Downgrade-Alarm: Wolfe Research-Analyst zweifelt an Snowflake!
Trotz der überzeugenden Quartalszahlen, die Snowflake am 24. Mai präsentierte, verfehlte der Ausblick die Erwartungen der Analysten. Deren Prognosen konnten somit nur für das zurückliegende, nicht aber für das aktuell laufende Quartal geschlafen werden. Infolgedessen führte der Wolfe Research-Analyst Alex Zukin eine Herabstufung des Unternehmens durch.
Die Herausforderungen, vor denen Snowflake steht, sind eine Folge der sich stetig verändernden Wettbewerbslandschaft und der sich verschlechternden makroökonomischen Bedingungen. Doch wie fielen die Zahlen und der Ausblick genau aus? Und was hat den Analysten im Detail dazu veranlasst, die Aktie herabzustufen? Mehr dazu im folgenden Beitrag.
So verlief das erste Quartal und der Ausblick
Im jüngsten Quartalsbericht vom 24. Mai wurde ein Gewinn von 0,15 USD pro Aktie bekanntgegeben, was die Analystenerwartungen von 0,05 USD pro Aktie um 0,10 USD übertraf. Darüber hinaus verzeichnete Snowflake einen Umsatz von 623,6 Millionen USD, was einem Anstieg von 47,6 % im Jahresvergleich entspricht und die Schätzungen der Wall Street um 14,9 Millionen USD übertrifft.
Snowflake konnte seinen Free Cashflow auf 283 Millionen USD steigern, verglichen mit 172 Millionen USD im Vorjahresquartal. Dieser Anstieg von 65 % entspricht einer Free Cashflow Marge von über 45 %.
Das Wachstum von Snowflake wird auch durch die steigende Anzahl seiner Kunden unterstrichen. Die Gesamtkundenzahl ist im Jahresvergleich um 29 % auf 8.167 gestiegen. Hervorzuheben ist dabei, dass 373 dieser Kunden einen Produktumsatz von mehr als 1 Million USD im zurückliegenden 12-Monatszeitraum erzielt haben, was einem beeindruckenden Wachstum von 80 % entspricht.
Die Bindung der Kunden des Unternehmens, gemessen an der Nettoumsatzbindungsrate (NRR), ist mit 151 % nach wie vor sehr hoch, obwohl sie im Vergleich zum Vorjahresquartal (174 %) gefallen ist. Darüber hinaus zählt das Unternehmen 590 Unternehmen aus den Forbes Global 2000 zu seinen Kunden, ein Anstieg von 15 % gegenüber 513 im Vorjahresquartal.
Snowflake berichtete zudem über verbleibende Leistungsverpflichtungen in Höhe von 3,4 Milliarden USD, was einem Wachstum von 31 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon sollen 57 % in den nächsten zwölf Monaten als Umsatz verbucht werden.
Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Produktumsatz zwischen 620 und 625 Millionen USD, was einem Wachstum von 33 – 34 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die erwartete Betriebsgewinnmarge (operating income margin) liegt dabei bei 2 %.
Für das Geschäftsjahr 2024 gibt Snowflake einen Ausblick mit einem erwarteten Produktumsatz von 2,6 Milliarden USD, was einem Wachstum von 34 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Die Bruttoproduktmarge wird auf 76 % geschätzt und die Betriebsgewinnmarge auf 5 %. Die bereinigte Free Cashflow-Marge wird mit 26 % prognostiziert.
Bewertung, Konkurrenz und Wachstumserwartungen
In seiner neuesten Analyse des Cloud-Datenunternehmens Snowflake hat Alex Zukin, Analyst bei Wolfe Research, eine gewisse Besorgnis hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens geäußert. In Bezug auf die ursprüngliche Einschätzung von Wolfe Research zu Snowflake reflektierte Zukin, dass sie im April 2022 mit einer ausgesprochen optimistischen Haltung an die Berichterstattung herangegangen waren.
Der Analyst hatte Snowflake als Unternehmen mit dem besten Managementteam im Softwarebereich, dem erstklassigsten Produkt und der aussichtsreichsten Wachstumsrate angesehen, zudem hatte er ein potenzielles Umsatzwachstum von etwa 50 % im Jahr 2024 vorhergesagt. Zukin betonte, dass er und sein Team nach wie vor überzeugt seien, dass diese Einschätzungen eintreffen.
Trotz dieser optimistischen Haltung bringt die gegenwärtige Situation jedoch einige Bedenken mit sich, die Zukin dazu veranlasst, vorsichtiger zu sein. Er bemerkte, dass die aktuelle Bewertung kaum Raum für Fehltritte lassen würde, insbesondere in einem Umfeld, in dem sich die makroökonomischen Bedingungen verschlechtert hätten. Darüber hinaus hätten sich die Wettbewerbslandschaft und die Wachstumsperspektiven stark gewandelt, was zusätzliche Unsicherheit schaffe.
So stufte der Analyst die Snowflake-Aktie von “outperform” auf “neutral” zurück und zog sein vorheriges Kursziel von 160 USD zurück. Ein neues Kursziel wurde nicht bekanntgegeben.

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In Bezug auf die Wachstumserwartungen des Unternehmens merkte Zukin an, dass makroökonomische Überhänge das anvisierte Produktumsatzwachstum von Snowflake für das Geschäftsjahr 2024 von 47 % auf 34 % im Vergleich zum Vorjahr reduziert hätten.
Zusätzlich hob Zukin hervor, dass das zunehmende Kräftemessen mit anderen Branchengrößen wie Databricks und Microsoft ein weiteres Risiko darstelle. Er betonte, dass diese Wettbewerber offensichtlich um dieselben Aufgaben, Geschäftsmodelle und Finanzmittel ringen, was zusätzliche Herausforderungen für die Unternehmensführung von Snowflake mit sich bringen könne.
Darüber hinaus wies der Analyst auf die Auswirkungen hin, die das Wachstum von großen Sprachmodellen und generativen KI-Anwendungen auf die Datenspeicher- und Dateninfrastrukturbranche für Unternehmen habe, was zu weiteren Veränderungen in der Branche führen könnte.
Dennoch lobte der Analyst weiterhin das Management von Snowflake und bezeichnete es als “das beste Managementteam in der Softwarebranche”. Er betonte, dass Snowflake weiterhin das beste Software-as-a-Service-Produkt bieten würde.
In seinem abschließenden Kommentar zur Bewertung drückte Zukin den Wunsch nach einer klareren Darstellung der zukünftigen Wachstumsaussichten von Snowflake aus. Er betonte, dass bei der gegenwärtigen Bewertung sowohl ein besseres Verständnis des kurz- als auch des langfristigen Wachstums erwartet werde.
Technische Einordnung: Snowflake

Im Laufe des vergangenen Jahres musste die Snowflake-Aktie einen deutlichen Rückschlag von über 57 % hinnehmen. Trotz einer gewissen Erholung von 4,30 % im bisherigen Jahresverlauf, bleibt die Performance der Aktie verhalten. Aktuell steht die Aktie vor einer wichtigen Hürde, sie muss sowohl die 50- als auch die 200-Tage-Linie übersteigen.
Sollte sie diese Marken überwinden, gilt es, sich nachhaltig über der Widerstandszone zu etablieren, die zwischen 164 und 175 US-Dollar liegt. Ein solcher Durchbruch könnte den Start einer Aufwärtsbewegung signalisieren und gleichzeitig das offene Gap, das nach der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse entstanden ist, schließen. Mit diesem Erfolg könnte sich die Aktie dann auf den nächsten Meilenstein konzentrieren: die Widerstandszone zwischen 190 und 200 US-Dollar.
Auf der anderen Seite, wenn die Aktie einen weiteren Rückgang erleidet, besteht eine Unterstützungszone zwischen 136 und 125 US-Dollar, die als Sicherheitsnetz dienen könnte. Sollte diese Zone nicht standhalten, könnte eine zusätzliche Unterstützungszone, die sich von 120 bis 113 US-Dollar erstreckt, als letzter Rettungsanker dienen.
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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.