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Sebastian Paufler in Börsennews

22.10.2022 12:22

Blogartikelbild Wird der Börsengang von Mobileye zu einem Flop für Intel?

Wird der Börsengang von Mobileye zu einem Flop für Intel?

Der amerikanische Halbleiterkonzern Intel hat am 30. September ein S-1 Formular bei der SEC eingereicht, um die Tochtergesellschaft Mobileye an der Nasdaq an die Börse zu bringen. Nach dem rapiden Abschlag auf die ursprünglich avisierte Bewertung, könnte der Börsengang ein Flop werden.

Mobileye wurde 1999 in Israel gegründet und stellt Chips, Hardware und Software für selbstfahrende Autos und fortschrittliche Sicherheitsfunktionen wie Spurhalte- und Fahrerassistenzsysteme her.

So ist der IPO von Mobileye geplant

Der Börsengang von Mobileye wird voraussichtlich am 25. Oktober 2022 stattfinden. Auf dem freien Markt wird Mobileye dann ab dem 26. Oktober handelbar sein.

Nach dem IPO werden zunächst ausschließlich die Aktien der Klasse A handelbar sein. Intel geht davon aus, dass 41 – 46 Millionen Klasse A-Aktien in Umlauf gebracht werden. Das Unternehmen rechnet mit einem Preis zwischen 18 und 20 USD pro Aktie.

Intel selbst wird über 750 Millionen Aktien der Klasse B halten, die das 10-fache Stimmrecht der Aktien der Klasse A haben. Damit wird Intel die Kontrolle über Mobileye behalten.

Gemäß dem Filing möchte Intel den Erlös für Betriebskapital und Unternehmenszwecke verwenden. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Geld in den kapitalintensiven Bau zusätzlicher Fabriken fließen soll. Intel plant zukünftig vermehrt als Auftragsfertiger (Foundry) für andere Unternehmen zu arbeiten.

Intel akzeptiert einen desaströsen Bewertungsabschlag beim Börsengang

Wenn es Intel schafft, die Aktien von Mobileye in der Mitte der angepeilten Spanne bei etwa 19 USD je Aktie zu platzieren, liegt der Erlös bei rund 779 Millionen USD. Die Bewertung würde sich im Bereich von 15-16 Milliarden USD bewegen.

Mobileye gehört seit 2017 zu Intel. Der Kaufpreis lag damals bei 15,3 Milliarden USD. Das heißt, dass Intel im Idealfall einen positiven Return von wenigen Prozent hat.

Laut Wall Street Journal hatte Intel Anfang des Jahres einen IPO zu einer Bewertung von mehr als 50 Milliarden USD angestrebt. Noch im September sprach Bloomberg von einer Bewertung im Bereich um 30 Milliarden USD.

Den Grund, weshalb Intel gerade jetzt den IPO anstrebt, kann man nur mutmaßen. Am naheliegendsten ist wohl die Befürchtung, dass sich das Umfeld für IPO’s auf absehbare Zeit nicht zu bessern scheint und der Börsengang somit zum totalen Flop werden könnte.

Mobileye scheint trotz Abschlag hoch bewertet

Laut dem eingereichten Formular hatte Mobileye im Jahr 2021 einen Umsatz von 1,39 Milliarden USD. Bei einem Umsatz von 879 Millionen USD im Jahr 2019 entspricht dies einer CAGR von knapp 26 %. Dennoch arbeitet Mobileye noch nicht profitabel.

Die Bewertung mit einem KUV von etwa 12 scheint vor allem in der aktuellen Zeit von steigenden Zinsen und Rezessionsängsten sportlich. Baidu, der chinesische Konkurrent auf dem Markt für autonomes Fahren, wird aktuell mit einem KUV von 3 bewertet und sogar der amerikanische Kontrahent Tesla wird aktuell zu einem KUV von 9 gehandelt.

Technische Einordnung von Intel – kein Turnaround in Sicht

Seit dem Hoch im April 2021 hat Intel fast 64 % an Wert verloren. Der übergeordnete Abwärtstrend ist voll intakt und nahm ab März 2022 weiter an Fahrt auf. Mit rund 27 USD ist Intel mittlerweile auf dem Niveau von 2015 angekommen. Zuletzt reagierte die Aktie auf die Unterstützungszone im Bereich von 25 USD.

So lange keine klare Bodenbildung zu erkennen ist, geht der Trend bei Intel weiter südwärts. Auch durch die schwierige fundamentale Lage des Halbleiterkonzerns drängt sich im Moment nicht unbedingt ein Einstieg auf – trotz oder gerade wegen des lang ersehten IPO’s von Mobileye.

Das Chartbild von Intel macht aktuell wenig Hoffnung auf einen baldigen Turnaround

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