Schwache Ausblicke dieser US-Schwergewichte belasten den Markt
Auch wenn sich die Stimmung an den Aktienmärkten in diesem Jahr aufgehellt hat: Die weltwirtschaftliche Lage bleibt aufgrund mehrerer Faktoren angespannt. Die US-Börsen sind am Dienstag ins Wanken geraten, da höhere Zinsen für Druck sorgen und ernüchternde Daten aus dem Einzelhandelssektor Bedenken hinsichtlich der Verbraucherstimmung verbreiten. Vor allem die schwachen Zahlen der US-amerikanischen Schwergewichte Walmart und Home Depot sind derzeit Belastungsfaktoren für den Markt. Dass die Rekordinflation die Verbraucher schwer treffen würde, war klar, aber nun zeigen sich die Auswirkungen der Teuerungen nach und nach in den Unternehmenszahlen. Der Dow gab heute zwischenzeitlich rund 1 % ab.
Überzeugend sieht anders aus: Die Aktie der US-Baumarktkette Home Depot rutschte am Dienstag um 5 % in die Tiefe, nachdem man die Umsatzerwartungen verfehlte und der Ausblick des Unternehmens nicht gerade rosig ausfiel.
- Gewinn pro Aktie: 3,30 USD; erwartet wurden 3,28 USD
- Umsatz: 35,83 Milliarden USD; erwartet wurden 35,97 USD
Als die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft fest im Griff hatte, war Home Depot ein Star an der Börse. Auch im vergangenen Jahr hat die Baumarktkette wiederholt die Erwartungen der Wall Street übertroffen, und das inmitten einer Rekordinflation und einer Verlangsamung des Immobilienmarktes. Nun verfehlte Home Depot die Umsatzerwartungen der Analysten das erste Mal seit November 2019. Der US-Konzern gab einen sehr zurückhaltenden Ausblick für das Jahr 2024 bekannt, weil die Zeiten für Verbraucher schwieriger geworden seien und diese in nächster Zeit auch nicht wesentlich einfacher werden sollen.
“Wir gehen davon aus, dass die Verbraucherausgaben stagnieren werden”, sagte Richard McPhail, CFO von Home Depot, und fügte an: “Wir wissen, dass unser Markt eine allmähliche Verschiebung erlebt hat, die die breitere Verschiebung der Verbraucherausgaben von Waren zu Dienstleistungen in der Wirtschaft widerspiegelt.”
Dividendeninvestoren dürfte es immerhin freuen, dass die Quartalsdividende um 10 % auf 2,09 USD je Aktie erhöht wurde.
Das Chartbild

Der CFO von Walmart, John David Rainey, schlägt in dieselbe Kerbe wie sein Pendant von Home Depot: „Der Verbraucher steht immer noch unter großem Druck“, sagte Rainey gestern gegenüber CNBC. “Und wenn Sie sich die Wirtschaftsindikatoren ansehen, werden die Bilanzen dünner und die Sparquoten sind im Vergleich zu früheren Perioden rückläufig.”
Auch der Ausblick des US-Einzelhandelsriesen ist also sorgenvoll. Zwar verzeichnete Walmart im abgelaufenen Quartal noch einen Umsatzanstieg von 8,3 % in US-Läden, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, prognostizierte aber ein langsameres Umsatz- und Gewinnwachstum. Das im S&P 500 gelistete Unternehmen erwartet nun für das neue Geschäftsjahr, dass bis Ende Januar 2024 andauert, einen Gewinn je Aktie von 5,90 bis 6,05 USD – Analysten hatten jedoch 6,50 USD erwartet.
Im Geschäftsjahr 2023 stieg der Umsatz bei konstanten Kursen um 7,4 Prozent auf 615 Milliarden USD an. Der Nettoerlös wurde auf 607 Milliarden USD beziffert, was ebenfalls einem Plus von 7,4 % im Vorjahresvergleich entspricht. Im aktuellen Geschäftsjahr erwartet das Walmart-Management einen Anstieg des Nettoerlöses um 2,5 bis 3 % (ohne Wechselkurseffekte). Der Anstieg werde im aktuellen Quartal zwar noch höher ausfallen, doch danach schwäche sich das Wachstum ab.
Im US-Markt sieht das Management von Walmart eine rückläufige Nachfrage nach Spielzeugen, Elektronik, Haushaltsartikeln und Kleidung. Optimistisch sei man in den Bereichen Lebensmittel und Arznei.
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