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Depot eröffnen: So richtest du dein erstes Handelskonto ein

Im letzten Schritt hast du dich für einen Broker entschieden. Jetzt wird’s praktisch: Du willst dein erstes Depot eröffnen. Die gute Nachricht: Bei modernen Neobrokern dauert das keine 15 Minuten, komplett digital, vom Sofa aus.

Du brauchst keine Filiale, kein Fax, keinen Termin. Nur deinen Ausweis, deine Steuer-ID und ein bisschen Zeit.

Dieser Artikel zeigt dir: Was du vorher zurechtlegen solltest, wie die Depoteröffnung Schritt für Schritt abläuft, welche Rolle das Verrechnungskonto spielt und welche Fehler du als Anfänger vermeiden solltest.

Video: Den gesamten Ablauf zeigen wir dir auch als Video. Wenn du lieber zuschauen möchtest, schau rein.

Was ist ein Depot? Kurz und knapp

Ein Depot ist dein Konto für Wertpapiere. Auf deinem Girokonto liegt Geld, in deinem Depot liegen Aktien, ETFs, Anleihen oder Fonds. Jeder Broker stellt dir ein Depot zur Verfügung. Ohne Depot kannst du keine Aktien kaufen.

Dazu gehört immer ein sogenanntes Verrechnungskonto (auch Cash-Konto genannt). Das ist die Kasse zum Depot: Dort liegt dein Geld, bis du es in Aktien investierst, und dort landen später auch Dividenden und Verkaufserlöse.

Deine Aktien gehören dir, nicht dem Broker

Wertpapiere im Depot sind rechtlich Sondervermögen und gehören jederzeit dir. Selbst wenn der Broker insolvent wird, bleiben deine Aktien sicher und werden an einen anderen Verwahrer übertragen.

Was du brauchst, bevor du startest

Bevor du die Depoteröffnung beginnst, leg dir alles zurecht. Sonst musst du den Prozess mittendrin unterbrechen und oft von vorn anfangen.

WasWofürWo finde ich das?
PersonalausweisLegitimation per Video-IdentIn deiner Brieftasche
Steuer-IDPflicht für Finanzamt-MeldungLohnsteuerbescheid, Rückseite der Gesundheitskarte, beim BZSt anfragen
Smartphone mit KameraVideo-Ident-VerfahrenAkku geladen, gutes WLAN
IBAN deines GirokontosVerknüpfung mit ReferenzkontoDein Online-Banking
E-Mail-AdresseLogin und BenachrichtigungenDeine private E-Mail

Video: Wir zeigen dir den kompletten Ablauf der Depoteröffnung im Video. Wenn du die Schritte lieber erklärt bekommst, schau rein.

Depot eröffnen in 5 Schritten

So läuft die Depoteröffnung bei jedem modernen Neobroker ab. Reihenfolge und Begriffe können minimal variieren, das Grundprinzip ist immer gleich.

Schritt 1: App oder Website öffnen und Konto anlegen

Lade die App deines gewählten Brokers herunter oder gehe auf die Website. Klicke auf „Depot eröffnen“ oder „Konto erstellen“. Du gibst deine E-Mail-Adresse ein, legst ein Passwort fest und bestätigst deine E-Mail über einen Link, der dir zugeschickt wird.

Das läuft wie bei jedem neuen Online-Shop-Konto. Dauer: unter einer Minute.

Schritt 2: Persönliche Daten eingeben

Jetzt wird es formeller. Der Broker braucht deine vollständigen Daten, das schreibt das Geldwäschegesetz vor. Typischerweise fragt er nach Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Adresse, Beruf und Steuer-ID.

Zusätzlich kommt bei den meisten Brokern die sogenannte Wertpapierprüfung nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Du wirst gefragt, wie viel Erfahrung du mit Aktien, ETFs oder Derivaten hast und wie deine finanzielle Situation aussieht. Hier gibt es keine richtigen oder falschen Antworten. Sei ehrlich. Deine Angaben bestimmen, welche Produkte du später überhaupt handeln darfst.

Schritt 3: Legitimation per Video-Ident

Der wichtigste Schritt. Der Broker muss sicherstellen, dass du wirklich du bist. Dafür gibt es zwei Verfahren, Video-Ident ist heute Standard.

VerfahrenWo?DauerFreischaltung
Video-IdentZuhause per Smartphone5 bis 10 MinutenOft innerhalb einer Stunde
PostIdentIn einer Postfiliale10 Minuten + Anfahrt1 bis 3 Werktage

Beim Video-Ident telefonierst du per Video mit einem Mitarbeiter des Identifikationsdienstes. Du hältst deinen Ausweis vor die Kamera, er prüft die Sicherheitsmerkmale, liest dir einen Code vor und du tippst ihn in der App ein. Fertig. Die meisten Anbieter haben Video-Ident zwischen 7 und 22 Uhr verfügbar, oft sogar am Wochenende.

Licht und Ruhe machen den Unterschied

Beim Video-Ident müssen die Mitarbeiter die Sicherheitsmerkmale auf deinem Ausweis klar erkennen. Zittrige Kamera, Gegenlicht oder Reflektionen führen oft zum Abbruch. Eine weiße Wand im Rücken und Tageslicht von vorn ist die sicherste Kombination.

Schritt 4: Verrechnungskonto wird eingerichtet

Während oder direkt nach der Legitimation legt der Broker automatisch ein Verrechnungskonto für dich an. Das ist ein Bankkonto, das zu deinem Depot gehört. Du siehst die neue IBAN meist sofort in der App.

Bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital ist das Verrechnungskonto Teil des Depots, du musst nichts extra beantragen. Bei einigen Direktbanken wirst du zusätzlich aufgefordert, ein Verrechnungskonto auszuwählen, meist das Tagesgeldkonto der jeweiligen Bank.

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Schritt 5: Erste Einzahlung

Jetzt überweist du Geld von deinem Girokonto auf das neue Verrechnungskonto. Die IBAN findest du in der App, als Verwendungszweck nutzt du meist deine Kundennummer oder einen Code, der dir angezeigt wird.

Je nach Bank dauert die Überweisung 0 bis 2 Werktage. Viele Neobroker unterstützen SEPA Instant, dann ist das Geld in wenigen Sekunden da. Zum Start reichen 100 oder 200 Euro völlig, du willst ja erstmal das System kennenlernen und keine Großposition aufbauen.

Nur vom eigenen Girokonto überweisen

Der Broker lehnt Zahlungen von fremden Konten ab, auch vom Gemeinschaftskonto deines Partners oder vom Elternkonto. Das ist gesetzlicher Geldwäscheschutz. Das Geld wird automatisch zurückgebucht und du musst neu überweisen.

Wie lange dauert die Depoteröffnung insgesamt?

PhaseDauer
Anmeldung und Dateneingabe5 bis 10 Minuten
Legitimation per Video-Ident5 bis 10 Minuten
Freischaltung nach Video-IdentWenige Minuten bis wenige Stunden
Freischaltung nach PostIdent1 bis 3 Werktage
Erste Einzahlung (SEPA)0 bis 2 Werktage
Erste Einzahlung (SEPA Instant)Sekunden

Bei optimalem Ablauf, also Neobroker plus Video-Ident plus SEPA Instant, bist du innerhalb einer Stunde handelsfähig. Das war vor wenigen Jahren noch undenkbar, als man zur Bankfiliale laufen und Formulare per Fax schicken musste.

Das Verrechnungskonto: Mehr als ein Durchgangskonto

Das Verrechnungskonto ist kein reines Parkplatz-Konto. Hier liegt dein Cash, bis du investierst, und hier landen Verkaufserlöse, Dividenden und Zinsen.

Einige Broker werben mit Zinsen auf das Verrechnungskonto. Das klingt verlockend, sollte aber nicht dein Hauptkriterium sein. Erstens sind die Zinsen oft gedeckelt (nur auf die ersten 50.000 Euro oder nur im ersten Jahr für Neukunden). Zweitens: Dein Geld soll langfristig investiert werden, nicht auf dem Verrechnungskonto liegen.

Zinsen sind nett, aber kein Kriterium

Entscheide dich nie wegen 0,5 Prozent mehr Verrechnungskonto-Zinsen für einen schlechteren Broker. Ordergebühren, Sparplan-Kosten und ETF-Auswahl haben über 10 Jahre einen viel größeren Hebel für deine Rendite.

5 typische Fehler bei der Depoteröffnung

FehlerWas du stattdessen tun solltest
Steuer-ID nicht zur HandVorher raussuchen. Ohne Steuer-ID kannst du den Prozess nicht abschließen.
Überweisung vom falschen KontoImmer vom eigenen Girokonto überweisen. Geld vom Partner oder Gemeinschaftskonto wird zurückgebucht und du musst neu starten.
Freistellungsauftrag vergessenNach Freischaltung sofort einen Freistellungsauftrag einrichten: 1.000 € für Singles, 2.000 € für Verheiratete. Sonst verschenkst du Steuervorteile auf Dividenden und Kursgewinne.
Kirchensteuer-Sperrvermerk falsch eingestelltStandardmäßig führt der Broker automatisch Kirchensteuer ab, wenn du Kirchenmitglied bist. Wenn du das per Steuererklärung selbst regeln willst, beantragst du einen Sperrvermerk beim Bundeszentralamt für Steuern. Für die meisten Anleger ist der Automatismus einfacher.
Gleich mehrere Depots eröffnenEin Depot reicht für den Anfang. Zwei oder drei Depots machen die Steuererklärung und den Überblick unnötig kompliziert. Erweitern kannst du später jederzeit.

Den Freistellungsauftrag wirklich nicht vergessen. Er gilt nicht automatisch, du musst ihn in der App aktiv einrichten (meist unter „Steuern“ oder im Profil). Ohne Freistellungsauftrag wird auf jeden Euro Gewinn und jede Dividende die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Soli fällig. Auch auf Beträge, die dir eigentlich steuerfrei zustehen würden.

Depot-Sicherheit: Ist mein Geld geschützt?

Die kurze Antwort: Ja. Deine Aktien sind Sondervermögen und gehören rechtlich dir, nicht dem Broker. Dein Cash auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Mehr dazu: Wie Sondervermögen und Einlagensicherung genau funktionieren, welche Rolle die BaFin spielt und was im Insolvenzfall eines Brokers wirklich passiert, erklären wir im Zusatzartikel „Depotsicherheit erklärt: So sind deine Aktien geschützt.

Bevor du die erste Aktie kaufst

Dein Depot ist freigeschaltet, das Geld liegt auf dem Verrechnungskonto. Zwei Dinge solltest du noch erledigen, bevor du die erste Order ausführst: Den Freistellungsauftrag hinterlegen (falls noch nicht passiert) und dich mit dem Ordertyp vertraut machen, den du als Anfänger nutzen solltest.

Passend vor deinem ersten Trade: Warum du als Anfänger immer eine Limit Order statt einer Market Order verwenden solltest, erklärt der Zusatzartikel „Wieso du eine Limit Order verwenden solltest„.

FAQ: Häufige Fragen zur Depoteröffnung

Kann ich die Depoteröffnung unterbrechen und später fortsetzen?

Meistens ja. Die Broker speichern deine Eingaben, du loggst dich später wieder ein und setzt den Antrag fort. Die einzige Ausnahme ist das Video-Ident: Wenn du den Termin abbrichst, musst du ihn komplett neu starten. Plan den Video-Ident deshalb für einen Moment, in dem du 10 bis 15 Minuten ungestört bist.

Brauche ich ein Girokonto bei derselben Bank, um ein Depot zu eröffnen?

Nein. Dein Girokonto kann bei jeder beliebigen Bank in Deutschland oder der EU sein. Es dient nur als Referenzkonto für Einzahlungen und spätere Auszahlungen. Viele nutzen zum Beispiel ein Girokonto bei der Sparkasse und ein Depot bei Trade Republic oder Scalable Capital.

Reicht ein Reisepass statt Personalausweis?

Ja, ein gültiger Reisepass wird bei allen deutschen Brokern akzeptiert. Wichtig ist, dass das Dokument nicht abgelaufen ist. Ein vorläufiger Personalausweis oder ein abgelaufener Reisepass reichen nicht. Bei manchen Brokern wird zusätzlich eine Meldebescheinigung verlangt, wenn der Reisepass keine Adresse enthält.

Was passiert, wenn ich nach der Eröffnung umziehe oder den Namen ändere?

Änderungen meldest du direkt in der App oder im Online-Banking deines Brokers. Bei Namensänderung (z. B. nach Heirat) brauchst du meist einen Nachweis (Heiratsurkunde oder neuen Ausweis). Das Depot bleibt dasselbe, nur deine Stammdaten werden aktualisiert.

Zusammenfassung: Depot eröffnen

✅ Ein Depot ist dein Konto für Wertpapiere. Das Verrechnungskonto ist die Kasse dazu.

✅ Du brauchst: Personalausweis, Steuer-ID, Smartphone, IBAN deines Girokontos und eine E-Mail-Adresse.

✅ Bei Neobrokern läuft die Eröffnung komplett digital ab. 10 bis 15 Minuten und du bist fertig.

✅ Die Legitimation erfolgt per Video-Ident, Freischaltung oft innerhalb einer Stunde.

✅ Deine Wertpapiere sind Sondervermögen, dein Cash ist bis 100.000 Euro gesichert.

✅ Freistellungsauftrag direkt nach Freischaltung einrichten. Nicht vergessen.

✅ Für den Start reicht ein Depot. Später kannst du jederzeit weitere ergänzen.

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