Goldesel Community

Jetzt kostenlos der Goldesel Community beitreten

  • Sichere dir kostenlosen Zugang zu täglichen Börseninfos
  • Deutschlands beste Trading-Community - Sei ein Teil von uns
Profilbild stock3

stock3 in Börsennews

27.07.2023 10:21

Blogartikelbild Dieser Aktienmarkt profitiert am meisten vom Ende der Zinserhöhungen

Dieser Aktienmarkt profitiert am meisten vom Ende der Zinserhöhungen

Höhere Leitzinsen haben Aktien auf den ersten Blick kaum geschadet. Der Eindruck trügt. Ein Ende der Zinserhöhungen bedeutet Rückenwind, vor allem für einen Markt.

Ob in den USA oder Europa, viele Indizes steigen seit drei Quartalen. Im gleichen Zeitraum hielten Notenbanken an Zinserhöhungen fest. Entsprechend entsteht der Eindruck, dass Zinserhöhungen dem Aktienmarkt nichts anhaben konnten. Das ist nicht ganz korrekt. Bereits Ende 2022 deutete die US-Notenbank an, dass sie das Tempo der Zinserhöhungen verlangsamen würde.

Stück für Stück rückte die Notenbank von ihrem aggressiven Kurs ab. Die Aussicht auf ein Ende der Zinserhöhungen gibt es bereits seit mehr als einem halben Jahr. Das hat den US-Markt gestützt. In der Eurozone hielt die EZB für längere Zeit an ihrem Kurs fest. Geglaubt hat es ihr nur niemand. Die EZB folgt in diesem Zyklus der US-Notenbank auf Schritt und Tritt.

Kaum hat die Fed angekündigt, dass die Zinswende wohl spätestens mit zwei weiteren Zinserhöhungen vorbei ist, meldeten sich Notenbanker der EZB zu Wort. Im Juli steigen die Zinsen, im September muss das nicht mehr der Fall sein. Die EZB wird die Zinsen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unabhängig von der Fed weiter erhöhen.

Ganz anders sieht es in Großbritannien aus. Dort überraschten die Inflationsdaten monatelang negativ. Anleger schraubten ihre Zinserwartungen immer weiter in die Höhe. Das war eine entgegengesetzte Entwicklung im Vergleich zur Eurozone und den USA. Im gleichen Zeitraum konnten britische Aktien kaum steigen, während es im Rest der Welt eine Rally gab (Grafik 1).

Die relative Kursentwicklung britischer Aktien ist seit einem Jahr negativ (Grafik 2). Vergangene Woche wurde ein vorläufiges 52-Wochentief und auch fast wieder das Tief des Jahres 2021 erreicht. Die relative Kursentwicklung folgt der Zinsdifferenz. Die Rendite 2-jähriger Anleihen spiegelt die mittelfristige Leitzinserwartung gut wider. Stieg die Rendite in Großbritannien schneller als in den USA, fiel die relative Performance von Aktien (Grafik 3).

 

Das gilt im Vergleich zum DAX nur bedingt (Grafik 4). Das hat allerdings nichts mit den Zinsen zu tun, sondern mit anderen Sonderfaktoren. Die Energiekrise 2022 steht an vorderster Front. Seitdem die Energiekrise überstanden ist, gilt der Zusammenhang zu der Zinsentwicklung wieder besser.

Nachdem britische Inflationsdaten lange Zeit enttäuschten, kam es zuletzt zu einer positiven Überraschung. Großbritannien könnte also auf den Zinspfad der USA und der Eurozone einschwenken. Der Leitzins muss nicht auf 6,5 % bis Mitte 2024 steigen. Das sollte auch den Aktien viel Rückenwind geben. Eine Einbahnstraße ist das nicht. Wenn ein Markt aber noch von einem Ende der Zinswende profitiert, dann ist es der britische. In allen anderen ist das Ende bereits eingepreist.

Clemens Schmale

Dieser Beitrag ist zuerst auf stock3.com erschienen.

Hier geht es zu allen meinen Beiträgen auf stock3.com

Loading...