Warum Hugo Boss die Prognose erhöht
Während bei Zalando vor einer Konsumflaute gewarnt wird, erhöhte Hugo Boss mit Veröffentlichung der Quartalszahlen die Prognose. Außerdem freute sich das Unternehmen darüber, den neuen Großaktionär Frasers Group willkommen heißen zu dürfen.
Der von Hugo Boss gemeldete Umsatz liegt mit 933 Mio. EUR über den Analystenschätzungen (903 Mio. EUR). Insgesamt soll der Umsatz in diesem Jahr zwischen 25 und 30 % auf 3,5 bis 3,6 Mrd. EUR steigen. Bislang hatte Hugo Boss mit maximal 3,5 Mrd. EUR Umsatz im Jahr 2022 gerechnet. Das Mittelfristziel von 4,0 Mrd. EUR Umsatz im Jahr 2025 wird aber noch nicht erhöht. Auch beim EBIT schneidet Hugo Boss besser ab, als von Analysten angenommen. Das EBIT lag im Q3 bei 92 Mio. EUR, eine Steigerung von 8,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
Hugo Boss mit ähnlichen Problemen wie andere Modehersteller
Während das Wachstum in der Region Asien/Pazifik währungsbereinigt bei 33 % gelegen hatte, ging der Umsatz in China um 3 % zurück. Das Unternehmen macht dafür ausschließlich die Lockdowns verantwortlich. Anders als die Konkurrenten Adidas, Puma oder Nike, die von chinesischen Social-Media Stars-boykottiert werden, konnte Hugo Boss einen bekannten Schwimmer als Celebrity-Endorser gewinnen.
Ähnlich wie andere Modeunternehmen meldete auch Hugo Boss steigende Lagerbestände. So lagen die Vorräte bei 910 Mio. EUR und damit 41 % höher als im Vorjahr. Allerdings muss hier auch berücksichtigt werden, dass viele Modeunternehmen ihre Lagerbestände während Corona bewusst abgebaut haben, um über höhere Cash-Reserven zu verfügen. Es könnte sich also um einen Einmaleffekt handeln.
An der Börse gab die Aktie des Modeherstellers trotz überzeugender Zahlen nach. Als Gründe werden die höheren Lagerbestände angeführt. Außerdem hatten viele Analysten bereits mit sehr guten Zahlen gerechnet. Eine Erhöhung der Mittelfristziele hätte der Aktie wohl weiteren Auftrieb bringen können. Dass die Mittelfristziele nicht erhöht werden, sorgt wohl eher für Misstrauen.
Der Einstieg der Frasers Group wird in Metzingen mittlerweile begrüßt. Bei dem Investor handelt es sich um einen britischen Modehändler, der den Anteil an Hugo Boss seit der Coronakrise immer weiter ausgebaut hat.

Siehe auch: Kommt es zu einer Übernahme bei HUGO BOSS?