Lucid Group nach Quartalsergebnis tiefrot – ist die Nachfrage in Gefahr ?
Der Elektroautohersteller Lucid hat im 3. Quartal ein mittelmäßiges Ergebnis erzielt, hält jedoch an seiner Prognose für die Fahrzeugauslieferungen in diesem Jahr fest. Die Aktie fällt dennoch. Was ist das Problem?
Das Quartalsergebnis im Überblick
Am gestrigen Abend meldete Lucid einen Verlust von 0,40 USD pro Aktie, bei einem Umsatz von 195 Millionen USD. Die Wall Street hatte mit einem Verlust von 0,31 USD, bei einem Umsatz von 209 Millionen USD gerechnet. Jedoch war das Endergebnis und der Umsatz zu diesem Zeitpunkt nicht von großer Bedeutung.
Lucid lieferte im 3. Quartal 1.398 Fahrzeuge aus. Im 2. Quartal 2022 waren es noch 679. Dabei produzierte man im 3. Quartal 2.282 Fahrzeuge. Nach Angaben des Unternehmens waren das mehr als dreimal so viele produzierte Fahrzeuge wie im 2. Quartal.
So ist das Unternehmen gerade dabei, die Produktion seines ersten Modells, des Lucid Air, hochzufahren. Wichtig ist, dass das Unternehmen seine Jahresprognose für die Auslieferung von 6.000 bis 7.000 Fahrzeugen, die es den Anlegern im August in Aussicht gestellt hatte, nicht geändert hat. Nach der vorherigen Prognose vom Mai wollte Lucid noch zwischen 12.000 bis 14.000 Fahrzeuge produzieren.
Nachlassende Nachfrage
Was war nun das Problem? Die Tatsache, dass Lucid laut Management 34.000 Reservierungen für seine Fahrzeuge vorliegen hat, denn die im August genannte Zahl lag noch bei 37.000. Anleger haben jetzt die Befürchtung, dass die Nachfrage nach den Elektrofahrzeugen nachlässt. So fielen die Aktien im nachbörslichen Handel um über 12 %.
Das Unternehmen beendete das Quartal mit fast 4 Milliarden Dollar Cas. Lucid geht davon aus, dass dies mindestens bis Ende 2023 reichen wird, wobei mehr Bargeld bereits auf dem Weg sei.
Zusammen mit den Ergebnissen gab Lucid zwei neue Kapitalquellen bekannt. Die saudische Regierung, die über Fonds die Mehrheit der Lucid-Aktien besitzt, hat eine Vereinbarung über bis zu 915 Millionen USD an neuem Kapital getroffen.
Außerdem gibt es ein neues Aktienangebotsprogramm im Wert von 600 Millionen Dollar, was bedeutet, dass Makler berechtigt sind, einige neue Aktien zu verkaufen, wenn die Marktbedingungen ideal sind.
Die Lucid-Aktie ist seit dem Allzeithoch von 57,75 USD im November 2021 um mehr als 76 % eingebrochen. Die Kürzung der Prognose für die Auslieferungen hat nicht geholfen. Ein zusätzliches Problem sind die steigenden Zinsen, die den Wert der in den kommenden Jahren zu erwartenden Gewinne verringern.
Technische Einordnung

Seit dem Allzeithoch im November 2021 ist die Lucid-Aktie in einem starken Abwärtstrend gefangen. Sollte das Jahrestief von 11,75 USD nicht halten, könnten weitere Kursverluste folgen, bis sich ein neuer Boden gebildet hat.
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