Bayer schlägt Erwartungen und bestätigt Jahresausblick
Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2016, werden die Schlagzeilen rund um Bayer im Wesentlichen von einer in den USA geführten Klagewelle bestimmt. Operativ läuft es beim Chemie- und Pharmakonzern aus Leverkusen jedoch weiterhin sehr ordentlich. Bereits im August hob das Unternehmen die Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr an.
Ergebnissteigerung in allen Bereichen
Im abgelaufenen Quartal konnte Bayer daran anknüpfen und ein Wachstum in allen Geschäftsbereichen erzielen. Im Bereich Crop Science, für den das 3. Quartal eher ein schwaches ist, wuchs der Umsatz im Vorjahresvergleich deutlich um 21,9 % auf 4,69 Milliarden EUR. Der Gesamtumsatz für das 3. Quartal liegt bei 11,28 Milliarden EUR. Damit übertrifft Bayer die Prognose von 10,98 Milliarden EUR und die 9,78 Milliarden EUR aus dem Vorjahresquartal. Aufgrund eines starken Agrargeschäfts und einem Anstieg im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, schlägt das Ergebnis vor Sondereinflüssen mit 2,45 Milliarden EUR die Erwartungen der Analysten von 2,31 Milliarden EUR. Neben der guten Geschäftsentwicklung trug die Erhöhung der Verkaufspreise zu dem guten Ergebnis bei. Bayer ist also in der Lage, die steigenden Kosten an die Kunden weiterzugeben. Im aktuellen Marktumfeld ein positives Zeichen. Weiterhin initiiert der Konzern in der Pharma-Pipeline den Start einer Phase-III-Studie zur Schlaganfallprävention. Laut Bayer eines der größten Phase-III-Projekten, die das Unternehmen je unternommen habe.
Bayer bestätigt im Rahmen der Quartalsmitteilung seinen Jahresausblick für 2022.
Prognoseerhöhung, aber: Deutsche Post: Der Ausblick bereitet Sorgen
Markt reagiert negativ
Die erste Marktreaktion auf die Zahlen fällt negativ aus. Aktuell befindet sich die Aktie mit ca. 2 % im Minus. Die Analysten von Barclays bestätigen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen ihre Einstufung von “overweight” und das Kursziel von 90 EUR. Damit sieht Barclays ein Kurspotenzial von fast 70 %.

In welche Richtung geht es weiter?
Es ist deutlich zu sehen, wie die Aktie erneut auf die Widerstandszone im Bereich 54,50 EUR reagiert hat. Die Zahlen könnten hier als Katalysator für eine neue Abwärtswelle dienen. Spannend wird sein, wo ein möglicher Rücklauf Halt findet. In einem ersten möglichen Szenario setzen sich die Bären durch und die Aktie fällt unter die Abwärtstrendlinie. Hierdurch würde sich der Abwärtstrend fortsetzen. Sollte jedoch nach einer kurzen Konsolidierung die Widerstandszone mit hohem Volumen angelaufen und überwunden werden hellt sich das Chartbild deutlich auf.