliarden Euro. Zum Ergebnis im dritten Quartal trug auch eine Rückerstattung von US-Zöllen bei.
Regionale Unterschiede und Produktmix
Das Wachstum kam vor allem aus den Regionen außerhalb Europas. Dort legten die Umsätze jeweils zweistellig zu; in Nordamerika stiegen sie währungsbereinigt um zwölf Prozent. Europa verzeichnete dagegen im dritten Quartal einen Rückgang von vier Prozent. Nach neun Monaten steht die Region bei einem Umsatzplus von zwei Prozent.
Auch innerhalb des Produktgeschäfts verlief die Entwicklung unterschiedlich:
- Die Bekleidungsumsätze wuchsen währungsbereinigt um 19 Prozent.
- Das Schuhgeschäft stagnierte währungsbereinigt, belastet von der Schwäche bei Lifestyle-Modellen.
- Der Direktvertrieb an Kunden entwickelte sich kräftig, während der Großhandel unter schwacher Konsumstimmung, Rabatten und hohen Lagerbeständen litt.
Für Europa nennt Adidas neben der schwierigen Lage im Großhandel auch Umsatzverschiebungen infolge einer IT-Umstellung. Vorstandschef Björn Gulden verwies zugleich auf ein ausgesprochen positives Orderbuch und erwartet, dass das Schuhgeschäft bald wieder wächst.
Analysten-Einordnung und Reaktion der Aktie
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen, dass Adidas derzeit nicht von einem einzelnen Absatzmarkt abhängig ist: Wachstum in Amerika und China sowie die Stärke von Bekleidung und Direktvertrieb gleichen die europäischen und produktspezifischen Schwächen aus. Für Anleger bedeutet das eine breitere operative Basis, aber noch keine durchgängige Erholung. Besonders wichtig wird sein, ob die angekündigte Rückkehr zu Wachstum in Europa tatsächlich einsetzt und sich die Schuhnachfrage verbessert. Zudem sollte der Gewinnanstieg nicht allein als Maßstab für die laufende Geschäftsdynamik dienen, weil die Zollrückerstattung das Quartalsergebnis unterstützte.
Die Aktie stieg am Donnerstag zeitweise auf 165 Euro und überwand damit erstmals seit August wieder die exponentielle 200-Tage-Linie. Um 13:15 Uhr lag der Kurs bei 164 Euro, ein Tagesplus von 4,46 Prozent. Trotz der kräftigen Erholung beträgt die Jahresperformance weiterhin minus 3,16 Prozent. Der Kursanstieg signalisiert damit eine verbesserte kurzfristige Stimmung, beseitigt aber die vorherigen Verluste nicht.
Fazit & Ausblick
Der nächste Prüfstein ist das vierte Quartal: Adidas erwartet insgesamt ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine Rückkehr zu Wachstum in Europa. Entscheidend wird, ob das positive Orderbuch in tatsächliche Nachfrage mündet und die Entwicklung im Schuhgeschäft anzieht. Bis dahin stehen dem starken globalen Momentum die anhaltenden Herausforderungen im europäischen Großhandel gegenüber.
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