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stock3 in Börsennews

29.12.2023 12:23

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2024: Wenn es anders kommt, als alle denken

Die Anlage des Jahres 2024 steht für viele fest: Aktien. Oft kommt es ganz anders, als es die meisten denken.

Aktien sind nur aufgrund der Tatsache, dass viele Anleger übergewichtet sind, nicht automatisch schlecht. Für den Gesamtmarkt ist es allerdings ein Belastungsfaktor, wenn zu viele Anleger zu bullisch sind. Was für den Gesamtmarkt gilt, muss nicht für einzelne Sektoren gelten.

Rohstoffe könnten in den kommenden Monaten ein Tief ausbilden. Für Anleger ist ein Rohstoff über Aktien am einfachsten handelbar: Öl. Ölunternehmen bieten nicht nur Kurschancen, sondern auch hohe Dividenden. Derzeit sind befragte Fondsmanager für Öl so pessimistisch gestimmt wie zuletzt vor drei Jahren. Damals erreichte die Ölsorte WTI kurzfristig einen negativen Preis.

So extrem ist der Pessimismus derzeit nicht. Er ist aber groß genug, damit allein aus stimmungstechnischer Perspektive ein Rebound gelingen kann. In der Vergangenheit kündigte Pessimismus und Unterinvestierung zumindest kurzfristige Rebounds an (Grafik 1, Pfeile).

Stabilisieren sich Öl- und andere Energiepreise, hat das auch Auswirkungen auf die Inflation. Aller Voraussicht nach fällt diese weiter. Selbst das beste Szenario erscheint derzeit allerdings eingepreist. Anleger erwarten im März Zinssenkungen und bis Jahresende Leitzinsen, die 1% bis 1,5% unter dem aktuellen Niveau liegen.

Zinssenkungen und Inflationsrückgang sind Garanten für steigende Anleihekurse und damit fallende Renditen. Fondsmanager sind in Bezug auf Anleihen derzeit so bullisch wie Anfang 2009. Damals erwarteten Anleger fallende Renditen, weil sie dachten, die Finanzkrise würde niemals aufhören. Es kam ganz anders. Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen stiegen von 2,3% auf 3,9%. Ob es 2024 zu einem ähnlich großen Anstieg kommt, bleibt abzuwarten. Denkbar ist es, denn das bullische Sentiment ist ähnlich hoch wie 2009 (Grafik 2, Pfeile).

Anleihen erscheinen nach der Rally der letzten Wochen eine gute Wette zu sein. Noch ist die Rendite im Vergleich zu den Vorjahren hoch. Die hohe Investitionsquote und der geradezu überbordende Optimismus dürfte die Stimmung dennoch verderben. Anleihen dürften trotz großer Erwartungen nicht zu einer Top-Anlage im kommenden Jahr gehören.

Bei Öl und anderen Rohstoffen kann es zu einer erfreulichen Performance kommen. Viel Unsicherheit und dunkel Wolken in Form einer Rezession bleiben. Das Problem einer möglichen Rezession gilt auch für Aktien. Hier sind Fondsmanager gegenüber Cash deutlich übergewichtet. Cash hält man, wenn man kein Kursrisiko eingehen will. Wird die Aktienallokation gegenüber Cash aufgebaut, ist dies ein Zeichen hoher Risikobereitschaft. Kurzfristig ist das für den Aktienmarkt positiv.

Der Sinneswandel von Cash zu Aktien fand jedoch schnell statt. In den meisten Fällen kündigt ein solcher Wandel eine baldige Korrektur bei Aktien an (Grafik 3). Der glückliche Gewinner ist in diesem Fall Cash. Davon halte ich persönlich in Form kurzfristiger Anleihen ohnehin viel. Mehr braucht es nicht. Wer hingegen eine sehr hohe Aktienallokation hat und auf den breiten Markt setzt, könnte 2024 enttäuscht werden.

Kommt es so, wie es die meisten nicht erwarten, sind die zwei Anlagen des Jahres 2024 Rohstoffe, insbesondere Energie, und Cash.

Clemens Schmale

Dieser Beitrag ist zuerst auf stock3.com erschienen.

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