Zscaler übertrifft Quartalsziele und legt starken Ausblick vor – Aktie fällt 6,9 Prozent
Kurzüberblick
- Zscaler steigerte den Umsatz im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 25 Prozent auf 898,2 Millionen US-Dollar.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 1,19 US-Dollar übertraf die Markterwartung von 1,09 US-Dollar.
- Für das erste Quartal 2027 stellt Zscaler 935 bis 939 Millionen US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes EPS von 1,15 bis 1,16 US-Dollar in Aussicht.
- Die Aktie verliert am 4. September 2026 an der Lang & Schwarz Exchange 6,88 Prozent auf 146,98 Euro und liegt seit Jahresbeginn 23,99 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Starkes Quartal mit Gewinn- und Umsatzüberraschung
Zscaler hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 898,2 Millionen US-Dollar und lag damit über der Schätzung von 876,96 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 1,19 US-Dollar nach erwarteten 1,09 US-Dollar.
Auch beim Ergebnis zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 198,2 Millionen US-Dollar, verglichen mit 146,7 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Nach GAAP blieb zwar ein Nettoverlust von 3,4 Millionen US-Dollar, dieser fiel jedoch deutlich geringer aus als der Verlust von 17,6 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Prognose liegt über den bisherigen Erwartungen
- Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Zscaler einen Umsatz von 935 bis 939 Millionen US-Dollar sowie ein bereinigtes EPS von 1,15 bis 1,16 US-Dollar.
- Für das Gesamtjahr 2027 stellt das Unternehmen 3,908 bis 3,938 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Das entspricht einem Wachstum von 16,6 bis 17,5 Prozent.
- Das bereinigte EPS soll im Geschäftsjahr 2027 zwischen 4,86 und 4,90 US-Dollar liegen, nach 4,21 US-Dollar im Geschäftsjahr 2026.
- Die erwarteten Werte liegen beim ersten Quartal und beim Jahresgewinn über den bisherigen Konsensschätzungen. Zudem rechnet Zscaler mit einer Bruttomarge von 80 Prozent.
ARR wächst weiter, Umbau belastet das Signal
Die wiederkehrenden Umsätze, ein zentraler Maßstab für die Qualität des Geschäftsmodells, stiegen ebenfalls um 25 Prozent auf 3,77 Milliarden US-Dollar. Der Netto-Neu-ARR legte um 24 Prozent zu. Die bereinigte operative Marge erreichte mit 24 Prozent einen Rekordwert.
Parallel strukturiert Zscaler das Unternehmen um und reduziert rund 3 Prozent der Belegschaft. Gleichzeitig baut der Cybersecurity-Spezialist sein Angebot mit Agentic SecOps sowie Sicherheitslösungen für künstliche Intelligenz aus. Damit will Zscaler über klassische nutzerbasierte Produkte hinaus zusätzliche Umsätze mit Workloads, Anwendungen und KI-Agenten erschließen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Zscaler operativ weiterhin robust wächst und die Profitabilität unter Kontrolle hat. Der Rückgang der Wachstumsrate auf voraussichtlich rund 17 Prozent im Geschäftsjahr 2027 könnte jedoch erklären, warum der Markt trotz des Quartalsbeats enttäuscht reagiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass künftig nicht allein der aktuelle Gewinn zählt, sondern vor allem die Frage, ob neue KI- und Plattformprodukte das Wachstum wieder beschleunigen können. Der Personalabbau erhöht kurzfristig die Effizienz, setzt das Management aber zugleich unter Druck, die Vertriebsproduktivität und die Einführung neuer Produkte nachweisbar zu verbessern.
Aktienreaktion bleibt ein Warnsignal
Die Zscaler-Aktie notiert am 4. September 2026 bei 146,98 Euro und verliert 6,88 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 23,99 Prozent. Die negative Kursreaktion trotz übertroffener Quartalszahlen zeigt, dass die Erwartungen an den Cloud-Sicherheitsspezialisten bereits sehr hoch waren. Eine überzeugende Prognose reicht daher kurzfristig nicht automatisch aus, wenn der Markt eine stärkere Wachstumsbeschleunigung eingepreist hat.
Fazit & Ausblick
Zscaler liefert ein starkes viertes Quartal, erhöht die Gewinnperspektive und bleibt beim Umsatzwachstum klar im zweistelligen Bereich. Im Fokus der nächsten Quartale stehen nun die Entwicklung des ARR, die Nachfrage nach KI-Sicherheitslösungen, die operative Marge und die Auswirkungen des Stellenabbaus. Entscheidend wird sein, ob Zscaler die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 erreicht und aus Agentic SecOps einen messbaren Wachstumstreiber macht.
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