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Berlich in Börsennews

25.03.2023 19:53

Aktualisiert 11.07.2023 12:55
Blogartikelbild Goldesel Premium Wochenrückblick + Ausblick KW13

Goldesel Premium Wochenrückblick + Ausblick KW13

Hallo liebe Trader,

als Bestandteil von Goldesel Premium erhaltet ihr heute den neuen Goldesel Wochenrück- und -ausblick. Hiermit wollen wir euch bestmöglich über die aktuelle Lage an den Finanzmärkten informieren, die wichtigsten Themen am Markt kurz und übersichtlich einordnen und euch unsere Einschätzung sowie unseren Ausblick & Fahrplan zum Start der neuen Handelswoche mit auf den Weg geben.

1.) Marktübersicht & -einschätzung

Diese Woche standen erneut die Banken und die Notenbanken im Fokus der Anleger und sorgten zudem für ausreichend Volatilität. In Summe konnten die wichtigsten Indizes die Woche im Plus beenden.

Wir haben auf Wochensicht im Dax rund + 1,3 %, im Nasdaq + 2 % und im S&P 500 + 1,4 % gewonnen.

1.1.) News / Konjunktur – Highlight: US Zinsentscheid & Bankenkrise

Die Hauptaufgabe der FED und der Notenbanken bestand insbesondere im Anschluss an COVID-19 und dem Krieg in der Ukraine darin für Preisstabilität zu sorgen bzw. die Inflation einigermaßen in Griff zu bekommen. Hierzu wurden relativ kurzfristig und rekordverdächtig die Leitzinsen erhöht. Die Folgen hieraus sehen wir die vergangenen Wochen in den Banken und den zum Teil dramatischen Folgen bei der Silicon Valley Bank oder auch der Credit Suisse. Aufgrund der andauernden Bankenkrise rückt somit eine weitere wichtige Aufgabe der Notenbanken immer mehr in den Fokus und zwar dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft und das Bankensystem im Land stabil bleibt. Deswegen standen der US-Zinsentscheid und die Worte von Jerome Powell vergangene Woche erneut im Rampenlicht.

Die Leitzinsen in den USA wurden, wie zuvor bereits erwartet um 0,25 Basispunkte angehoben. Im Vorfeld der Bankenkrise hatten die Marktteilnehmer hier eher mit einer Erhöhung um 0,5 Basispunkten gerechnet. Jerome Powell sorgte jedoch am Markt zunächst mit einer Ernüchterung, als er davon sprach, dass er in diesem Jahr noch nicht mit einer Zinssenkung rechne. Die Mehrheit der Marktteilnehmer in den USA rechnen jedoch weiterhin mit einer Zinssenkung in den USA gegen Ende 2023. Es bleibt also spannend, welchen weiteren Weg die FED und andere Notenbanken bestreiten. Die Aufgabe der Notenbanken war bereits in 2022 sehr herausfordernd und durch die kriselnden Banken wird es weiter eine sehr schmale Gradwanderung werden.

Neben der Notenbanksitzung in den USA und einer zu Beginn der Woche anfänglichen Stabilisierung im Bankensektor, gerieten die Banken zum Wochenende hin erneut deutlicher unter Druck. Insbesondere die Deutsche Bank rückt mehr und mehr in den Fokus. Am Freitag verlor die Aktie zwischenzeitlich erneut zweistellig unter deutlich erhöhtem Volumen. Die Aktie konnte sich etwas stabilisieren, nachdem sowohl die EZB als auch der Bundeskanzler beruhigende Statements in das Vertrauen in das europäische Bankensystem und die Deutsche Bank veröffentlicht hatten. Trotzdem verbleibt auf Monatssicht ein dramatisches Minus von – 27 %.

Tages-Chart Deutsche Bank – Quelle: Tradingview

Ganz konkrete Hinweise auf Probleme bei der Deutschen Bank gibt es noch nicht, aber oftmals wird in so einem Umfeld von den Marktteilnehmer nach dem nächsten Dominostein gesucht, der gegebenenfalls ins Straucheln geraten könnte. Darüber hinaus steigen die Credit Default Swaps (CDS) zuletzt sehr rasant an, die eine Art Versicherung ihrer Anleihegläubiger gegen einen möglichen Ausfall darstellen und es wird mittlerweile ein deutlich erhöhtes Ausfallrisiko eingepreist. Aus Tradingsicht würde ich die Aktie lediglich bei Übertreibungen intraday sehr kurzfristig handeln, aber mich in so einer unsicheren Situation niemals mit einer Long-Position über Nacht oder länger gegen den Trend stellen.

Credit Default Swaps (CDS) – Deutsche Bank

1.2.) Markteinschätzung

Wenn man neutral die aktuelle Lage betrachtet, dann bleibt es zunächst bei der Feststellung, dass das aktuelle Marktumfeld insbesondere durch die weiter anhaltende Bankenkrise ziemlich fragil bleibt. Die erhöhte Volatilität wird uns somit voraussichtlich erhalten bleiben. Das Geschehen rund um die Deutsche Bank und das Bankensystem allgemein gilt es weiter genau im Blick zu behalten. Die Mittelabflüsse der Banken sind bereits deutlich sichtbar und gepaart mit den Risiken, die aus den steigenden Zinsen resultieren nicht zu unterschätzen.

Banken Mittelabflüsse – USA

In Summe gilt es in dem aktuellen Umfeld sich auf sichtbare relative Stärke zu fokussieren und sein Risiko gering zu halten. Eine weiter erhöhte Cashquote und zum Beispiel eine kleinere Positionsgröße helfen das Risiko im Trading aktiv zu reduzieren und es hilft zudem auch dabei Schwankungen psychologisch besser zu managen und auszuhalten.

Die angesprochene relative Stärke ist zuletzt relativ deutlich sichtbar und liegt ganz klar im Bereich der Technologie – und Wachstumsunternehmen. Die Nasdaq liegt seit Anfang 2023 beispielsweise noch über 13 % im Plus während der S&P bei + 3,4 % liegt und der Dow Jones sogar im Minus bei – 2,7 % liegt. Im Speziellen kann man hier zudem den Halbleitersektor nennen, der durch die anhaltende Fantasie rund um ChatGPT und Themen im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter Stärke zeigt. Bei vielen Charts in dem Halbleitersektor ist jedoch der jüngste Aufwärtstrend bereits relativ stark fortgeschritten und in dem Marktumfeld gilt es hier auf mögliche Pullback-Szenarien vorbereitet zu sein.

Relative Stärke im Wachstumssektor (YTD) – Quelle: koyfin

2.) Chartsituation

Aufgrund der weiterhin hohen Anzahl an Einfluss- und Belastungsfaktoren (Krieg, Inflation, Rezession, ..), hilft es, sich die aktuelle Situation in den relevanten Indizes genauer anzusehen, um eine möglichst emotionslose Einschätzung zu treffen. Es ist wichtig, die übergeordnete Richtung der Indizes immer im Blick zu behalten und wichtige Zonen helfen hier, um auch die Investitionsquote für Einzelinvestments aus den einzelnen Indizes einzuordnen und für sich selbst zu bestimmen.

DAX

Nachdem der Aufwärtstrend gebrochen wurde, fungiert die 50 Tages-Linie mittlerweile als hartnäckiger Widerstand.

DAX-Tageschart. Quelle: Tradingview

Wo sind die nächsten Unterstützungszonen?

  • 14.800 Punkte
  • 14.450 – 14.600 Punkte
  • 14.000 Punkte
  • 13.900 Punkte / 200 Tages-Linie
  • 12.900 – 13.000 Punkte

Wo ist die nächste Widerstandszone?

  • 15.000 Punkte
  • 15.300 Punkte / 50 Tages-Linie
  • 15.700 Punkte
  • 16.000 Punkte
  • 16.290 Punkte

NASDAQ

Die 200 Tages-Linie hat zuletzt recht gute Unterstützung geboten. Zudem wurde das Kreuzen der 50 Tages-Linie über der 200 Tages-Linie ein technisches Kaufsignal generiert. Wichtigste Widerstandszone liegt nun bei rund 12.900 – 13.000 Punkten.

NASDAQ Tages-Chart. Quelle: Tradingview

Wo sind die nächsten Unterstützungszonen?

  • 12.500 Punkte
  • 12.200 Punkte / 50 Tages-Linie
  • 11,900 – 12.000 Punkte / 200 Tages-Linie
  • 11.695 Punkte
  • 11.000 Punkte
  • 10.670 Punkte
  • 10.440 Punkte

Wo ist die nächste Widerstandszone?

  • 12.880 – 13.000 Punkte
  • 13.700 Punkte
  • 13.900 – 14.000 Punkten

S&P 500

Der S&P ist im Prinzip zwischen der 50- und 200 Tages-Linie gefangen und es gilt zunächst auf den nächsten Impuls nach oben oder unten zu warten.

S&P500 Tages-Chart. Quelle: Tradingview

Wo sind die nächsten Unterstützungszonen?

  • 3.900 Punkte / 200 Tages-Linie
  • 3.800 Punkte
  • 3.700 – 3.750 Punkten / 200 Wochen-Linie
  • 3.491 Punkte

Wo ist die nächste Widerstandszone?

  • 4.000 Punkte / 50 Tages-Linie
  • 4.040 Punkte
  • 4.080 Punkte
  • 4.100 – 4.200 Punkte
  • 4.300 Punkte

3.) Marktstimmung / Sentiment

Zur Bestimmung der allgemeinen Stimmung am Markt bzw. dem Sentiment haben wir einen eigenen Indikator entwickelt, der analog zu dem bekannten Fear & Greed Index die Stimmung am Markt einordnen soll. Wir analysieren jede Woche für dich eine Vielzahl an Indikatoren und das Resultat ist die folgende Übersicht. 

Das Sentiment am Markt kann oftmals bei einer Übertreibung nach unten (Panik) oder nach oben (Euphorie) als Kontraindikator verwendet werden. 

Im Vergleich zur Vorwoche haben wir uns erneut etwas stabilisieren können, ohne dass es eine zu große Panik gab, die als Kontraindikator verwendet werden konnte.

Goldesel Sentiment-Indikator

Wir haben zur weiteren Unterstützung einen neuen Chart zur Einordnung der Marktstimmung bzw. des Sentiments für dich ergänzt. Im folgenden Diagramm findest du einen Verlauf unseres Goldesel-Indikators zur besseren Einordnung der Stimmung am Markt. Je mehr Daten wir sammeln, umso besser kann uns dieser Verlauf unterstützen. 

Goldesel Sentiment-Indikator Historie

4.) Fahrplan / Ausblick

USA: Klarer Fokus auf Technologie- und Wachstumsunternehmen. Insbesondere wenn die Nasdaq den Ausbruch über rund 12.900 Punkte nachhaltig schafft, dann kann die Investitionsquote in dem Bereich weiter erhöht werden. Bei auftretender Schwäche, rücken mögliche Pullback-Szenarien in den zuletzt etwas heiß gelaufenen Halbleiter-Sektor in den Fokus.

DE: Da der Fokus in der Bankenkrise zurzeit auf der Deutschen Bank liegt und der Indexstand des DAX weiterhin sehr hoch ist, gilt es im Heimatmarkt weiter vorsichtig zu sein. Insbesondere das Big Picture im DAX mit rund 1.000 Punkten Abstand zur 200 Tages-Linie mahnt zur Vorsicht. Im Nebenwerte-Segment sieht es etwas besser aus. Hier gibt es in der kommenden Woche einige spannende Earnings auf die der Fokus gelegt werden kann. Beispiele mit interessanten Charts sind u.a. Rational, Jost Werke, Eckert Ziegler, Jenoptik oder auch mögliche Rebounds insofern die Earnings positiv überraschen aus dem Bereich rund um die erneuerbaren Energie (Energiekontor, Encavis, PNE, ..) gilt es im Blick zu behalten.

4.1.) Termine:

  • Montag: ifo-Geschäftklimaindex Deutschland (März)
  • Dienstag: CB Verbrauchervertrauen USA (März)
  • Donnerstag: Verbraucherpreisindex (VPI) Deutschland (März)
  • Donnerstag: Bruttoinlandsprodukt (BIP) USA (Q4)
  • Donnerstag: Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA
  • Freitag: Einkaufsmanagerindex (EMI) Verarbeitendes Gewerbe China (März)
  • Freitag: Veränderung der Arbeitslosigkeit Deutschland (März)
  • Freitag: PCE-Kernrate Preisindex USA (Feb)

4.2.) Earnings

Die meisten Unternehmen haben bereits ihre Zahlen präsentiert, aber es gibt insbesondere aus dem Heimatmarkt kommende Woche einige spannende Zahlen, wie zum Beispiel Biontech, Carnival, Salzgitter, Rational, Encavis, Evotec, Jost, Wacker Neuseon, PNE, Kontron, Jenoptik, Flatex, UnitedInternet, Sixt, Baywa, Cancom, Eckert+Ziegler, Jungheinrich, Energiekontor und Adesso.

Quartalszahlen KW 13 / 2023. Quelle: cashkalender.de

Solltet ihr Fragen oder Anregungen zu dem neuen Wochenausblick haben, schreibt uns gerne eine E-Mail oder kontaktiert uns direkt in Discord. 

Wir wünschen euch noch einen schönen Sonntag und wie gewohnt: Good Trades!

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